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90. Geburtstag
Das Wiedersehen der vier Zebisch Määd

Das vierblättrige Kleeblatt: die Schwestern Erika, Adelheid, Marga und das Geburtstagskind Alwine. Gefeiert wurde Alwine Feids 90. Wiegenfest in der Nonnweiler Parkschenke.
Das vierblättrige Kleeblatt: die Schwestern Erika, Adelheid, Marga und das Geburtstagskind Alwine. Gefeiert wurde Alwine Feids 90. Wiegenfest in der Nonnweiler Parkschenke. FOTO: Frank Faber
Nonnweiler. Die „Zebisch Määd“ sind die vier Schwestern Erika, Adelheid, Marga und die jüngste Alwine Feid. Letztere feierte jetzt ihren 90. Geburtstag.

Welch ein großartiges Ü 90-Gipfeltreffen: Alwine „Winschen“ Feid, das Nesthäckchen der vier „Zebisch Määd“ aus Bierfeld, hat am Samstag ihren 90. Geburtstag gefeiert. Am Ehrentag waren auch ihre drei älteren Schwester Erika (94), Adelheid (93) und Marga (91) beim Familienfest in der Nonnweiler Parkschenke dabei. Nur ist’s halt so, dass die eine Schwester, Erika, in Straßburg lebt, die andere, Adelheid, in Trier wohnt und Marga in Köllerbach. „Wir sehen uns nur noch bei solchen Anlässen, haben aber immer telefonischen Kontakt und wissen, was in der Familie passiert“, freut sich das strahlende Geburtstagskind Alwine „Winschen“ Feid. Noch heute halten die vier Mädels wie Kletten zusammen. „Bierfeld ist unsere Heimat“, meint Adelheid Pantenburg, die selbst ernannte „Durchtriebene“ des Quartetts. Kein Baum sei ihr in der Jugendzeit zu hoch gewesen, um ihn hinaufzuklettern, keiner Mutprobe sei sie aus dem Weg gegangen.



Im Bauerndorf Bierfeld sind die Vier in der elterlichen Bahnhofswirtschaft Schneider mit landwirtschaftlichem Betrieb aufgewachsen. „Das war der Dorfmittelpunkt, zu uns sind alle Kinder aus der Nachbarschaft gekommen“, erinnert sich Marga Haubert. Die frührere Lehrerin sah sich seinerzeit selbst als den „Dorfbesen“, ihre Schulaufgaben habe sie deshalb schon auf dem Nachhauseweg gemacht. „Ich habe auf die jüngeren Schwestern immer gut aufgepasst“, erklärt Erika Dulieu, die Älteste des vierblättrigen Kleeblatts.

Was die Mädels an Lebensfreude und Humor auf die Großfamilie übertragen, ist sagenhaft, eine Anekdote aus der Jugendzeit jagt die nächste. „Im Saal der Wirtschaft haben wir die Stühle so gestellt, dass wir vier gemeinsam ein Märchen nachspielen konnten“, berichtet Jubilarin „Winschen“ Feid. Plakativ ergänzt sie noch, wie einst die Sänger aus Kostenbach vor dem Haus einen Nussbaum gepflanzt hätten, der noch heute steht. „Wir haben auch auf dem Hof helfen müssen, die Kühe gehütet und auf den Hermeskeiler Wiesen das Heu machen müssen“, sagt Marga Haubert.

Auch während des Zweiten Weltkrieges seien sie eingespannt worden. „Die Soldaten kamen in die Schule und übernachteten in den Klassensälen. Wir Kinder mussten Gräben ausheben“, schildert sie. Später ist bei Bierfeld die Grenze verlaufen. „Die Zöllner kamen in die Wirtschaft, sie waren sehr nett“, weiß Adelheid Pantenburg noch. Nachdem sie einmal mit dem Fahrrad gestürzt war, habe ein Zöllner ihr das kaputte Rad nach Hause getragen. „Wir hatten großartige Eltern und eine wunderschöne Kindheit und Jugendzeit erlebt“, schwärmt Erika Dulieu. Bei vier jungen Damen ist es kaum verwunderlich, dass sich später ihretwegen auch das männliche Geschlecht in der Wirtschaft hat blicken lassen. So hat Erika Dulieu einen französischen Zollbeamten kennengelernt und 1949 geheiratet. Weil in Nonnweiler das Bier ausgegangen war, muss Arnold Haubert seinen Durst in der Bierfelder Wirtschaft löschen und kommt so seiner späteren Ehefrau Marga näher. Adelheid Pantenburgs Mann war in Trier beschäftigt, wo sie heute noch lebt. Nesthäkchen „Winschen“ ist mit dem Bierfelder Helmut Feid vor den Traualtar getreten — und das Ehepaar Feid verlässt das Heimatdorf. Aber nur für ein paar Jahre. „Wir haben zwischendurch in Kutzhof gewohnt“, so „Winschen“ Feid. Als sich ihrem Mann die Möglichkeit einer beruflichen Versetzung nach Wadern geboten hat, sind sie nach Bierfeld zurückgekehrt. „Wir haben 1965 gebaut“, erzählt sie. Tochter Petra Ballus hat damals mittendrin im Rohbau im Wägelchen gelegen. Zwei Kinder und ein Enkelkind gingen aus der Ehe hervor. Zum Schluss wartet noch ein Höhepunkt auf sie. Ein Kleinbus chauffiert die „Zebisch Määd“ zur Besichtigung ihres ehemaligen und renovierten Elternhauses nach Bierfeld.