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Phil Collins bis zum Umfallen

Große Show mit Still Collins in Primstal: Sven Komp (von links), Uli Opfergelt, Caren Faust und Markus Hartmann heizten dem Publikum ordentlich ein. Foto: Frank Faber
Große Show mit Still Collins in Primstal: Sven Komp (von links), Uli Opfergelt, Caren Faust und Markus Hartmann heizten dem Publikum ordentlich ein. Foto: Frank Faber FOTO: Frank Faber
Primstal. Weltstar Phil Collins hat sich vor einiger Zeit aus dem Musikgeschäft verabschiedet. Dennoch kursieren im Netz Gerüchte über ein Comeback. Seine Hits sind nach wie vor präsent. Dafür sorgt auch die Coverband Still Collins. In Partystimmung feierten 350 Besucher in der Primstaler Mehrzweckhalle. Frank Faber

Mittvierziger und Fünfziger mit glänzenden Augen träumen am Stehtisch, tanzen und singen mit zu altbekannten Rhythmen. "Wir freuen uns, wieder in Nonnweiler spielen zu können", begrüßt Still-Collins-Sänger Sven Komp nach den eröffnenden Appetithappen die 350 gut gelaunten Menschen in der Mehrzweckhalle von Primstal . Er kündigt an: "Wir spielen Hits von Phil Collins und Genesis bis zum Umfallen."

Zu Boden geht niemand im Saal, vielmehr ist es eine Rückbesinnung in die 1980er-Jahre. Hits von Phil Collins sind allgegenwärtig. Und das beeindruckt umso mehr, weil die Stimme von Frontmann Komp eine derart frappierende Ähnlichkeit mit dem Organ von Collins besitzt.

Mit angezogener Handbremse nimmt das Publikum den XXL-Song "The Cinema Show" der damaligen Progressive-Rockband Genesis vom 1973er-Album "Selling England by the Pound" zur Kenntnis. "Damals waren die Songs halt so lang, fünf Jahre später sind die Stücke so um die 3.45-Minuten", sagt Komp. Der Lockenkopf holt einen Kassettenrekorder hervor und spielt "Follow me, follow you" an. Mittlerweile war Phil Collins nach dem Ausstieg von Peter Gabriel vom Schlagzeuger und Backgroundsänger zum Genesis-Frontmann aufgestiegen, der Sound wird dadurch beschwingter. Genau darauf stehen die Konzertbesucher. Die von Collins-Stimme geprägten Up-Tempo-Nummern und schmusigen Schmachtfetzen bringen die Leute richtig in Fahrt.

Beim "Easy Lover" gibt Gitarrist Uli Opfergelt noch den Eddie van Halen. Zwischendrin biegt die Band zu Michael Rutherfords "Over my Shoulder" und zum Peter-Gabriel-Klassiker "Solsbury Hill" ab.

Beim Abspielen der Millionen-Hits verkörpert die Tribute-Kapelle mehr als nur Abziehbildchen der Originale. Fast schon ekstatisch werden in der Halle die ersten Töne von "Sususudio" und "In the Air tonight" aufgesaugt. Komp spricht sein Publikum als Brüder und Schwestern an und legt "Jesus, he knows me" nach. "You can't hurry love" und die Liebes-Ballade "Two Hearts" präsentieren Still Collins im Medley-Format. "That's all", ein programmatischeres Schlusslied hätte höchstens noch eine Doors-Coverband mit "The End" im Programm. Entwarnung, es fehlen ja noch ein paar Hits. Mit "Land of Confusion", "Carpet Crawlers" und "Another day in Paradise" verabschieden sich Still Collins nach einem zweistündigen Auftritt. Thomas Finkler von der veranstaltenden Gemeinde Nonnweiler ist zufrieden. "Auch bei ihrem zweiten Auftritt hat die Band die Leute begeistert", meint Finkler. Demnächst soll es bei einem Konzertabend etwas härter zur Sache gehen. Der Veranstalter steht derzeit in Vertragsverhandlungen mit der Deep-Purple-Coverband Demons Eye.