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Fußball-Saarlandpokal
Zum Pokalknaller kommt der Ex-Mitspieler

Starkes Team: die D-Jugend des VfL Primstal 2004. Steven Zellner ist hinten der Vierte von links, Marc Pesch vorne der Zweite von rechts.
Starkes Team: die D-Jugend des VfL Primstal 2004. Steven Zellner ist hinten der Vierte von links, Marc Pesch vorne der Zweite von rechts. FOTO: Lothar Pesch
Primstal. Es ist das Kracherspiel für die Spieler des VfL Primstal: Im Fußball-Saarlandpokal trifft der Saarlandligist heute auf den 1. FC Saarbrücken. Zwei Spieler freuen sich besonders auf die Partie. Von Frank Faber

Verdammt lang her: Gemeinsam begannen Marc Pesch und Steven Zellner einst in der E-Jugend des VfL Primstal damit, hinter dem Ball herzulaufen. Marcs Papa Lothar Pesch brachte den Jungs im Allerswaldstadion das Fußball-ABC bei, Stevens Mama Petra Zellner war als Betreuerin das Mädchen für alles.


Nach der C-Jugend trennten sich ihre Wege als Kicker. Doch am heutigen Dienstag, 19 Uhr, gibt es ein Wiedersehen auf dem Platz – als Gegner. Pesch spielt für den Saarlandligisten VfL Primstal, Zellner für den zwei Spielklassen höher kickenden 1. FC Saarbrücken. „Ich hatte schon vor ein paar Wochen mit meiner Mama telefoniert und gemeint, dass wir ja vielleicht im Pokal gegen Primstal ausgelost werden“, berichtet Steven Zellner. Seit Januar 2017 steht der 27-Jährige beim FCS unter Vertrag. „Er hat früher schon herausgestochen und war uns körperlich ein Stück überlegen“, erinnert sich Marc Pesch. Mit ihm in der Abwehr und Zellner sowie Boris Becker vorne sorgte der VfL über Jahre für Furore im Jugendfußball. „Wir haben auch den 1. FC Saarbrücken geschlagen, das war für uns ein absoluter Höhepunkt“, erinnert sich Profi Zellner gerne an die Zeit zurück.

Sein früherer Mitspieler Pesch weiß noch genau: „Beim D-Jugend-Turnier in Losheim hat Patrick Herrmann beim FCS mitgespielt. Steven hat dann mit mir hinten gegen ihn verteidigt – und wir haben Saarbrücken im Endspiel besiegt.“ Auch Michael Dusek, früher Nachwuchschef beim 1. FC Kaiserslauten, war die Spielkunst des Primstaler Talentschuppens nicht entgangen. Für das B-Jugendteam hat er 2006 Zellner und Boris Becker an den Betzenberg gelockt.



„Nach der Schule haben wir immer Fußball gespielt. Irgendwann träumt man davon, dass man es einmal packen kann, für einen großen Verein zu spielen“, sagt Zellner, für den ein Traum auch tatsächlich zur Realität wurde. Trainer Gunther Metz bildete ihn weiter aus, 2010 bekam er einen Profivertrag beim FCK. Zwei Jahre darauf schnupperte er bei der 0:2-Auswärtsniederlage beim FC Bayern München erstmals Bundesliga-Luft. Doch Zellner lernte auch die schmerzhafte Seite des Profi-Fußballs kennen. Durch viele Verletzungen hat er sich am Betze ständig hinten anstellen müssen, wechselte dann zum Zweitligisten SV Sandhausen, ehe er 2016 einen Kreuzbandriss erlitt und länger pausieren musste.

Jetzt muss er mit Saarbrücken bei seinem Heimatverein im Pokal eine Runde weiterkommen. „Außer Marc ist keiner mehr dabei, mit ich noch zusammen gespielt habe“, sagt er. Sein Ziel ist klar: „Ganz egal, wen der Trainer aufstellt, da darf nichts passieren“, sagt Zellner, der wie Pesch mittlerweile in der Innenverteidigung spielt.

Primstals Taktik? „Wir wollen versuchen so lange wie möglich kein Gegentor zu kriegen und müssen die Torchance, die wir bekommen, einfach nutzen“, hofft der 27-jährige Pesch. Er freut sich, seinen ehemaligen Mitspieler wieder da zu treffen, wo alles angefangen hat. „Bei einem Eckball werde ich kurz mal mit Steven schmunzeln, vielleicht hat er nach dem Spiel noch Zeit und kann eine Weile bleiben“, hofft Pesch. Profi Zellner hat nach Primstal immer Kontakt gehalten, viele seiner alten Freunde werden auf den Sportplatz kommen – und Mama Petra freut sich schon seit der Auslosung auf die Partie.