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Saarland-Pokal
Primstal zittert sich eine Runde weiter

Neunkirchen/Nahe. Saarlandpokal: VfL siegt in Neunkirchen-Nahe glücklich mit 5:4. Hasborn scheitert. Von Philipp Semmler

Noch nicht mal eine halbe Stunde war am Mittwoch im Fußball-Saarlandpokal zwischen der SG Neunkirchen-Selbach und dem VfL Primstal gespielt, da platzte VfL-Leistungsträger Karsten Rauber schon der Kragen. „Hey, wach werden! Es reicht mit schlafen“, rief der 25-Jährige in Richtung seiner Mitspieler. Zu diesem Zeitpunkt lag der Saarlandligist beim Landesligisten vor 280 Zuschauern schon 0:2 hinten. Christian Konerth hatte einen Elfmeter im Nachschuss zum 1:0 für den Außenseiter verwandelt, Lukas Dewes mit einem Kracher aus der Distanz auf 2:0 erhöht.


Zunächst schien es so, als sollten Raubers Mitspieler die Worte ihres Defensivspielers berücksichtigen. Steffen Backes mit einem Doppelpack und Ramon Klein, der eine Kopfball-Vorlage von Jonas Caryot über die Linie drückte, sorgten für eine 3:2-Pausenführung von Primstal. Als Backes dann sieben Minuten nach dem Seitenwechsel auf 4:2 für den VfL erhöhte, schien alles klar.

Aber Neunkirchen-Selbach kam zurück. Konerth verkürzte nach einer Stunde per Flachschuss auf 3:4 – und fünf Minuten vor dem Schlusspfiff gelang Lukas Dostert nach einer Flanke das 4:4. Primstal war zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl – Steffen Haupert hatte 60 Sekunden vorher wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot gesehen.



Das Spiel wogte weiter hin und her. Nur Augenblicke nach dem 4:4 hatte Primstal die Chance, den Sieg in der regulären Spielzeit doch noch klar zu machen. Marc Pesch scheiterte jedoch mit einem Handelfmeter an SG-Torwart Fabian Becker. Es ging also in die Verlängerung. In der ließen die Gastgeber einige Chancen aus – und dies rächte sich bitter. In der 121. Minute tankte sich Tobias Scherer auf der rechten Seite durch, stand plötzlich frei vor der Hütte und schob zum 5:4-Siegtor für Primstal ein. Danach pfiff Schiedsrichter Julian Marx direkt ab.

„Wir wussten, dass es hier schwer wird. Aber dass es so eng wird, damit hätte ich dann doch nicht gerechnet“, atmete Primstals Co-Trainer Christian Joseph, der den beruflich verhinderten Andreas Caryot vertrat, erleichtert auf. „Schade, dass die Jungs sich für ihren tollen Kampf nicht belohnt haben“, stöhnte dagegen SG-Trainer Georg Müller.

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten auch die Verbandsligisten SV Hasborn und VfB Theley. Theley siegte nach 2:0-Führung und 2:3-Rückstand am Ende nach Verlängerung mit 5:3 bei Landesligist SV Bardenbach. Julian Witsch gelangen dabei drei Treffer für die Schwarz-Weißen.

Hasborn unterlag Vorjahres-Halbfinalist FC Noswendel Wadern (Verbandsliga Südwest) zu Hause mit 5:7 nach Elfmeterschießen. Nach 90 Minuten hatte es 2:2 gestanden. David Quinten traf zwei Mal für den SV. In der Verlängerung ging Noswendel durch einen Elfmeter von Alexander Neu mit 3:2 in Führung, ehe Steffen Wilhelm die Gastgeber mit dem 3:3 drei Minuten vor Schluss ins Elfmeterschießen rettete. Dort zeigten sich aber die Gäste treffsicherer.

Neben Hasborn sind mit dem FC Freisen und der SG Bostalsee noch zwei weitere Verbandsligisten aus dem Kreis raus aus dem Wettbewerb. Freisen unterlag bei Ligakonkurrent SV Merchweiler 0:2. Bostalsee bei Saarlandliga-Absteiger FSG Bous mit 2:5.