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Man spielte überall, wo gerade eine Wiese gemäht worden warAuf einer grünen Wiese ging es los

Schwarzenbach. Als die Idee zur Gründung eines Sportvereins 1919 in Schwarzenbach feste Formen angenommen hatte, waren etliche Hürden aus dem Weg zu räumen. Die 16 jungen Gründermänner des TuS Fortuna aber wurden mit allen Problemen fertig. Von geringen Beiträgen und Spenden, so steht in der Chronik, wurden "blaue Trikots und ein Fußball" gekauft

Schwarzenbach. Als die Idee zur Gründung eines Sportvereins 1919 in Schwarzenbach feste Formen angenommen hatte, waren etliche Hürden aus dem Weg zu räumen. Die 16 jungen Gründermänner des TuS Fortuna aber wurden mit allen Problemen fertig. Von geringen Beiträgen und Spenden, so steht in der Chronik, wurden "blaue Trikots und ein Fußball" gekauft. Die höchste Hürde: Es gab keinen Sportplatz! Zitat: "Man spielte überall dort, wo gerade eine Wiese gemäht war." Dabei sei es vorgekommen, dass der Wieseneigentümer die Spieler und die Zuschauer von seinem Areal verjagt, und damit die Partie vor Ablauf der üblichen 90 Minuten beendet habe. Abgelehnt wurde 1920 auch der TuS-Antrag an die Gemeinde zum Überlassen eines Sportplatzes. In der Chronik wird der Vereinswirt Leonhard als Nothelfer genannt: Er stellte hinter seinem Haus eine Spielfläche zur Verfügung. 1921 kam gute Nachricht von der Gemeinde; sie überließ dem Club im Distrikt Schellkaul ein Gelände. Die TuS-Leute richteten "mit großer Mühe einen kleinen, bescheidenen Sportplatz her". Die wirtschaftliche Not drängte 1927 den Schwarzenbacher Fußballsport ins Abseits. Der Konter: Es wurde eine DJK gegründet, deren sportlicher Schwerpunkt das Handballspiel war. 1930 folgte auch ein Turnverein, der ab 1932 ebenfalls mit dem Handball auf Torejagd ging. So spielten zwei Handballteams aus dem Ort in der B-Klasse. 1933 ging diese regierungsamtliche Order über "die Gleichschaltung der Vereine" ein: Es spielt in Schwarzenbach nur noch eine Mannschaft. Die gab diese Erfolgsantwort: Sie wurde 1934 Meister und stieg in die erste Kreisklasse auf. Der Zweite Weltkrieg stoppte die sportliche Tätigkeit. 1946 wurde der Fortuna neues Leben eingehaucht und der Fußball wieder an den Anstoßkreis gebracht. 1968 hatte einen besonderen TuS-Stellenwert: Der neue Sportplatz in der Schellkaul wurde eingeweiht und die Frauenhandball-Abteilung gegründet. Ein Jahr später: Inbetriebnahme der in Eigenregie gebauten Flutlichtanlage, Gründung der Frauengymnastik-Abteilung, die weibliche A-Jugend wurde Handball-Staffelmeister. Den Kreismeister-Titel sicherten sich 1970 die Schülerinnen. Höhepunkt 1973: Die weibliche A-Jugend wurde Saarlandmeister. 1973/74 erfolgte der Bau des Vereinsheims. Die Frauenmannschaft spielte eine Saison in der höchsten Landesklasse.Gemeinschaften gegründetIm Fußballsport waren bald Spielgemeinschaften nicht mehr zu vermeiden; da wurden aus den vorherigen Gegnern Schwarzenbach und Braunshausen Partner. Der damalige Vorsitzende Dieter Keller, jetzt Ehrenvorsitzender, sagte die Entwicklung voraus: "Sportvereine, auf die Ortsgrenzen beschränkt, werden in Dörfern unserer Größe in Zukunft kaum noch Überlebenschancen haben." Die neue Peterberghalle in Braunshausen hat für den Schwarzenbacher Verein frischen Aufschwung im weiblichen Handball gebracht. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Mädchen. Das Frauenteam, über Jahre angeführt von der heimischen Saarauswahl-Spielerin Doris Wagner, spielte eine Saison sogar in der Verbandsliga Saar. Die Mitgliederzahl beim TuS Fortuna ist konstant und steht bei annähernd 250. Für den kleinen Ort Schwarzenbach eine gute Zahl. Die weibliche C-Jugend hat sich jüngst mit einem 29:8-Kantersieg beim Renommierklub TV Niederwürzbach schon vier Spieltage vor Saisonende souverän den Meistertitel gesichert. Sie wird beim Jubiläum ebenso geehrt werden wie langjährige und verdiente Mitglieder. wb




AUF EINEN BLICKFortuna Schwarzenbach hat im Jubiläumsjahr fünf weibliche Handballmannschaften. Das sind die Damen, trainiert von Richard Stoffel; die meisterliche C-Jugend, trainiert von Anja Wittig; die D-Jugend, trainiert von Katja Keller und Katrin Welker; die E-Jugend, trainiert von Tanja Werner, Nicole Leismann und Kerstin Dewes. Die Minis werden von Claudia Krause trainiert; Das Pfingstsportfest wurde erstmals 1974 veranstaltet und wird von Freitag bis Sonntag, 29. bis 31. Mai, ausgetragen. Am Schlusstag wird auf dem Sportplatz ab 14 Uhr auch die Ausstellung "90 Jahre TuS Fortuna Schwarzenbach" gezeigt, die beim Kommers auch im Kolpinghaus zu sehen sein wird. "Unser Dorf treibt Sport" heißt das Motto des "Schwarzenbacher Mehrkampfes", bei dem vor allem Geschicklichkeit gefragt ist. Zudem werden Fußball- und Handballspiele ausgetragen.Verdiente Mitglieder: Dieter Keller war 30 Jahre erster Vorsitzender; er gehört jetzt 42 Jahre dem Vorstand an. Leo Kaas ist seit 32 Jahren erster Kassierer. Josef Colling war 29 Jahre erster Schriftführer, Doris Wagner 28 Jahre Handball-Abteilungsleiterin. Heinz Fücker ist seit 25 Jahren zweiter Schriftführer, Manfred Bock seit 23 Jahren zweiter Vorsitzender. wb