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Auszeichnung
Erste Kita im Kreis erhält Fairtrade-Siegel

In der Kita Arche Noah werden fair gehandelte Produkte genutzt.
In der Kita Arche Noah werden fair gehandelte Produkte genutzt. FOTO: Bonenberger/ / B&K
Primstal. Die katholische Kindertageseinrichtung Arche Noah in Primstal achtet schon seit Jahren darauf, fair gehandelte Produkte zu nutzen. Von Sarah Konrad

 Die katholische Kindertageseinrichtung Arche Noah in Primstal darf sich jetzt offiziell „Faire Kita“ nennen. Die Urkunde haben Leiterin Ruth Puhl und ihr Team aus den Händen von Pfarrer Hans Ludwig Leininger erhalten. Damit ist der Kindergarten auf dem Matzenberg die erste Kita im Landkreis St. Wendel, die sich mit dem Siegel für das faire Miteinander von Produzenten und Verbrauchern schmücken darf. „Fairtrade ist kein Projekt, sondern eine Haltung“, sagt Puhl. Sie ist besonders stolz auf ihre Mitarbeiter, die immer alle an einem Strang gezogen hätten, um den Fairtrade-Gedanken im Alltag umzusetzen.


Die Kita beschäftige sich bereits seit drei Jahren mit dem gerechten Handel. Damals stellte sich das Team die Fragen: Wo kaufen wir ein? Welche Lebensmittel kommen bei uns auf den Tisch? Und wo kommen die Produkte überhaupt her? „Außerdem haben wir angefangen, mit den Kindern über das Thema zu sprechen“, erzählt Puhl. Als die Leiterin davon hörte, dass es ein Fairtrade-Siegel für Kitas gibt, beschloss sie sofort, sich mit ihrer Einrichtung zu bewerben. „Wir haben den Förderverein und den Elternausschuss mit ins Boot genommen und unsere Unterlagen bei der Fairtrade Initiative eingereicht“, erzählt Puhl.

Mit der Auszeichnung hat sich die Kita Arche Noah dazu verpflichtet, dauerhaft faire Produkte im Alltag zu nutzen. Und so haben inzwischen alle Jungen und Mädchen einen selbst bemalten Turnbeutel aus fair gehandelter Baumwolle. Bananen, Honig, Tee und Reiswaffeln kommen ganz selbstverständlich zum Einsatz. „Die Kinder kennen mittlerweile auch das Fairtrade-Zeichen auf Lebensmitteln und achten beim Einkaufen darauf“, berichtet Puhl. Ein weiterer, wichtiger Aspekt des Projektes sei das Thema Menschenrechte. Die Erzieher erzählen den Kindern regelmäßig vom Leben der Menschen in der Dritten Welt. Die Jungen und Mädchen würden auch in ihrem jungen Alter schon verstehen, was gerecht und was ungerecht ist. „Sie wissen, dass ihre Eltern arbeiten müssen, damit sie sich gewisse Dinge leisten können. Wir erklären ihnen, dass es Menschen gibt, die trotz harter Arbeit nicht einmal genug Geld haben, um sich Essen zu kaufen“, sagt Puhl.

Die Kita-Chefin legt zudem großen Wert darauf, den Fairtrade-Gedanken zu verbreiten. Etwa beim Tag der offenen Tür, bei Elternabenden oder anderen Aktionen. „Uns ist das Thema einfach wichtig“, erläutert Puhl. Sie will andere dazu ermutigen, ebenfalls fair gehandelte Produkte zu verwenden. „Das Essen wird dadurch nicht teurer. Wir haben die Preise für unsere Mahlzeiten um keinen Cent erhöht“, betont Puhl. Der Trick sei, einfach cleverer einzukaufen.