| 20:26 Uhr

Fußball
Ein Pflichtsieg gegen neun Gegenspieler

Einen Schritt voraus: Tobias Scherer (links) sorgte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit für den Sieg. Rechts Steven Vogl von der FSG Bous.
Einen Schritt voraus: Tobias Scherer (links) sorgte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit für den Sieg. Rechts Steven Vogl von der FSG Bous. FOTO: Barth Rudolf / Rudolf Barth
Primstal. Fußball-Saarlandligist VfL Primstal sichert sich erst in der Nachspielzeit den Sieg gegen Schlusslicht Bous. Die für heute vorgesehene Partie bei Spitzenreiter Auersmacher wurde abgesagt. Von Frank Faber

Die Kicker des VfL Primstal haben eine regelrechte Geduldsprobe bestanden. Erst in der Nachspielzeit besiegte der Fußball-Saarlandligist das durch zwei Platzverweise dezimierte Schlusslicht FSG Bous mit 2:1 (1:0).


„Am Ende war es glücklich, aber wir haben verdient gewonnen“, freute sich Kapitän Marc Pesch. Sein cleveres Zweikampfverhalten im Strafraum führte in der Nachspielzeit dazu, dass der Ball zu Tobias Scherer kam, der aus acht Metern zum umjubelten Siegtreffer einschoss.

Vor der Partie musste sich Innenverteidiger Karsten Rauber kurzfristig wegen einer Erkältung abmelden und die Nachwuchskräfte Lukas Finkler und Christopher Simon feierten ihr Startelfdebüt. Mit dem Anstoß ballerte der Bouser Spielertrainer Sammer Mozain den Ball Richtung Tor, doch VfL-Schlussmann Simon Holz konnte die Kugel gerade noch über den Querbalken lenken. Ohne spielerisch zu überzeugen, dominierte der VfL anschließend das Geschehen. Vielversprechende Torchancen sprangen dabei nicht raus. Steffen Haupenthal zielte nach 24 Minuten genau auf FSG-Torwart David Bläs.



Dann kam Farbe ins Spiel: Für sein dämliches Verhalten flog der Bouser Nordine Acharid nach einer halben Stunde vom Platz. Bei einem Gerangel hatte er dem Primstaler Simon den Ball ins Gesicht gestoßen, dafür wurde er mit der Roten Karte bestraft.

Vier Minuten vor dem Seitenwechsel brachte Pascal Linke mit einem platzierten Linksschuss den VfL mit 1:0 in Führung. „In Überzahl hätten wir das 2:0 machen müssen“, bemängelte Abwehrchef Pesch. Aber Scherer knallte aus der Distanz drüber – und auf der Gegenseite schlug ein 30-Meter-Schuss von Claudio Meli zum 1:1 im Winkel ein (57. Minute). Überaus dilettantisch hatten drei Primstaler zuvor versucht, den Ball unter Kontrolle zu bringen. „Wir haben die Situation einfach nicht richtig geklärt“, bemängelte Pesch.

Mit der Auswechslung von Tim Roob gegen David Bokumabi verließ dann ausgerechnet der Kicker, der bis dahin die meiste Torgefahr ausgestrahlt hattte, den Kunstrasen. Primstals Überzahlspiel wurde nun immer harmloser, sämtliche Flanken landeten beim Gegner. Haupenthals Freistoß verfehlte nach 75 Minuten knapp sein Ziel. Zudem hatte der VfL Riesendusel, dass Hussein Ali einen Eckball an das Aluminium köpfte (79. Minute).

Doch der undiszipliniert agierende Tabellenletzte gab den möglichen Punktgewinn selbst aus der Hand. Steven Vogl, der förmlich für eine vorzeitige warme Dusche bettelte, kassierte für ein sinnloses Foulspiel an der Mittellinie die Ampelkarte (82. Minute). Die letzten Minuten spielte der VfL wie beim Handball um den Strafraum, ohne sich eine Tormöglichkeit zu erarbeiten. Bis sich Pesch vorne einmischte – und Scherer zum Siegtreffer traf.

Die für heute Abend geplante Partie beim Ligaprimus SV Auersmacher ist aus Witterungsgründen abgesagt worden. Als nächstes empfängt der VfL nun am kommenden Samstag, 17 Uhr, den Tabellen-13. FSG Ottweiler/Steinbach.