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| 20:34 Uhr

Leser-Reporter
Wenn Biber an den Obstbäumen nagen

Vor allem nachts legen sie los – auch im Winter.
Vor allem nachts legen sie los – auch im Winter. FOTO: Frank Faber
Kastel. Vor 20 Jahren sind Biber im Nordsaarland angesiedelt worden. Doch inzwischen machen die Nagetiere Anwohner zu schaffen – so auch Leser-Reporter Franz Blank. Von Frank Faber

SZ-Leser-Reporter Franz Blank aus Kastel ist angefressen. An mehreren Stellen entlang der Prims haben die eingewanderten Biber Bäume gekappt. Laut dem ehemaligen Naturschutzbeauftragten der Gemeinde Nonnweiler seien die Schäden massiv.

„Mittlerweile ist es eine Plage, der Biber hat jede Menge Bäume umgeworfen“, schimpft der selbst von den Schäden Betroffene. Jüngst hat sich der Nager an die Obstbäume nahe des Alten- und Pflegeheimes rangemacht und sich reichlich aus deren Kronen bedienen können. Denn Winterschlaf hält der Biber nicht, vielmehr hält er eine Winterruhe und muss während dieser Zeit für Nahrung sorgen. „Er ist nachts aktiv, sucht sich einen Baum, um dessen Rinde und Äste zu fressen“, erklärt Blank.

Im Jahre 1998 ist die Wiederansiedlung des Bibers im Oberlauf der Prims zur zahlenmäßigen Unterstützung und zur genetischen Auffrischung der eigenständigen Ansiedlungen im Mittellauf erfolgt. „Damit muss man klarkommen“, meint Frank Grütz, Leiter der Naturwacht Saarland. Durch seine Lebensweise und vor allem den Bau zahlreicher Dämme verändert der Biber Bäche, Fluss- und Auenlandschaften. „Er schafft eine biologische Vielfalt in Naturräumen, in denen sich über und unter Wasser wieder seltene Tiere ansiedeln können“, so Grütz. Der Biber sei Vegetarier und ernähre sich im Winter von Baumrinde. „Da er nicht klettern kann, fällt er die Bäume, um an die Nahrung zu gelangen“, beschreibt der Naturwächter.

Laut Umweltministerium „gibt es keine Richtlinie für eine Entschädigung“. Das hat auch Kastels Ortsvorsteher Magnus Jung (SPD) sowie Baldur Thome von der Gemeinde Nonnweiler dem Leser-Reporter Blank mitgeteilt. „Wenn der Eigentümer seinen Bestand gefährdet sieht, muss er ihn schützen“, ergänzt Grütz.

Die Problematik im Verlauf der Prims ist für den Nabu-Vorsitzenden und Biberbetreuer Bernd Konrad aus Lockweiler-Krettnich nicht neu. „Die Schäden sind eine normale Sache“, stellt Konrad fest. Dagegen grollt der 82-jährige Blank verärgert: „Als Grundstückseigentümer bleibst du auf den Kosten sitzen.“ Einige der Baumstämme auf dem Grundstück tragen zum Präventivschutz mittlerweile eine sogenannte Drahthose, zudem hat Blank entlang des Bachufers einen 300 Meter langen Zaun gegen den Besuch des hungrigen Feinschmeckers ziehen müssen und zusätzlich zur Verhinderung des Gehölzverbisses die Baumstämme mit einem Schutzmittel bestrichen.

Beim Lokaltermin mit der SZ weisen noch weitere flachgelegte Laubbäume und Weiden auf die Präsenz des Bibers hin. Gewaltig abgeholzt hat das einheimische Säugetier laut Blanks Angaben im Vorjahr eine Fläche am Eulensee bei Nonnweiler-Mariahütte. „Ärgerlich, aber das ist nicht erst seit gestern“, ist Grütz darüber informiert. Noch relativ frisch seien laut Blank die Spuren der Fällaktion im Bereich der Nonnweiler Tennishalle. „Im vergangenen Jahr war der Biber im Bereich der Gomms Mühle im Einsatz“, berichtet er. Blank führt dies auf eine steigende Population zurück.

„Da es sich nicht um einen Einzelfall handelt, muss man sich in Zukunft damit auseinandersetzen“, sagt Kastels Ortschef Jung. Verschiedene Naturschutzansätze würden bei der Biberproblematik zusammenkommen. Der richtige Ansatz sei, wenn sich die verschiedenen Naturschutzverbände damit befassen würden.

Die Biber verändern die Landschaft und schaffen damit auch Lebensraum für weitere Tierarten. Wenn die Population aber zu sehr wächst, könnte das zu einem Problem für die Anwohner werden.
Die Biber verändern die Landschaft und schaffen damit auch Lebensraum für weitere Tierarten. Wenn die Population aber zu sehr wächst, könnte das zu einem Problem für die Anwohner werden. FOTO: Felix Heyder / picture alliance / dpa