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Ferienfreizeit
Das Entern der Flotte will gelernt sein

Über die Getränkekiste ging es zum rettenden Ufer auf die gegenüberliegende Seite.
Über die Getränkekiste ging es zum rettenden Ufer auf die gegenüberliegende Seite. FOTO: Frank Faber
Braunshausen. Nachwuchs-Piraten hatten bei der Familienfreizeit der Saarländischen Turnerjugend jede Menge Spaß Von Frank Faber

Ganz so einfach war es nicht in die Piraten-Crew aufgenommen zu werden. 15 verwegene Seeräuber (Betreuer) sind für eine Woche zur Familienfreizeit der Saarländischen Turnerjugend (STJ) in Braunshausen am Peterberg gestrandet und wollten neue Mitglieder für ihre Beutezüge gewinnen. Zehn Familien – 33 Teilnehmer – hatten sich dazu in den Blockhütten einquartiert. „In diesem Jahr haben wir ein paar Teilnehmer weniger, weil in den ersten drei Wochen der Sommerferien viele Kindergärten noch geöffnet sind“, erläuterte die Leiterin der Familienfreizeit Esther SEsther Simon.o


Seit 1994 organisiert die STJ jedes Jahr eine Familienfreizeit in der zweiten Sommerferienwoche für Eltern und Kinder unterschiedlichen Alters. Und mit dabei sind immer viele Stammgäste, eine Familie war aus Bingen am Rhein an den Peterberg geko ist sehr entspnnt. Je größer das Kind ist, desto entspannter ist die ganze Woche“, meint eine Teilnehmerin. Wichtig sei, dass unter den Kindern Freundschaften geschlossen würden. „Und wir sind eine Woche lang in der Natur“, ergänzt sie.

Aber fern ab von jeglichem Alltagsstress mussten dann die Eltern mit ihren Kindern viele Abenteuer bestehen. Wer bei den Piraten dazugehören wollte, der hatte eine Aufnahmeprüfung meistern müssen. Wie beispielsweise im Casino Schiffe versenken. Auch das turnerische Können war gefragt, denn das Entern einer königlichen Flotte will gelernt sein. Alle Teilnehmer beteiligten sich an der sogenannten Purzelbaum-Challenge des Deutschen Turnerbundes (DTB). „Dabei wird versucht bis zum Kinderturntag im November genügend Purzelbäume zu sammeln, um einmal die Erde zu umrunden“, berichtete Lagerchefin Simon. 220 Purzelbäume, so ergänzte sie, seien in Braunshausen ausgeführt und für den bundesweiten Wettbewerb notiert worden. „Wir können alles gemeinsam machen, dass ist das Tolle hier. Wenn die Kinder Spaß haben und glücklich sind, dann ist es bei den Eltern genauso“, freute sich ein zweifacher Familienvater, als er die Fahrt des Sohnemanns beim Bobby-Car-Rennen beobachtete.



An einem Nachmittag wurde es dann für alle richtig spannend. Bei der Ulkiade wurden sie gefordert, sechs Stationen mussten erfolgreich bewältigt werden. „Wir wollen feststellen, wo wir euch am besten als Piraten einsetzen können“, teilte Teamer (Betreuer) Leon den versammelten Neu-Freibeuter mit. In einem großen Kreis wurde festgestellt, ob sie auch einen stürmischen Seegang überstehen können. „Was gehört außer der Augenklappe, dem Schwert noch zu einem richtigen Piraten?“, fragte die Lagerleiterin. „Ein Holzbein“, rief ihr jemand aus der Gruppe zu, und alle lachten. Das Lachen verging dann schnell, es wurde knifflig. Ohne den Boden zu berühren, entweder auf leeren Getränkekisten, die kleinen Piraten auf zwei Blatt Papier, musste die Insel auf der gegenüberliegenden Seite erreicht werden. Wie Speere flogen die Poolnudeln über die Wiese. „Da sehen wir, wer sich besonders für den Fischfang eignet“, so Leon. Eine Seemannsstaffel wurde noch gestartet und in Luftballons nach dem Schatz gesucht. Des Weiteren standen Lagerfeuerabende und Ausflüge auf dem Ferienprogramm. Nach einer Woche hat das Piratenschiff in Braunshausen wieder abgelegt.

Schatzsuche bei der Ulkiade: In den Lufballons waren wertvolle Diamanten versteckt.
Schatzsuche bei der Ulkiade: In den Lufballons waren wertvolle Diamanten versteckt. FOTO: Frank Faber