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Abriss
Abriss der Peterberg-Alm rückt näher

Die CDU im Nonnweiler Gemeinderat hat den Kampf verloren: Die Peterberg-Alm erlebt ihren letzten Winter. Im Frühjahr wird sie abgerissen.
Die CDU im Nonnweiler Gemeinderat hat den Kampf verloren: Die Peterberg-Alm erlebt ihren letzten Winter. Im Frühjahr wird sie abgerissen. FOTO: Heinz Klein
Braunshausen. Die ehemalige Schutz- hütte wird bereits im ersten Quartal des Jahres dem Erdboden gleich gemacht. Das gefällt der CDU-Fraktion gar nicht. Von Sarah Konrad

Die Luft ist knackig frisch. Der Schnee glitzert im Sonnenlicht. Weiße Flocken rieseln auf den Boden, wenn der Wind die Bäume schüttelt. Mitten in dieser märchenhaften Landschaft thront die Alm auf dem Gipfel des Peterbergs. Auch sie hat ihr Winterkleid angezogen. Wie in Zuckerwatte gehüllt steht sie da, die einstige Kultkneipe. Einsam und verlassen blickt sie den steilen Hang hinab ins Tal. Doch die Idylle trügt. Denn seit Mitte Dezember ist klar: Die Tage der Schutzhütte sind endgültig gezählt. Damals hat der Werksausschuss des Nonnweiler Gemeinderates den Auftrag dazu erteilt, die Alm abzureißen. „Ich rechne damit, dass dies im ersten Quartal 2018 geschehen wird. Abhängig von der Wetterlage“, verkündet Bürgermeister Franz Josef Barth (parteilos) jetzt auf SZ-Anfrage.


Ganz und gar nicht damit einverstanden ist die CDU-Gemeinderatsfraktion. Sie forderte schon mehrmals, die Alm zu sanieren. Ihr Vorsitzender Christian Braun erklärt in der Ausschusssitzung: „Wir begrüßen, dass die Landesregierung der Gemeinde nun 60 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie zur Verfügung stellt, um ein Konzept für den Peterberg anzufertigen“ (wir berichteten). Jedoch bleibe die CDU der Auffassung, dass dieses Konzept nach wie vor auch den Erhalt der bestehenden Substanz beinhalten kann. Inwieweit das möglich ist, müsse in der Studie geprüft werden. Braun und seine Parteikollegen haben den Eindruck, dass Verwaltung und SPD-Fraktion überhaupt kein Interesse an einer Gastronomie in der Peterberg-Alm haben. Sie würden sich rein auf die Talstation in Braunshausen konzentrieren. „Als CDU sehen wir zwischen Berg- und Talstation keine Konkurrenzsituation. Vielmehr könnten daraus auch Synergieeffekte entstehen, die wir nutzen sollten“, ist Braun überzeugt. Die Ära der Alm zu beenden, ohne dass ein konkreter Plan für die Zukunft vorliegt, ist für die CDU ein Unding. „Nicht auszudenken wäre es, wenn ein Neubau scheitern würde und letztlich gar keine Gastronomie mehr auf dem Peterberg-Plateau angesiedelt wäre“, sagt Braun. Und weiter: „Wir fordern den Abriss des Gebäudes so lange zurückzustellen, bis die Konzepte aus der Machbarkeitsstudie dem Gemeinderat in einer schlüssigen Form vorliegen.“

Auch Heinz Klein, Sprecher der Braunshausener CDU, ärgert sich über den beschlossenen Abriss. „Patient Peterberg-Alm an unterlassener Hilfeleistung verstorben. Neues Konzept: Fehlanzeige.“ – diese Worte veröffentlichte er vergangene Woche auf seinem Facebook-Profil. „Es tut mir im Herzen weh, dass es die Alm bald nicht mehr geben wird“, sagt Klein. Sie sei immer eine Anlaufstation für die Menschen in den umliegenden Dörfern gewesen. Auch Wanderer hätten das Gasthaus gerne genutzt, um eine Pause einzulegen, ein Stück Kuchen zu essen und einen Kaffee zu trinken.



Der Peterberg und das Freizeitzentrum seien touristische Markenzeichen der Gemeinde Nonnweiler. Davon ist auch Bürgermeister Barth überzeugt. „Ich unterstütze das Anliegen des Ortsrates von Braunshausen ausdrücklich, am Peterberg auch das Bergplateau aufzuwerten und touristisch zu vermarkten“, erläutert er. Dennoch betont Barth: Das leerstehende Gebäude der ehemaligen Schutzhütte werde nicht in das neue Konzept einfließen. Das habe gleich mehrere Gründe. Die Bausubstanz sei schlecht. Eine Sanierung würde rund 550 000 Euro kosten und es gebe nur geringe Zuschussmöglichkeiten. Das Gebäude stehen zu lassen, bis die Studie beendet ist, sei ebenfalls keine Option. „Bis die Konzeption abgeschlossen und die Finanzierung geklärt ist, würde die Alm zu einer Bauruine verfallen“, sagt Barth. Ein zeitnaher Rückbau des Gebäudes sei daher nicht nur geboten, sondern zwingend notwendig.

Wie es mit dem Peterberg weitergehen wird, wird sich noch dieses Jahr zeigen. „Das Konzept der Machbarkeitsstudie soll im vierten Quartal vorgestellt werden“, sagt Barth. Am 15. Januar habe sich die Arbeitsgruppe (AG) Peterberg im Wirtschaftsministerium getroffen. „Sie wird die Konzepterstellung, welche durch ein Fachbüro erfolgt, begleiten“, erklärt Barth. In dieser AG vertreten sind das Wirtschaftsministerium, die Tourismuszentrale Saarland, die Landesentwicklungsgesellschaft Saarland, die Tourist-Information St. Wendeler Land, die Gemeinde Nonnweiler und potentielle private Investoren. Die Planungen sind also in vollem Gange, während die Alm ihren letzten Winter auf dem Gipfel fristet.