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Pastor Floeck verlässt Nonnweiler"Man kann nicht ewig auf einer Stelle bleiben"

Nonnweiler. "Goodbye, Herr Floeck, Goodbye" hieß es am Ende des Abschiedsgottesdienstes für Pastor Hermann-Josef Floeck aus Nonnweiler. Sichtlich gerührt verfolgte der Pastor den Text zur Melodie von Demis Roussos "Goodbye, my love, goodbye", den die Messdiener für ihn umgeschrieben hatten und nun mit der Gemeinde vortrugen Von SZ-Mitarbeiterin Rebecca Birtel

Nonnweiler. "Goodbye, Herr Floeck, Goodbye" hieß es am Ende des Abschiedsgottesdienstes für Pastor Hermann-Josef Floeck aus Nonnweiler. Sichtlich gerührt verfolgte der Pastor den Text zur Melodie von Demis Roussos "Goodbye, my love, goodbye", den die Messdiener für ihn umgeschrieben hatten und nun mit der Gemeinde vortrugen. Gerührt waren auch viele der Besucher des Gottesdienstes in der Pfarrkirche in Nonnweiler. Der Grund: Nach gut zwölf Jahren verlässt Hermann-Josef Floeck die Pfarrei und tritt seine neue Stelle in Treis-Karden an der Mosel an. "Es ist nicht leicht, Abschied zu nehmen", sagte der 51-Jährige in seiner Predigt, die die Messbesucher aufmerksam mitverfolgten. Er habe hier ein Zuhause gefunden, doch sei der Weggang auch in gewisser Weise vorgegeben: "Man kann nicht ewig auf einer Stelle bleiben." 1997 kam Floeck als Pastor nach Nonnweiler, nachdem er zuvor als Kaplan in St. Wendel tätig war. "Hier war meine erste Stelle als Pastor, es hat mir sehr gut gefallen". Da er die Gegend um Nonnweiler bereits kannte, habe er sich schnell eingelebt und wohlgefühlt. Seit dieser Zeit betreute der ursprünglich aus Ochtendung an der Mosel stammende Pastor die drei Pfarreien Nonnweiler, Sitzerath und Otzenhausen mit den beiden Filialen Bierfeld und Schwarzenbach. Nach all dieser Zeit müsse er nun auch ein ganzes Stück Trauerarbeit leisten, da es sehr schwierig sei, nach so langer Zeit die Gemeinde zu verlassen. Die Entscheidung, die Pfarreien zu verlassen, war bereits am ersten Advent gefallen. "Aber ich wollte unbedingt noch die Kommunionfeier selbst abhalten. Die Kinder sollten sich nicht so kurzfristig und mitten in den Vorbereitungen an einen neuen Pastor gewöhnen müssen". Vorgegeben war Floecks Weggang durch die Strukturreform 2020, die vorsieht, Nonnweiler und Primstal ab 2011 nur noch von einem Pfarrer betreuen zu lassen. Dass das Wirken Floecks weit über das normale Engagement eines Pastors hinausging, betonte die Vorsitzende des Pfarreienrates Eva Lauer nach der Messe und überreichte Floeck als Geschenk ein Gemälde, das die Pfarrkirche und Umgebung Nonnweilers darstellt. Im Anschluss luden die Pfarreien zum Sektempfang in die Kurhalle nach Nonnweiler ein. Die heilige Messe wurde mitgestaltet von der Kolpingkapelle Nonnweiler-Bierfeld und der Chorgemeinschaft Nonnweiler, Sitzerath und Otzenhausen. Herr Floeck, wie kam es dazu, dass Sie Ihre jetzige Pfarrei verlassen müssen?Hermann-Josef Floeck: Das hat zwei Gründe. Zum einen ist es eben einmal so, dass man nicht ewig auf einer Stelle bleiben kann, man muss ja auch mal wechseln und etwas anderes sehen und tun. Dass es nun gerade Treis-Karden geworden ist hat auch persönliche Gründe, weil ich dann näher bei meinen Eltern bin. Die neue Pfarreiengemeinschaft liegt etwa 30 Minuten von meinem Heimatort entfernt. Zum anderen war es eben die Strukturreform 2020, die einen Weggang notwendig gemacht hat. Außerdem gefällt mir die neue Stelle auch sehr gut. Es ist immer schwierig, etwas adäquates zu finden. Ich denke, ich habe das geschafft.Was war für Sie das besondere an der Gemeinde Nonnweiler? Floeck: Ich war fast zwölf Jahre in Nonnweiler, das ist eine lange Zeit. Am meisten haben mir die Menschen hier gefallen. Sie haben so eine offene Art und sind sehr unkompliziert. Das hat mir gut gefallen. Und dann ist auch die Gegend hier sehr schön, der Hochwald ist eine tolle Landschaft. Was erwarten Sie nun von Ihrer neuen Stelle? Floeck: Einen großen Unterschied gibt es da nicht, Gemeindearbeit bleibt Gemeindearbeit, da wird sich nicht viel ändern. Meine Arbeit ist die Seelsorge, sowohl dort, als auch hier. Aber ich hoffe, dass ich genauso gut und freundlich aufgenommen werde, wie das hier geschehen ist.Sicher gibt es aber doch einiges, was Sie vermissen werden. Floeck: Ich werde natürlich viele Menschen sehr vermissen, die mir lieb geworden und ans Herz gewachsen sind und auch die Kirchen und Örtlichkeiten, für die ich gearbeitet habe. Wenn man das Leben mit so vielen Menschen über diesen Zeitraum geteilt hat, ist der Abschied sehr schwer. Viele waren sogar so traurig, dass sie die Abschiedsmesse gar nicht besuchen konnten und wollten. Es ist wirklich nicht einfach. Aber es muss nun einmal sein.