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Lesewettbewerb
Preisgekrönter Blick in die Vergangenheit

Die drei Preisträger (von links): Florian Hagenbourger, Julia Kümmel und Marie Hagenbourger mit Edwin Contes aus Wadgassen-Hostenbach, ehemaliger Schüler der N.P.E.A. St. Wendel, den die Schüler während der Dreharbeiten besucht und interviewt haben.
Die drei Preisträger (von links): Florian Hagenbourger, Julia Kümmel und Marie Hagenbourger mit Edwin Contes aus Wadgassen-Hostenbach, ehemaliger Schüler der N.P.E.A. St. Wendel, den die Schüler während der Dreharbeiten besucht und interviewt haben. FOTO: Ministerium/Schule
St. Wendel. Mit der Geschichte ihrer Schule wurden jetzt Schüler aus St. Wendel Dritte beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.

() Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland. Rund 5000 Kinder und Jugendliche haben in diesem Jahr mitgemacht. Zwei Schülerinnen und ein Schüler aus St. Wendel konnten mit ihrer Arbeit die Jury besonders überzeugen und wurden von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem dritten Preis ausgezeichnet.


Florian Hagenbourger, Marie Hagenbourger und Julia Kümmel aus der 12. Klasse des Arnold-Janssen-Gymnasiums in St. Wendel haben gemeinsam mit ihrem Tutor Johannes Burgard die Geschichte ihres Gymnasiums erforscht. „Zwischen Christuskreuz und Hakenkreuz. Eine Spurensuche zur Napola-Zeit des Missionshauses St. Wendel“, heißt ihre filmische Dokumentation. Die Schüler haben für das Projekt die Entwicklung des ehemaligen Missionshauses St. Wendel untersucht, das in den 1940er Jahren zu einer sogenannten Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (Napola) wurde. Heute befindet sich dort das Arnold-Janssen-Gymnasium.

„Die Beschäftigung mit Geschichte ist nicht nur ein rückwärtsgewandter Prozess, der nützlich ist, vergangene Ereignisse zu kennen und sie zu verstehen. Im Gegenteil“, sagt Christine Streichert-Clivot, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung und Kultur. Die Auseinandersetzung mit Geschichte sei entscheidend für das Gegenwartsverständnis, „weil wir aktuelle Entwicklungen damit bewerten können. Und sie ist zukunftsorientiert, weil sie uns erkennen lässt, wo wir handeln müssen, damit Fehler der Vergangenheit nicht fortgesetzt oder wiederholt werden“.



Streichert-Clivot sitzt im zwölfköpfigen Kuratorium des Geschichtswettbewerbs und freut sich über den Preis für die saarländischen Schüler. Die Auseinandersetzung mit Geschichte wirkt für die Staatssekretärin über die Schule hinaus: „Der Geschichtswettbewerb weckt das Interesse für die eigene Geschichte, die vor der eigenen Haustür stattgefunden hat und oft bis in die Gegenwart nachwirkt. Er fördert die Selbstständigkeit der Kinder und Jugendlichen und stärkt ihr Verantwortungsbewusstsein. Genau das wollen wir unseren Schüler-innen auf ihren Lebensweg mitgeben.“

Zum Hintergrund: Bereits seit dem Jahr 1973 richten die Hamburger Körber-Stiftung und das Bundespräsidialamt den Geschichtswettbewerb aus. Ausgeschrieben wird er in einem zweijährigen Turnus und zu wechselnden Themen. Thema des 25. Geschichtswettbewerbs war in diesem Jahr: „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“. Bundesweit haben mehr als 5000 Kinder und Jugendliche mitgemacht. Viele der insgesamt 1639 eingereichten Beiträge beschäftigen sich mit Ausgrenzung und Verfolgung aufgrund von Religionszugehörigkeit, dem Verhältnis zwischen Staat und Kirche oder religiösen Traditionen und Bräuchen.

Im Saarland haben am diesjährigen Wettbewerb rund 100 saarländische Schüler teilgenommen und 18 Beiträge eingereicht. Als landesbeste Schule wird das Gymnasium am Stefansberg in Merzig ausgezeichnet.

Mehr Infos zum Wettbewerbsbeitrag gibt es auf der Internetseite des Arnold-Janssen-Gymnasiums unter: http://www.ajg-wnd.de/2017/08/11/zwischen-christuskreuz-und-hakenkreuz.

Innen-Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot freute sich über die Platzierung der St. Wendeler Schüler.
Innen-Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot freute sich über die Platzierung der St. Wendeler Schüler. FOTO: Oliver Dietze