| 20:20 Uhr

Keltenpark
Nationalparktor bekommt ein Gesicht

Mitglieder des  Gemeinderates Nonnweiler und Bürgermeister Franz Josef Barth von Nonnweiler begutachten die Arbeiten der Preisträger.
Mitglieder des  Gemeinderates Nonnweiler und Bürgermeister Franz Josef Barth von Nonnweiler begutachten die Arbeiten der Preisträger. FOTO: B & K / Franz Rudolf Klos
Nonnweiler. Sie können sich sehen lassen, die Ideen und Konzepte für das Nationalparktor Keltenpark Otzenhausen. Die Vorschläge sind noch bis diesen Sonntag in der Kurhalle Nonnweiler ausgestellt. Von Volker Fuchs

Mehrere Vorschläge haben keltische Langhäuser als Vorbild. Der Grundriss eines anderen basiert auf der geradlinigen geometrischen Form eines Dreiecks. Ein Konzept schlägt den Bau von  Gebäuden vor, in deren Mitte sich ein torähnlicher Zugang öffnet. Auch eine kreuzförmige Version ist zu sehen. Eine Vielzahl von Lösungen präsentieren die Experten, die sich am Architektenwettbewerb Nationalparktor Keltenpark Otzenhausen beteiligt haben.


Das Nationalparktor am Fuße des Hunnenringes wird eines von drei Aussteller- und Besucherzentren des Nationalparkes Hunsrück-Hochwald werden.

Der Zweckverband Nationalparktor hat im Mai europaweit einen Architektenwettbewerb für das geplante Besucherzentrum ausgeschrieben. 22 Arbeiten hat eine Fachjury vor wenigen Tagen bewertet, vier Preisträger benannt und zwei weitere Vorschläge angekauft. Aus den vier Preisträgern wird im weiteren Verfahren Anfang November das Büro bestimmt, das das Gebäude in Otzenhausen planen wird.



Die 22 eingereichten Vorschläge sind bis diesen Sonntag in einer Ausstellung in der Kurhalle in Nonnweiler zu sehen. Am Donnerstag stellte der Architekt Henning Freese von der Fachjury des Wettbewerbes den Mitgliedern des Gemeinderates Nonnweiler die Pläne vor, unterstützt von Sören Sturm, Abteilungsleiter Regionalentwicklung im Nationalparkamt. „Ein solcher Wettbewerb hat immer etwas Überraschendes“, sagte Freese. Er lobte die Breite von Lösungsvorschlägen. Freese: „Alle Arbeiten sind von hohem Niveau.“ Das Auswahlverfahren sei anonym erfolgt. Niemand habe gewusst, welches Büro sich hinter welcher Planung verberge. Freese erläuterte detailliert die mit Preisen ausgezeichnete Planungen, ging auf Vor- und Nachteile ein.

Wobei es nicht nur um die Ästhetik der Gebäude, den Bezug zu Kelten und Nationalpark ging, sondern auch um die Besucherlenkung, die Barrierefreiheit, den Flächen- und Energieverbrauch und einiges mehr. Vorgegeben waren dabei eine ganze Reihe von Kriterien wie Gastronomie, Ausstellungsräume, Empfang, Multifunktionsraum, um einige Beispiele zu nennen.

Ist aus den vier Preisträgern Ende der kommenden Woche im weiteren Verfahren der Architekt ausgewählt, der das Besucherzentrum planen wird, beginnt für diesen die Detailarbeit. Der Zeitplan dabei ist ehrgeizig. „Wir hoffen, dass im Sommer die Bagger kommen können“, sagte Bürgermeister Franz Josef Barth in der anschließenden Gemeinderatssitzung. Mit dem Celtoi- und Nationalparkfest im Sommer 2021 soll das Nationalparktor dann eröffnet werden.

Für den Bau und die Unterhaltung des Besucherzentrums haben das Saarland, der Landkreis St. Wendel und die Gemeinde Nonnweiler einen Zweckverband gegründet. Dieser investiert in  den Neubau fünf Millionen Euro. Das Land übernimmt dabei 70 Prozent der Kosten, also 3,5 Millionen Euro. Der Landkreis ist mit 500 000 Euro dabei (zehn Prozent), die Gemeinde Nonnweiler mit einer Million Euro (20 Prozent). Wobei Nonnweiler dafür einen Zuschuss des Landes beantragen wird. Einstimmig hat der Gemeinderat die Übernahme einer Ausfallbürgschaft für den Bau des Nationalparktores in Höhe von einer Million Euro beschlossen.

Das Nationalparktor am Keltendorf  in Otzenhausen wird das dritte dezentrale Besucherzentrum des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. In Rheinland-Pfalz sind die beiden Tore schon in Betrieb, das Hunsrückhaus am Erbeskopf und das Freigehege Wildenburg in Kempfeld.

Den Architektenwettbewerb würdigt auch der Leiter der Nationalparkverwaltung, Harald Egidi, in einer Pressemitteilung: „Viele gute Ideen. Viele tolle Entwürfe. Und viele gute Ansätze, wie ein Nationalparktor aussehen könnte. Das Ganze in Einklang mit der umgebenden Landschaft.“ Und weiter: „Wir sind überzeugt, dass mit der Gestaltung des Nationalparktores vielen Besuchern eine Orientierung gegeben wird und den Aufenthalt zu einem Erlebnis werden lässt.“