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Pizza Wagner
Nonnweiler bleibt ein Zugpferd für Nestlé

Die fertigen Snacks werden tiefgekühlt verpackt und kommen dann ins Tiefkühllager. Das Foto zeigt die Verpackungslinie.
Die fertigen Snacks werden tiefgekühlt verpackt und kommen dann ins Tiefkühllager. Das Foto zeigt die Verpackungslinie. FOTO: Dirk Guldner / www.guldner.de
Otzenhausen. 15 Millionen Euro investiert Nestlé Wagner in seinem Werk in Otzenhausen in eine neue Produktionslinie für Tiefkühl-Snacks. Die Arbeiten haben begonnen. In einem Jahr soll die Linie fertig sein. Von Volker Fuchs

Thomas Göbel, Vorsitzender der Geschäftsführung von Nestlé Wagner, freut sich: „Diese Investition sichert auch das Werk in Otzenhausen.“ Sie bestätige, „dass unser Standort im saarländischen Nonnweiler auch langfristig ein wichtiges Zugpferd für Nestlé in der Kategorie Pizza und Snacks ist.“


Im bestehenden Werk in Otzenhausen baut Nestlé Wagner für 15 Millionen Euro eine neue Produktionslinie speziell für Tiefkühlsnacks wie zum Beispiel dem rustikalen Ofenbrot Rustipani auf. Seit drei Jahren ist das Unternehmen auch im Segment Tiefkühlsnacks vertreten. Zunächst mit Rustipani und aktuell auch mit der Steinofen-Bäcker-Kruste. Der Erfolg mache die Investition in eine neue Linie dringend erforderlich, erklärt Göbel im SZ-Gespräch.

Bestehendes Werk wird umgebaut



Allerdings wird nicht in ein neues Gebäude investiert, sondern im bestehenden Werk umgebaut. Weichen muss eine ältere Pizza-Linie. Die etwa 30 mal 20 Meter große Halle in dem bestehenden Werk ist schon leergeräumt, erklärt Edgar Jäckle. Seit Juli ist der 57-Jährige Werkleiter in Nonnweiler. Zuvor arbeitete er für Nestlé in Mainz.

Im nächsten Schritt werden die neuen Maschinen bestellt, beginnt der Umbau. So wird eine Zwischendecke eingezogen, werden Versorgungsleitungen modernisiert. Zum Teil können vorhandene Aggregate weiter genutzt werden. „Wir können auf der bestehenden Infrastruktur aufbauen“, sagt Jäckle auch mit dem Blick darauf, dass keine neue Halle gebaut werden muss. Das verringere die Kosten.

In der Produktionslinie wird später wie bei der Pizza auch zunächst der Teig produziert und gebacken. Über ein Förderband laufen die Snacks dann an verschiedenen Stationen vorbei, die Zutaten kommen hinzu. Anschließend geht es in einen Gefriertunnel, in dem die Snacks auf minus 18 Grad abgekühlt werden und weiter zur Verpackungsstation und schließlich ins Tiefkühllager. Von dort aus werden sie europaweit vertrieben.

„Die modifizierte Herstell-Linie wird einen wichtigen Beitrag zur Auslastung und Weiterentwicklung unseres Produktionsstandortes leisten“, ist sich Werkleiter Edgar Jäckle sicher. Die effizientere Produktion mache Nestlé Wagner wettbewerbsfähiger und schaffe so neue Möglichkeiten für weitere Produktinnovationen.

Umsatzplus bei den Tiefkühl-Snacks

Vor drei Jahren ist Nestlé Wagner in das Segment Tiefkühlsnacks eingestiegen. Dies ist laut Göbel gelungen. Rustipani habe seit der Einführung 2015 ein Umsatzplus von mehr als 20 Prozent erreicht, sagte er bereits im Frühjahr bei der Vorstellung der Bilanz 2017. Im vergangenen Jahr betrug der Marktanteil des Unternehmens an Tiefkühlsnacks schon 17 Prozent. Bei Pizza war er mit 30 Prozent stabil.

„Wir haben die Ambition, neue Produkte auf den Markt zu bringen“, unterstreicht der Vorsitzende der Geschäftsführung. So ist gerade eine neue Pizza-Kreation auf den Markt gekommen, eine Hommage an den Firmengründer Ernst Wagner. Die Premium-Pizza trägt den Namen Ernst Wagners Original. Wagner brachte die Idee, eine tiefgekühlte Pizza herzustellen, 1973 von einer Italienreise mit. Er kreierte damals die erste Tiefkühl-Steinofenpizza in Deutschland.

Das Besondere an dem neuen Produkt liegt nach Unternehmensangaben am Herstellungsverfahren und den Zutaten. Der Teig müsse mindestens 22 Stunden ruhen, bevor er weiterverarbeitet wird. Dann werde er kurz auf einem heißen Stein gebacken und mit vorwiegend italienischen Zutaten belegt, wie Büffelmozzarella und Asiago-Käse. Zum Start gibt’s vier Sorten.

Entwickelt wurde die neue Pizza in Otzenhausen. Dort arbeitet die internationale Entwicklungsgruppe der drei Pizza-Werke von Nestlé. Gebacken wird die neue Pizza aber im Werk in Italien. Sie kommt zeitgleich auch in anderen Ländern auf den Markt. Wohl auch ein Beispiel für die verstärkte Zusammenarbeit der drei Werke. „Wir sind dabei, die Pizza stärker europäisch zu denken“, erläutert Thomas Göbel. Das gelte für die Vermarktungs-, aber auch die Herstellungsseite. Göbel: „Wir lernen voneinander und wir profitieren voneinander.“

Neben dem Standort Nonnweiler unterhält Nestlé auch Pizza-Werke in Benevento in Italien und in Caudry in Frankreich.