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Ehrung
Schweinepest droht von Osteuropa her

Robert Stoll und Eberhard Peiffer (Mitte v. l.) wurden für 65 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Außerdem gab es sieben 
Treuenadeln für 25 Jahre Mitgliedschaft, zehn für 40 Jahre, vier für 50 Jahre und zwei für 60 Jahre.
Robert Stoll und Eberhard Peiffer (Mitte v. l.) wurden für 65 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Außerdem gab es sieben Treuenadeln für 25 Jahre Mitgliedschaft, zehn für 40 Jahre, vier für 50 Jahre und zwei für 60 Jahre. FOTO: Ralf Mohr
Kastel. Zahlreiche verdiente Mitglieder wurden beim Kreisjägertag ausgezeichnet – auch aktuelle Probleme wurden thematisiert. Von Ralf Mohr

Beim Kreisjägertag der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS), Kreisgruppe St. Wendel, im Castellum in Kastel, standen Ehrungen im Mittelpunkt, Insgesamt wurden sieben Treuenadeln für 25-jährige Mitgliedschaft verliehen. Zehn Jäger erhielten zudem die Ehrung für 40 Jahre Mitgliedschaft, viermal wurde für 50 Jahre Treue geehrt, zweimal für 60 Jahre und drei Jäger wurden für ihre 65-jährige Mitgliedschaft mit Urkunden und Treuenadeln bedacht. Darüber hinaus erhielten zwei Jagdhornbläser die Treuenadel in Bronze, drei in Silber und einer die Bläsertreuenadel in Gold. Außerdem wurden Bläsertreuenadeln in den Sonderstufen 30, 45 und 50 jeweils einmal verliehen.


Zuvor hatte der Kreisjägermeister, Hartwin Ingeln, in einer seiner letzten Amtshandlungen die Jägerschaft begrüßt. Danach wandte sich Umweltstaatssekretär Roland Krämer an die Mitglieder. Er betonte, dass das Verhältnis zwischen Umweltministerium und Jägerschaft von Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung geprägt sei.

Besonders ging der Staatssekretär bei seinen Ausführungen auf die Problematik hinsichtlich der afrikanischen Schweinepest ein, von der auch und insbesondere die Wildschweinbestände stark betroffen seien. Die Seuche rücke von Osteuropa unaufhaltsam in Richtung Westen vor. Man denke seitens des Ministeriums deshalb  darüber nach, ob es aufgrund der besonderen Umstände nicht in Erwägung gezogen werden müsse, auch die Verwendung von Nachtsichtzielgeräten für die Jagd auf die Wildschweine zu erlauben.

„Das, was die Jäger leisten, ist unverzichtbar für den Erhalt und die Pflege unserer Kulturlandschaft.“ Mit diesen Worten leitete Landrat Udo Recktenwald (CDU) seine Rede ein. Dies gelte insbesondere für die Jagd, aber auch für die Hege und Pflege. Beides sei wichtig für die dörfliche Jagdkultur, die in unserer Region eine Zukunft haben müsse. Dadurch würde gewährleistet, dass ein gesunder Wildbestand in gesicherten Lebensräumen den ländlichen Raum bereichere und das ökologische Gleichgewicht erhalten bliebe. Dies umfasse den Naturschutz, die Seuchenbekämpfung, die Wildschadens- und die Wildunfallverhütung. All das diene dem Gemeinwohl.

„Wir Jäger tun sicherlich nach Kräften das unsere, um die starken Schwarzwildbestände abzusenken“, betonte der Landesjägermeister Josef Schneider im Hinblick auf die drohende afrikanische Schweinepest. Dies sei aber nicht einfach, erklärte er anschließend weiter. Insgesamt wurden im Jagdjahr 2016/2017 827 Säue zur Strecke gebracht. „Die bis dato vorliegenden Abschussmeldungen lassen für das laufende Jagdjahr erwarten, dass saarlandweit die Strecke des vergangenen Jahres wieder erreicht werde, was bedeute, dass im Land rund 6000 Stück Schwarzwild erlegt würden“, sagte er abschließend.



Förster Konrad Funk zeigte einen Bildvortrag zum Thema „Nationalpark Hunsrück-Hochwald: Pflanzen, Tiere, Landschaft“. Für Musik sorgte das Jagdhornbläsercorps Hegering Nonnweiler unter der Leitung von Sabine Scholl.