Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 00:00 Uhr

Wenn Lehrer Limbo tanzen müssen

Schüler des Kaschnitz-Gymnasiums drehen einen Film über die ideale Schule, die nicht viel mit dem Alltag gemein hat: Aline Hamm, Ann-Kathrin Artis, Michelle Hoffmann und Melisa Özcan (v. l.). Foto: Becker & Bredel
Schüler des Kaschnitz-Gymnasiums drehen einen Film über die ideale Schule, die nicht viel mit dem Alltag gemein hat: Aline Hamm, Ann-Kathrin Artis, Michelle Hoffmann und Melisa Özcan (v. l.). Foto: Becker & Bredel FOTO: Becker & Bredel
Völklingen. Ein ungewöhnliches Projekt realiseren derzeit Schüler des Völklinger Kaschnitz-Gymnasiums. Sie setzen ihre Träume eines anderen Schulunterrichts filmisch um. Das saarländische Medienzentrum half mit technischer Ausrüstung. Von SZ-MitarbeiterinBeatrix Hoffmann

13 Mädels in schicken schulterfreien Cocktailkleidern kommen fröhlich schnatternd aus dem Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium. Stolz schwenken sie ihre Abiturzeugnisse, datiert auf den 5. Juli 2014. Es ist Februar. Zwei Kinder mit Schultüten in ihren Händen warten fröstelnd vor der Tür. Wenig später wird in der Cafeteria ein roter Teppich ausgerollt. Drei Prinzessinnen mit langen Haaren und funkelnden Krönchen auf dem Kopf schreiten herein. Eine Fee mit Zauberstab serviert Gläser mit rosa prickelndem Getränk. Musik setzt ein, die Prinzessinnen tanzen und die anderen Schülerinnen tanzen mit. Alles wirkt ein bisschen surreal. Die Schülerinnen von Martina Pistorius-Adams drehen einen Film über die andere Seite der Schule. "Märchen und ihre tiefenpsychologische Deutung" heißt das Seminarfach, das sie gewählt haben. Und märchenhaft ist auch der Film "The other side of school", mit dem sie sich in Medienkompetenz üben. Ideen sammeln, Drehbuch schreiben, Szenen entwickeln, Drehorte festlegen, Requisiten besorgen, Statisten aussuchen - all das gehörte zur Arbeit im Vorfeld. Das saarländische Medienzentrum sorgte für die technische Ausrüstung. Immer im Wechsel stehen drei Schülerinnen hinter der Kamera. Bei unserem Besuch sind Melisa Özcan, Desirée Zang und Betül Onay an der Reihe. "Produktionsleiterin" Alina Funk erzählt, dass es bei den Dreharbeiten am Vortag noch aufregender zugegangen sei. Da parkte nämlich eine edle Limousine vor dem MLK. Die jungen Damen ließen sich zu ihren Kursen ins benachbarte Albert-Einstein-Gymnasium chauffieren. Roter Teppich, strömender Regen, Riesenschirm und ein Klassenkamerad in eleganter Aufmachung als Chauffeur. Man kann sich die Szene lebhaft vorstellen. Auch das Lehrercasting soll nicht ohne gewesen sein: Die beiden Mathe- und Sportlehrer Johannes Matheis und Markus Milia mussten in die Knie gehen und unter einer Limbostange durchtanzen. Musikunterricht in Partylaune, Nageldesign statt Kunsterziehung und Julius Caesar als Geschichtslehrer. Wenn der Traum der Schülerinnen wahr würde, ginge im Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium ordentlich was ab. Statt grauem Unterrichtsalltag wäre Erlebnislernen angesagt. Der Französischkurs würde mit Baguettes und bordeauxrotem Kirschsaft versüßt. Wer weiß, vielleicht prägen sich Vokabeln und Gedichte nach dem neuen MLK-Traum-Konzept besonders gut ein. Zirka zehn Stunden Filmmaterial sind zusammengekommen. Jetzt geht es ans Schneiden. Ziel ist ein 15 Minuten langer Kurzfilm. Beim Abitur-Ball ist Premiere.