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Naturfreibad
Naturfreibad bereitet SZ-Leserinnen Sorge

Wegen eines personellen Engpasses blieb der Badespaß am vergangenen Mittwoch aus. Die Zukunft des Naturfreibades ist aber laut Bürgermeister Franz Josef Barth gesichert.
Wegen eines personellen Engpasses blieb der Badespaß am vergangenen Mittwoch aus. Die Zukunft des Naturfreibades ist aber laut Bürgermeister Franz Josef Barth gesichert. FOTO: Melanie Schug
Primstal. Nonnweilers Bürgermeister sieht dafür keinerlei Anlass. Das Bad steuert auf einen neuen Besucher-Rekord zu. Von Sarah Konrad

Sonne pur, Temperaturen von mehr als 30 Grad, perfektes Freibadwetter. Das wollen Sandra Didas und Petra Scheid am Mittwoch nutzen. Sie packen ihre Sachen und machen sich auf den Weg ins Naturfreibad Primstal. Doch zum Sprung ins kühle Nass kommt es nicht. Die beiden stehen völlig unerwartet vor verschlossenen Türen.


„Da hing nur ein Schild, auf dem stand, dass das Bad aus organisatorischen Gründen geschlossen bleiben muss“, erzählt Didas. Die Freundinnen wundern sich. Warum hat ein Freibad bei der Hitze zu? Sie sind nicht die einzigen Gäste, die sich diese Frage stellen. Während Didas den Aushang liest, kommt sie mit einem Pärchen aus Saarbrücken ins Gespräch. „Die beiden sind extra nach Primstal gefahren, um hier zu schwimmen. Sie fuhren dann weiter zum Bostalsee“, sagt Didas.  Die 39-Jährige berichtet, dass das Freibad vor wenigen Wochen schon einmal kurzfristig den Badebetrieb aussetzte. Das ärgert sie. Und auch Petra Scheid hat wenig Verständnis dafür. Es könne immer mal irgendetwas dazwischenkommen. „Aber dass die Besucher in einer Saison gleich mehrmals unerwartet vor verschlossenen Türen stehen, sollte in einer Tourismus-Region nicht passieren“, findet sie. Man hätte die Bürger wenigstens darüber informieren können.

Auch mit den Öffnungszeiten wollen sich die beiden Frauen nicht  anfreunden. Sie fragen sich, warum das Freibad seit Schulbeginn erst um 14 Uhr öffnet. „Es sind ja nicht nur Kinder und Jugendliche zu Gast hier, sondern auch viele Rentner und Pensionäre. Sie haben morgens Zeit“, sagt Didas. Und Scheid ergänzt: „Klar könnten sie auch ins Nonnweiler Hallenbad gehen. Aber gerade während solch einem Jahrhundert-Sommer hätte man doch auch bei den Freibad-Öffnungszeiten etwas flexibler sein können.“ Die Freundinnen fürchten um den Ruf des Primstaler Naturbades. Außerdem haben sie Angst, dass es irgendwann ganz schließen muss – wenn es so weitergehe.



Nonnweilers Bürgermeister Franz Josef Barth (parteilos) gibt jedoch Entwarnung. „Das ist alles ganz undramatisch“, sagt er auf SZ-Nachfrage. Das Freibad sei während der Sommerferien – wenn es das Wetter erlaubt habe – immer für Badegäste zugänglich gewesen. Lediglich an zwei Tagen sei das Bad aus technischen Gründen geschlossen geblieben. „Da war eine Pumpe ausgefallen, was bei einem Naturbad und dieser Hitze nichts Ungewöhnliches ist“, erklärt der Rathauschef weiter.

Auch für die gewählten Öffnungszeiten hat er eine Erklärung. Während der Sommerferien konnten die Besucher das Naturfreibad täglich von 10 bis 20 Uhr nutzen. Dafür sei das Hallenbad in Nonnweiler vormittags zu geblieben. Mit dem Ende der Sommerferien habe sich das geändert. Statt um 10 Uhr öffnet das Naturfreibad während der Woche jetzt erst um 14 Uhr. Das Hallenbad dafür an drei Tagen bereits um
7 Uhr. Grund dafür ist laut Barth, dass das Hallenbad in Nonnweiler nun wieder seinen regulären Betrieb aufgenommen hat. „Mit Schulbeginn sind dort wieder die Kurse und der Schwimmunterricht gestartet“, erläutert Barth. Weil man im Hallenbad daher mehr Personal brauche, habe man sich dazu entschlossen, das Naturfreibad erst nachmittags zu öffnen.

Und warum standen Sandra Didas und Petra Scheid am Mittwoch vor verschlossenen Türen? Das sei eine Ausnahme gewesen. „Ein Angestellter ist ausgefallen. Er hat morgens einen Krankenschein abgegeben“, erklärt der Bürgermeister. Da man so kurzfristig keinen adäquaten Ersatz gefunden habe, blieb das Naturfreibad zu.

Angst um dessen Zukunft müsse deshalb aber keiner haben. Wie die anderen Freibäder im Landkreis steuert auch das in Primstal auf einen Rekord-Sommer zu (wir berichteten). Bis zum Ende der Sommerferien kamen schon 11 000 Besucher, davon alleine 7000 im Juli. „Wenn das Wetter hält, werden wir wohl den Rekord von 2015 mit 14 000 Besuchern knacken“, meldet eine Sprecherin der Nonnweiler Gemeindeverwaltung.