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Blutspende
Ohne Blutkonserven geht oft gar nichts

Für viele Spender ist es völlig selbstverständlich, sich regelmäßig Blut abzapfen zu lassen, damit dies im Notfall zum 
Einsatz kommen kann.
Für viele Spender ist es völlig selbstverständlich, sich regelmäßig Blut abzapfen zu lassen, damit dies im Notfall zum Einsatz kommen kann. FOTO: Sarah Konrad
Primstal. Das DRK hat 27 Spender ausgezeichnet, die ihren „Lebenssaft“ seit Jahren zur Verfügung stellen.

Auf dem Operationstisch zu liegen. Jede Menge Blut zu verlieren. Und keine Transfusion zu erhalten, weil Blutkonserven Mangelware sind. Das ist eine Horrorvorstellung für die meisten Menschen. So auch für Ursula Arm. Doch im Gegensatz zu vielen anderen schiebt die 48-Jährige diese Gedanken nicht einfach weg. „Jeder kann in die Situation kommen, dass er auf das Blut anderer angewiesen ist“, sagt Arm. Für sie ist es daher selbstverständlich, ihren Lebenssaft zu spenden.


„Ich bin irgendwann einmal mit ein paar Freunden zur Entnahme gegangen und seitdem mache ich das regelmäßig“, erzählt die gebürtige Hessin. Insgesamt 75 Mal hat sie sich in den vergangenen 30 Jahren Blut abzapfen lassen. Seit gut zwei Jahren besucht sie die Spendentermine des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Primstal. „Es ist immer ein gutes Gefühl zu sehen, dass es noch viele andere Menschen gibt, die ihr Blut zur Verfügung stellen“, sagt Arm.

Für ihre Hilfsbereitschaft ist die 48-Jährige jetzt ausgezeichnet worden. Und mit ihr 26 weitere Spender. „Sie alle haben dazu beigetragen, Kranken ein zweites Leben zu schenken“, ist Berthold Wagner überzeugt. Der zweite Vorsitzende des Primstaler Roten Kreuzes zitiert in seiner Rede den Dichter Johann Wolfgang von Goethe. Der habe einmal gesagt: Blut sei ein ganz besonderer Saft. Obwohl sich die Medizin rasant weiterentwickelt, sei es immer noch nicht gelungen, Blut künstlich herzustellen. „Gehen die Blutkonserven aus, ist selbst das beste Krankenhaus machtlos“, betont Wagner. Er freut sich daher, dass in Primstal meist mehr als 120 Personen pro Spendentermin erscheinen. Unter ihnen seien viele Wiederholungstäter, wie der ehemalige Polizist die treuen Spender gerne bezeichnet. „Sie bringen hin und wieder ihre Familien, Freunde oder Bekannte mit“, erläutert Wagner.



Auch Alois Feit hat seine Ehefrau und die beiden Töchter zum Blutspenden animiert. Doch seinen Rekord können die drei noch lange nicht knacken. 125 Mal hat sich der 71-Jährige bereits vom Lebenssaft abzapfen lassen. Hinzu kommen zwei Direktübertagungen. Eine für ein elfjähriges Mädchen, das an Leukämie erkrankt war und eine an seinen eigenen Vater, der bei einer schweren Operation viel Blut verloren hatte. „Ich denke, dass ich in den vergangenen 50 Jahren vielen Menschen helfen konnte“, sagt Feit. Das sei auch seine Motivation, immer wieder zur Spende zu gehen.

Außerdem sieht er die regelmäßige Blutentnahme als eine gute Gesundheitskontrolle. „Das Blut wird nach jeder Spende untersucht. Und auch der Blutdruck, Puls, Eisengehalt und die Körpertemperatur werden überprüft“, erklärt Feit. Der ehemalige Soldat hat sein Blut erstmals im Mai 1968 bei der Bundeswehr zur Verfügung gestellt. Vier Jahre später besuchte er den ersten Spendentermin in Primstal. Insgesamt 65 Liter des roten Saftes hat er bereits abgegeben. Und in den nächsten Jahren soll noch einiges hinzukommen. „So lange es mir gesundheitlich gut geht, mache ich weiter“, kündigt der 71-Jährige an. Somit bleibt er im Rennen für einen ganz besonderen Titel. Denn Berthold Wagner verrät: „Wir erwarten bei einem der nächsten Termine unseren 20 000 Spender und sind schon sehr gespannt, wer das wohl werden wird.“

Das sind die Blutspendentermine 2018 in Primstal: 6. April, 8. Juni, 24. August,
2. November.

Berthold Wagner (links) vom DRK ehrt den 71-jährigen Alois Feit für sage und schreibe 125 Blutspenden.
Berthold Wagner (links) vom DRK ehrt den 71-jährigen Alois Feit für sage und schreibe 125 Blutspenden. FOTO: Sarah Konrad / Sarah Konrad