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Neues vom Kelten-Krieger

Unscheinbar: So fanden die Ausgräber im Spätsommer die Grabbeigaben des Keltenkriegers im Grab vor: Schildbuckel (7), Schwert (8) und Lanzenspitze (9). Foto: B&K
Unscheinbar: So fanden die Ausgräber im Spätsommer die Grabbeigaben des Keltenkriegers im Grab vor: Schildbuckel (7), Schwert (8) und Lanzenspitze (9). Foto: B&K FOTO: B&K
Nonnweiler. Mit Lehm bedeckt, verrostet: So fanden die Ausgräber die Waffen eines keltischen Kriegers im vergangenen Sommer. Einer der spektakulären Funde. Über diesen und viele weitere berichtet der Archäologe Thomas Fritsch bei einem Vortrag in Schwarzenbach. Volker Fuchs

Schwer bewaffnet muss der Kelte vor mehr als 2000 Jahren in den Krieg gezogen sein. Sein Schwert steckte in einer goldglänzenden Scheide aus Bronze. Er hatte eine Kampfaxt dabei, ein Schild und eine Lanze mit einer gewellten Spitze. All diese Waffen nahm der keltische Krieger mit ins Grab, als er zwischen 50 und 20 vor Christus beerdigt wurde. Die Reste der Waffen fanden Archäologen im vergangenen Sommer bei Ausgrabungen auf Bierfelder Gemarkung nahe Sitzerath (wie berichtet).

Zurzeit werden die Waffen in der Restaurierungswerkstatt des Landesdenkmalamtes im ehemaligen Bergwerk Reden bearbeitet. Thomas Fritsch, Terrex-Projektleiter der Ausgrabungen an und um den Hunnenring, sagt: "Dieser Mann hat bei den Kelten eine wichtige Rolle gespielt." Das ergebe sich auch aus weiteren Funden in dem Grab, wie eine eiserne Schöpfkelle, Mahlsteine und zahlreiche Gefäße.

Im September vergangenen Jahres haben neun Mitarbeiter der Universität Münster und der Grabungsgesellschaft Terrex das spätkeltische Gräberfeld nahe Sitzerath untersucht. 31 Fundstellen habe man insgesamt auf einer Fläche von 18 mal 25 Metern aufgedeckt, so Fritsch, darunter 23 Gräber . Eine ganze Reihe der Gräber seien reichhaltig ausgestattet gewesen. Fritsch: "Wir haben bis zu 50 Gefäße in einem Grab gefunden." 2015 planen die Wissenschaftler keine weitere Ausgrabung bei Sitzerath. "Dieses Jahr stehen die Aufarbeitung, Dokumentation und Veröffentlichung der Funde und Ergebnisse im Mittelpunkt", so Fritsch.

Neues gibt es auch von der kleinen eisernen Dose, die in einem Frauengrab des keltischen Friedhofes gefunden wurde (wie berichtet). Solche Dosen sind sehr selten. Für was sie genutzt wurde, war bisher offen. Bei der Restauration in Reden wurde jedoch ein kleines Glied einer feinen Kette aus Bronze im Inneren der Dose gefunden. Fritsch: "Wahrscheinlich wurde in ihr Schmuck aufbewahrt."

Über die Grabungsergebnisse berichtet Thomas Fritsch bei einem Vortrag am kommenden Mittwoch, 18. März, 19 Uhr, im Kolpinghaus in Schwarzenbach. Zudem stellt Christian Schorr aus Tholey vom Fraunhofer Institut die Ergebnisse der Röntgenuntersuchung von Waffen und Metallfunden vor. Veranstalter ist die Tourist-Info der Gemeinde Nonnweiler in Kooperation mit dem Verein für Heimatkunde Nonnweiler . Der Eintritt zum Vortragsabend ist frei.