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Bilanz
Deutliche Zeichen gegen den Rechtsruck gesetzt

An der Europäischen Akademie in Otzenhausen ging es bei einer Fachtagung um den Umgang mit rechtsorientierten Personen und Stammtischparolen.
An der Europäischen Akademie in Otzenhausen ging es bei einer Fachtagung um den Umgang mit rechtsorientierten Personen und Stammtischparolen. FOTO: B&K- Bonenberger & Klos / B&K Fotograf Bonenberger
Otzenhausen. Eine Gefahr von rechts überrollt zusehends die Demokratie mit all ihren Werten und ihrer Vielfalt. Das beobachtet der Otzenhauser Sozialpartner Idee.on mit großer Sorge. Die Jugendbüros Nonnweiler, Marpingen und Nohfelden haben deswegen beschlossen, dagegen Flagge zu bekennen und organisierten vom 8. Oktober bis 14. November in Kooperation mit dem St. Von Frank Faber

Wendeler Adolf-Bender-Zentrum (ABZ) die „Wochen der Demokratie und Vielfalt“. Dazu wurden verschiedene Veranstaltungen angeboten. „Wir sind damit bei den Jugendlichen angekommen. Jetzt werden wir reflektieren und sehen, welche Programmpunkte für das nächste Jahr beibehalten werden“, sagte Yannick Meisberger, der das Nohfelder Jugendbüro leitet.


30 Jugendliche nahmen an der viertägigen Berlin-Reise teil. „Sie waren gedanklich voll im Thema drin und haben sich geöffnet“, berichtete Meisberger. Unter anderem wurde das Konzentrationslager Sachsenhausen besucht, ein lebhafter Austausch fand mit den Bundestagsabgeordneten Nadine Schön (CDU) und Christian Petry (SPD) statt. 22 Teilnehmer interessierten sich für den Hip Hop- und Graffiti-Workshop im Jugendclub Schwarzenbach. Am Abend rockten die regionalen Bands Alarmstufe Rot, Against Remain und Mufasu Ozora. „70 Besucher sind gekommen, das war schon ordentlich“, erklärte Meisberger. Vom Rathaus Nohfelden wanderte die vom ABZ konzipierte Ausstellung „Hass ist ihre Attitüde“ weiter ins Jugendcafè nach Marpingen. Voll reingehauen habe, wie Meisberger berichtete, das Training mit dem Boxclub Schaumberg in Marpingen und Otzenhausen. „Anschließend wurde ein Mattengespräch zum Thema Vorurteile geführt“, so Meisberger.

Die Boxer setzen selbst mit ihrem Projekt „Unsere Linke gegen Rechts“ ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz. Das Fußball-Schnuppertraining für Mädels in Gonnesweiler fiel mangels Teilnehmerinnen flach, mit dem Graffiti-Workshop und syrischem Essen in Marpingen endete die Veranstaltungsreihe. „Insgesamt haben wir Aufmerksamkeit erreicht“, resümierte Meisberger zufrieden. Nach wie vor sei es für die Arbeit mit Jugendlichen wichtig, sie dort abzuholen, wo sie sind.