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Regionalkonferenz
Zur Zukunft der ländlichen Regionen

Ländlich geprägte Dörfer und Gemeinden stehen vor großen Herausforderungen, sagte Staatssekretär Roland Krämer (Vierter von links).
Ländlich geprägte Dörfer und Gemeinden stehen vor großen Herausforderungen, sagte Staatssekretär Roland Krämer (Vierter von links). FOTO: Frank Faber
Walhausen. Bei der Konferenz des Saar-Umweltministeriums in der Köhlerhalle ging es um Konzepte und Projekte der Dorf- und Regionalentwicklung. Von Frank Faber

Ziel des Saar-Umweltministeriums ist, Dörfer und ländliche Regionen auf ihrem Weg in die Zukunft bestmöglich zu begleiten, zu beraten und zu unterstützen. Um dieses Thema stärker in den Fokus zu rücken, veranstaltete das Ministerium im Mai vier Regionalkonferenzen, eine davon fand in Walhausen in der Köhlerhalle statt.


Viele Dörfer, so Staatssekretär Roland Krämer (SPD), stünden vor großen Herausforderungen, insbesondere durch demografische und infrastrukturelle Veränderungen. „Andererseits ergeben sich aber auch neue Perspektiven, etwa durch neue Organisationsformen des Miteinanders im Dorf“, sagte Krämer. Dazu wurden den anwesenden Bürgermeistern und Ortsvorstehern Möglichkeiten, Konzepte und Projekte der Dorf- und Regionalentwicklung vorgestellt. „Es geht um die Stärkung des ländlichen Raumes, der viele Vorteile hat, und unser gemeinsames Engagement braucht“, appellierte Arnold Ludes, Abteilungsleiter für Entwicklung im ländlichen Raum beim Umwelt-Ministerium. 460 000 Menschen, fast die Hälfte aller Saarländer, würden im ländlichen Raum leben. „Eine gute Dorfentwicklung ist längst mehr als nur der Erhalt von Museen“, sagte Ludes salopp. Viel mehr erfordere dieses Vorhaben gegensätzliche Lösungen: „Jede fehlende Infrastruktur stellt einen Nachteil dar, und bei allem Handeln soll man das Kirchturmdenken hinterfragen und ortsübergreifend arbeiten“, sagte Ludes.

Im 585-Einwohner-Ort Walhausen will beispielsweise der Verein „ProWal-Wohnen, Leben, Arbeiten“ den ländlichen Raum beleben. Ortsvorsteher Oliver Thome (CDU) stellte unter anderem als Projektbausteine die angestrebte Realisierung eines Begegnungszentrums und das Mehrgenerationenwohnen vor. Zudem merkte Thome an. „Wir fühlen uns im Ort sehr wohl, schaffen ein Zusammengehörigkeitsgefühl, integrieren Menschen, und die gemeinsamen Aktivitäten bringen den Ort voran“. Seiner Auffassung nach sei Walhausen für die Zukunft sehr gut aufgestellt. „In den kommenden zehn bis 15 Jahren wollen wir Walhausen lebenswert machen“, sagte der optimistisch nach vorne blickende Ortschef.



Bernd Gard aus der Ortsgemeinde Mannebach (Landkreis Trier-Saarburg) zieht als Dorfentwickler durch die Lande. „Man muss die Bürger am Herz und dem Verstand erreichen“, erklärte er. Zusätzlich müsse dann ein Dorf selbst versuchen Gelder zu generieren und das Handeln in die Hand nehmen. Er setzt dabei auf die Vereine als Korsettstangen des dörflichen Lebens und die Erfahrung älterer Bürger. „Das ist kein altes Eisen, sondern Edelsteine“, sagte Gard. Für eine selbst organisierte Bürgerschaft mit der Gemeinde plädierte er. „Es geht nur mit der Bürgerschaft. Man muss ihr aufzeigen, was sie kann und das Selbermachen in den Vordergrund stellen“, meinte der Dorfentwickler. Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Demokratie seien Leitmotive, an denen man sich orientieren könne. „Bei einem Perspektivwechsel muss das Gelingen gestaltet und nicht die Probleme verwaltet werden“, so Gard. Der demografische Wandel, Armut, Gesundheit, Digitalisierung und Migration seien die Herausforderungen. Bildung, soziale Teilhabe und die Gemeinschaft sieht er als Heilmittel der Zukunft.

Des Weiteren berichtete Ortsvorsteherin Beate Lambert über die Dorfentwicklung in Altheim. Doch welche Projekte zur Dorfentwicklung werden finanziell gefördert? Michael Burr zeigte die unterschiedlichen Förderinstrumente auf, die aus Mitteln des Landes, des Bundes und aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) der EU finanziert werden.

Weitere Regionalkonferenzen fanden in Rissenthal und Erfweiler-Ehlingen. Abschließend steht eine weitere am Dienstag, 29. Mai, in Berus an.