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Ehrenamt
Hilfsorganisationen und Stiftung stellten sich vor

Nonnweilers Bürgermeister Franz Josef Barth bei seinem Vortrag zum Ehrenamt im Bürgerhaus Braunshausen.
Nonnweilers Bürgermeister Franz Josef Barth bei seinem Vortrag zum Ehrenamt im Bürgerhaus Braunshausen. FOTO: Manfred Koch
Braunshausen. Info-Veranstaltung im Bürgerhaus in Braunshausen erläuterte die Förderung des Ehrenamtes in der Gemeinde Nonnweiler. Von red

() Ehrenamtliche Tätigkeit ist für das Gemeinwesen unentbehrlich. Laut dem Statistik-Portal statista engagieren sich knapp 15 Millionen Deutsche ehrenamtlich. Über die Arbeit der Hilfsorganisationen und deren Förderung in der Gemeinde Nonnweiler fand kürzlich eine Info-Veranstaltung im Bürgerhaus Braunshausen statt, zu der Bürgermeister Franz Josef Barth geladen hatte.


Die Gemeinden bilden Freiwillige Feuerwehren. Diese imperative Formulierung sei vom Gesetzgeber bewusst gewählt worden, da es sich um eine Pflichtaufgabe der Kommunen handelt. Eine Pflichtaufgabe, die ausschließlich von Ehrenamtlichen wahrgenommen wird, wie Gemeindewehrführer Frank Feid in seinem Referat hervorhob. Deckungsgleich mit den acht Gemeindebezirken besteht die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde aus acht Löschbezirken. Der Einsatzabteilung gehören rund 260 Aktive an, außerdem sind 90 Jugendliche in der Nachwuchsorganisation und 60 Kameraden in der Altersabteilung organisiert.

Parallel gibt nach Angaben der Feuerwehr 410 fördernde Mitglieder. 20 Einsatzfahrzeuge und acht Gerätehäuser müssen laufend instand gehalten werden. 110 bis 150 Einsätze sind jährlich abzuarbeiten. Besondere Gefahrenpotenziale in Nonnweiler sind ein Autobahnnetz von rund 70 Kilometern, das Industriegebiet in Otzenhausen und der hohe Waldanteil.



Rund 30 000 ehrenamtliche Arbeitsstunden leisten die Aktiven der Feuerwehr nach eigenen Angaben jährlich. Um aber den Personalbestand zu stabilisieren oder besser noch auszubauen, bedarf es einer ebenso sorgfältigen wie kontinuierlichen Nachwuchsarbeit. Gemeindejugendfeuerwehrbetreuer Martin Schneider hielt in seinem Vortrag fest, dass dies in allen acht Löschbezirken funktioniert. So seien die meisten Mitglieder der Einsatzabteilung in der Jugendfeuerwehr groß geworden – es gebe verhältnismäßig wenig Quereinsteiger. Für Kinder ab sechs Jahren bestehe die Möglichkeit, in einer Jugendfeuerwehrvorbereitungsgruppe, Bambini-Wehr genannt, in die Arbeit der Feuerwehr reinzuschnuppern – betreut von eigens dafür geschulten Kräften. Damit wolle man sicherstellen, dass die Feuerwehr trotz demografischem Wandel und konkurrierender Vereine auch künftig personell gut aufgestellt ist.

Wie für alle Abteilungen der Feuerwehr bestehe auch für die Nachwuchsorganisation ein umfangreicher Versicherungsschutz. Auch und gerade für Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Familien sei die Jugendfeuerwehr eine gute Adresse, um sowohl gefordert als auch gefördert zu werden.

36 Rettungswachen gibt es im Saarland, von denen 27 vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betrieben werden. So auch die im März 2012 in Betrieb genommene Rettungswache im Gewerbepark Otzenhausen, wie Joachim Hönig, Kreiswachenleiter des DRK-Kreisverbandes St. Wendel berichtete. Die Rettungswache Otzenhausen ist mit einem Rettungswagen ausgestattet und rund um die Uhr mit einem examinierten Rettungsassistenten und einem Rettungssanitäter besetzt. Pro Jahr sind laut Hönig rund 1200 Einsätze abzuarbeiten, davon zahlreiche auf der Autobahn. Für die Alarmierung von Feuerwehr und Rettungsdienst (beide über die Notrufnummer 112) ist die vom ZRF betriebene Integrierte Leitstelle auf dem Winterberg in Saarbrücken landesweit zuständig. Die Zusammenarbeit zwischen Rettungswache und Feuerwehr klappt hervorragend, stellte Wehrführer Frank Feid fest.

Eine weitere Säule des Gemeinwesens in der Gemeinde Nonnweiler sei die Gemeindestiftung Wagner Tiefkühlprodukte. Sie wurde 2013 gegründet. Auslöser war die Übernahme der Nonnweiler Firma Wagner durch den Nestlé-Konzern. Mit dieser Übernahme war zwangsläufig ein Rückgang des Gewerbesteueraufkommens für die Gemeinde verbunden. Dies berichtete Bürgermeister Dr. Franz Josef Barth, zugleich Vorsitzender des Stiftungsvorstandes. Zweck der gemeinnützigen Stiftung ist die Förderung des Gemeinwesens innerhalb der Gemeinde Nonnweiler. Die Förderung der Vereine und Hilfsorganisationen erfolgt laut Barth jährlich nach festgelegten Zuschusskriterien mit zurzeit 40 000 Euro. Neben dieser Grundförderung stehen Einzelförderungen bestimmter Projekte durch Einmalzahlungen. Seit September 2013 wurden 45 Vereine und Hilfsorganisationen im Rahmen der Grundförderung mit rund 198 500 Euro unterstützt; im gleichen Zeitraum konnten laut Barth 33 Einzelmaßnahmen mit 87 500 Euro gefördert werden.