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Schule
Wie es wirklich war, ein Ritter zu sein

Einen Ritter-Workshop gab es an der Gemeinschaftsschule Türkismühle. Dabei wurde den Zuhörern vieles über die Rüstung der Recken und ihre Bestandteile vermittelt, aber auch so manches liebgewonnene Klischee erörtert und gerade gerückt.
Einen Ritter-Workshop gab es an der Gemeinschaftsschule Türkismühle. Dabei wurde den Zuhörern vieles über die Rüstung der Recken und ihre Bestandteile vermittelt, aber auch so manches liebgewonnene Klischee erörtert und gerade gerückt. FOTO: Jörg Pfeiffer
Türkismühle. Aus Filmen kennen wir sie: die Ritter hoch zu Ross, in voller Eisenmontur mit Schild und Lanze auf den Feind zureitend. Die Rüstung gilt heute noch als Symbol für Stärke und Sicherheit. Aber das liebgewonnene Bild trüge, Waffen und Rüstungen hätten sich im Mittelalter immer wieder geändert, meint Klaus Schneider, Hobbyforscher und Ritterfan aus Saarbrücken, als er vor Schülern der Gemeinschaftsschule Türkismühle sprach. Kein Wunder bei einem Zeitraum von fast tausend Jahren. Denn auch die Ritter gingen mit der Zeit.

Aus Filmen kennen wir sie: die Ritter hoch zu Ross, in voller Eisenmontur mit Schild und Lanze auf den Feind zureitend. Die Rüstung gilt heute noch als Symbol für Stärke und Sicherheit. Aber das liebgewonnene Bild trüge, Waffen und Rüstungen hätten sich im Mittelalter immer wieder geändert, meint Klaus Schneider, Hobbyforscher und Ritterfan aus Saarbrücken, als er vor Schülern der Gemeinschaftsschule Türkismühle sprach. Kein Wunder bei einem Zeitraum von fast tausend Jahren. Denn auch die Ritter gingen mit der Zeit.


Schneider entblättert vor den Augen der Schüler einen Ritter, und die Kinder stellen erstaunt fest: Untendrunter trugen Männer wie Frauen lange Röcke. Und das in mehreren Schichten, erst Unter- dann Obergewand. Später kam das gefütterte und gesteppte Übergewand dazu, dessen Stoff an sich schon sehr strapazierfähig war und dadurch schon einen gewissen Schutz vor Angriffen bot.

Auch die Rüstung war mehrschichtig, immer erst das wattierte Übergewand, das Wams. Unter dem Helm trug man eine gefütterte Haube, um Schläge abzufedern. Sich gut rüsten war aber richtig teuer: Nur wer es sich leisten konnte, ließ sich noch einen Ringpanzer zusätzlich anfertigen. Knappen waren zu ihrem Übergewand oft nur mit einem Eisenhut geschützt. Allein Wohlhabende trugen dann noch eiserne Ringpanzerbeinlinge und den zusätzlichen Ringpanzer für den Oberkörper und eine Ringpanzerhaube als Kopfschutz – und darüber den Topfhelm oder die Hirnhaube. Da kam einiges an Gewicht zusammen! Man rechnet mit 25 bis 30 Kilogramm für den kompletten Schutz.



Das ganze Procedere beim Anziehen war schon ein schwieriges Geschäft, bei dem die Knappen, heute zwei Jungs aus der 7d, dem Ritter helfen mussten. Allein war das Überstreifen der Rüstungsteile nämlich unmöglich. Denn Rüstung und Helm mussten immer eng am Körper sitzen und durften keinesfalls irgendwo rutschen. Deshalb war ein Ritter, der vom Pferd fiel, auch nicht in der Lage, aus eigener Kraft wieder aufs Pferd zu steigen. Laufen in diesen Blechbüchsen war gar ein Unding!

Die interessierten und von den Ausführungen des Hobbyforschers gefesselten Siebtklässler konnten also klischeehafte Vorstellungen über das Ritter-Leben über Bord werfen.