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Haushalt
Das bisschen Haushalt macht sich (nicht) allein

Bürgermeister Franz Josef Barth.
Bürgermeister Franz Josef Barth. FOTO: Bonenberger / Bonenberger & Klos
Nonnweiler. Die Gemeinde Nonnweiler hat das Zahlenwerk auf den Tisch gelegt: Sie möchte in diesem Jahr 5,8 Millionen Euro investieren. Von Sarah Konrad

Das bisschen Haushalt macht sich von allein. Von wegen. Fünf Monate hat es in der Gemeinde Nonnweiler gedauert, die Einnahmen und Ausgaben aufzulisten. Darin involviert waren Ortsräte sowie Mitarbeiter und Abteilungsleiter der Gemeindeverwaltung. Besonders viel Arbeit bedeutete das Zahlenwerk allerdings für den Kämmerer Günter Rausch. „Er hat in den vergangen vier Wochen jeden Tag etwa fünf Stunden daran gearbeitet“, sagte Bürgermeister Franz Josef Barth (parteilos). Auch er musste sich gründlich mit dem 400 Seiten umfassenden Plan beschäftigen. Der Rathauschef fasste ihn auf 17 Folien zusammen. Diese präsentierte er in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Bürgerhaus Braunshausen. Um Ordnung in all die Zahlen und Tabellen zu bringen, gliederte Barth seinen Vortrag in sechs Teile.


  1. Ergebnishaushalt: Der Ergebnishaushalt stellt den Ressourceneinsatz und -verbrauch der Gemeinde dar. „Er wirkt sich direkt auf das Eigenkapital aus“, erläuterte der Bürgermeister.
  2. Das vorläufige Ergebnis 2017 liegt hier unterm Strich mit 2,4 Millionen Euro im Plus. Eine Überraschung, denn die Gemeinde hatte mit einem Defizit von 1,4 Millionen Euro gerechnet. Grund für diese positive Entwicklung seien Schlüs-
  3. selzuweisungen und vor allem die erhöhten Gewerbesteuereinnahmen, so Barth. In diesem Jahr rechnet die Verwaltung jedoch wieder mit einem Fehlbetrag von 1,2 Millionen Euro. Der ergibt sich aus Erträgen von 16,2 Millionen Euro und Aufwendungen von 17,3 Millionen Euro. Diese Zahlen spiegeln beispielsweise Ausgaben in den Bereichen Soziales, Schule, Sport, Tourismus und Verwaltung wider. Die Kreisumlage wird die Gemeindekassen 2018 mehr belasten als zuvor. Sie steigt um 428 000 Euro.
  1. Finanzhaushalt: Der Finanzhaushalt trifft eine Aussage über die Leistungsfähigkeit einer Kommune. Er stellt die zahlungswirksamen Vorgänge dar. Der Rathauschef stufte ihn daher als „den wichtigeren Haushalt“ ein. Doch bevor Barth einen Blick auf 2018 wagte, stellte er auch hier die Zahlen des vergangenen Jahres vor. Stand 2017 im Ansatz unterm Strich ein Plus von 515 000 Euro, weist das letztendliche Ergebnis ein Plus von 3,7 Millionen auf. Das liege – wie im Ergebnishaushalt auch – vor allem an den gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen. Das erwartete Ergebnis für das laufende Jahr sieht nicht mehr ganz so gut aus. Hier rechnet die Verwaltung mit Einzahlungen in Höhe von 15,5 Millionen Euro und Auszahlungen in Höhe von 14,8 Millionen Euro. Ergibt einen positiven Haushalt von 680 000 Euro.
  1. Investitionen: Die Gemeinde will in diesem Jahr insgesamt 5,8 Millionen Euro investieren. Knapp 600 000 Euro fließen in die Sanierung der Kindertagesstätte Nonnweiler. 430 000 Euro sind für den Neubau der Kita in Kastel vorgesehen. Für den Ausbau von Bushaltestellen sind 440 000 Euro eingeplant. Außerdem sind 330 000 Euro für die Erweiterung der Kurhalle in Nonnweiler und 200 000 Euro für das Haus der Vereine in Primstal gedacht. Für 150 000 Euro soll darüber hinaus ein neues Feuerwehrauto für den Löschbezirk Otzenhausen angeschafft werden. Knapp 200 000 Euro sind für die Aufstockung der Peterberg-Talstation sowie die Machbarkeitsstudie eingestellt. 700 000 Euro fließen in die Hochbehälter in Sitzerath und Bierfeld sowie die Trierer Straße. Außerdem ist eine Million für Hochwasserschutzmaßnahmen und die Handenbergbrücke in
  2. Primstal eingeplant. 730 000 Euro sind für den Peterbergweg und den Steinbachweg in Kastel angedacht.
  1. Kredite: Die Gemeinde muss einen Kredit in Höhe von 1,2 Millionen Euro aufnehmen. Normalerweise sind nur Kredite bis 435 000 Euro möglich. „Es gibt aber nicht anrechenbare Kredite“, erläuterte der Rathauschef. Diese werden etwa gewährt, wenn die Gemeinde in Krippenplätze und Kindertagesstätten investieren möchte.


  1. Zusammenfassung: „So einen guten Haushalt habe ich noch nie verabschiedet“, verkündete Barth am Ende seines Vortrags. Die bisher eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen hätten zur Verbesserung der finanziellen Situation der Gemeinde beigetragen. „Die Defizite im Ergebnishaushalt konnten gegenüber den Vorjahren erheblich eingeschränkt werden“, sagte Barth. Im Finanzhaushalt habe die Gemeinde einen Überschuss erwirtschaftet und rechnet auch 2018 mit einem positiven Ergebnis. Bis 2024 müsse ein ausgeglichener Haushalt vorliegen. Der Rathauschef ist optimistisch: Nonnweiler halte den Sanierungsplan ein und möchte das gesetzte Ziel fünf Jahre früher erreichen.
  1. Abstimmung: Nach einer mehr als zweistündigen Sitzung beschlossen 26 Räte einstimmig den Haushalt 2018.
FOTO: Andrea Warnecke / dpa-tmn