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Bauernhaus
Wo steht das schönste im Land?

Das Sieger-Bauernhaus 2018 in Braunshausen ist im 1904 erbaut worden. Es gehört der Ernst-Wagner-Stiftung.
Das Sieger-Bauernhaus 2018 in Braunshausen ist im 1904 erbaut worden. Es gehört der Ernst-Wagner-Stiftung. FOTO: Frank Faber
Braunshausen. Von Frank Faber

Das schönste Bauernhaus 2018 im Landkreis St. Wendel steht in Braunshausen. Das hat die Kreisjury entschieden. Sieben Häuser hatten sich für den Kreiswettbewerb „Saarländische Bauernhäuser-Zeugnisse unserer Heimat“ angemeldet. Nach 24 Kriterien wie die Ziegeleindeckung des Dachs oder Holzfensterrahmen mit Sprossenteilung sind die Bauernhäuser von einer Jury unter die Lupe genommen worden. „Die Innengestaltung hat dabei keine Rolle gespielt“, erklärte Juror Uwe Luther. Nach der Auswertung kamen die Preisrichter zum Ergebnis, den ersten Platz an das in der Ernst-Wagner-Straße in Braunshausen stehende Bauernhaus zu vergeben.


Eigentümer des im Jahre 1904 erbauten Anwesens ist die Ernst-Wagner-Stiftung. Nach deren Angabe sei im Jahre 1995 eine Gebäudesanierung vorgenommen worden, wobei Walmen und Dachflächen der Gauben verschiefert wurden. Beeindruckt habe die Jury, so Luther, die weitestgehende originalgetreue Sanierung der Fassaden. Türen, Fenster und Gewände würden sich dazu harmonisch in das Gesamtbild einfügen. Farbe und Putzstruktur, wie Luther weiter ausführte, seien passend und die Giebelwände und Gebäuderückseite stilgerecht saniert worden. „Das Anwesen ist ein Vorbild für den Erhalt der Bauernhäuser im Kreis St. Wendel“, lobte Jurysprecher Luther.

Platz zwei ging an das Anwesen Deichmann in Gronig, ein imposantes Bauernhaus, das um 1754 erbaut wurde, und somit zu den ältesten im Landkreis zählt. In Teilen sind noch Originalwände erhalten. Die Sanierungen seien stilgerecht ausgeführt worden, urteilte die Kommission. Als Defizit wurde die unverputzte Fassade, die laut Luther einem südwestdeutschen Bauernhaus nicht entspreche, ausgemacht. Platz drei ging an das Anwesen Böcker in Steinberg-Deckenhardt. „Mit viel Liebe und Aufwand ist hier vom Besitzer ein bereits stark verfallenes Bauernhaus wieder zum Leben erweckt worden“, berichtete Luther. Die Umnutzung der Scheune in ein Büro sei praktikabel gelöst worden.



Landrat Udo Recktenwald (CDU) hob der Preisverleihung im Braunshausener Siegerhaus hervor: „Mit dem Wettbewerb wird das kulturelle Erbe gestärkt und ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht“. Von den sieben Bauernhäusern, die am Kreiswettbewerb teilgenommen haben, werden fünf (neben den drei Erstplatzierten kommen die noch Bauernhäuser in Pinsweiler und Oberkirchen dazu) an der Entscheidung auf Landesebene dabei sein. Die Besichtigungen durch die Landesjury sind für den 25. und 26. September vorgesehen. Ziel des Wettbewerbes ist es, das Bewusstsein um die Bauernhäuser als kulturelles Erbe in der Heimat zu fördern. Die Eigeninitiative der Eigentümer alter Bauernhäuser zur Erhaltung und Pflege überlieferter Bausubstanz soll angeregt werden. Auch soll der Wettbewerb dazu beitragen, alte Häuser so weit wie möglich in ihrem ursprünglichen Charakter durch stilgerechte Erneuerung zu erhalten und damit vor einem unwiederbringlichen Verlust durch eine unsachgemäße Modernisierung zu bewahren.