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Aktion
Weihnachtswünsche werden wahr

Die drei Wohltäterinnen Alexandra Litschmann, Mareike Müller und Celine Konrath sowie ihre Unterstützer in Schule und Familie haben nun bereits zum zweiten Mal bedürftigen Kindern ihre Weihnachtswünsche erfüllt.
Die drei Wohltäterinnen Alexandra Litschmann, Mareike Müller und Celine Konrath sowie ihre Unterstützer in Schule und Familie haben nun bereits zum zweiten Mal bedürftigen Kindern ihre Weihnachtswünsche erfüllt. FOTO: Frank Faber
Türkismühle. Drei Schülerinnen der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle beschenken erneut bedürftige Kinder zu Weihnachten. Von Frank Faber

Eltern machen sich in diesen Tagen Gedanken darüber, welches Geschenk sie ihren Kindern unter den Christbaum legen können. Dabei stellt das Weihnachtsfest für sozialschwache Familien auch eine finanzielle Belastung dar, weil das Geld hinten und vorne nicht reicht. Doch vor dem Weihnachtsfest werden Wünsche wahr: 160 Kindern im Landkreis St. Wendel wird ein Weihnachtsgeschenk zugestellt. Drei Schülerinnen der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle haben zum zweiten Mal ihre Weihnachtsaktion gestartet und erfüllen damit Kindern, in dessen Familien die Euros nicht so locker sitzen, einen Weihnachtswunsch.


„Vor einem Jahr war klar, dass wir mit der Aktion weitermachen“, sagt die 19-jährige Alexandra Litschmann. Im Vorjahr war es für sie und ihre Mitschülerinnen Mareike Müller und Celine Konrath (alle 13. Klasse) im Seminarfach noch eine Projektarbeit, für die es eine Note gab. Nun haben sie sich uneigennützig und freiwillig für Kinder aus dem Kreis ins Zeug gelegt. „In diesem Jahr haben wir etwas früher mit der Aktion angefangen und das war gut so“, berichtet Celine Konrath (18). Das Charity-Trio hat die Schulgemeinschaft über die Aktion informiert und einen Elternbrief verteilt. „Es haben sich ganze Klassen beteiligt. Eltern, Schüler und Kollegen waren dabei“, sagt Lehrer Jörg Friedrich. Auch in der Dependance Primstal ist gesammelt worden, die Türkismühler Arbeitsgemeinschaft „Ebert“ hat 180 Euro vom Erlös des Straßenfestes in Weihnachtsgeschenke investiert.

Damit die jungen Initiatorinnen überhaupt an die Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen herankommen konnten, haben sie erneut Kontakt mit dem Kreisjugendamt aufgenommen. Parallel dazu sind mit einem Handbuch die festgelegten Wunschzettel für die acht Familienberatungszentren (FBZ) vorbereitet worden. „In den sozialen Gruppenstunden haben wir dann mit den Kindern die Wunschzettel gestaltet“, erklärt Inka Lang vom FBZ in Türkismühle. Für Außenstehende anonym, versteht sich. Die Prämisse: Kein Geschenk sollte einen festgesetzten Beitrag übersteigen. Ende November sind die ausgefüllten Wunschzettel zurückgekommen. „Wir haben alle Geschenke besorgen können und wir sind echt stolz, dass es fast doppelt so viele sind wie im Vorjahr, da waren es 92“,, freut sich Mareike Müller (18).

Zwei Kellerräume im Schulgebäude haben sich in ein Geschenkelager verwandelt. Kreisjugendamt-Mitarbeiter Dirk Wolter hat für den Transport der Pakete noch eine zusätzliche Mitarbeiterin mit einem zweiten Wagen organisieren müssen. „Wir haben leider noch keinen Combi“, meint Wolter. Und beim Anblick des Geschenkeberges ist er hellauf begeistert. „Eine tolle Aktion. Die Geschenke sind passgenau und bereiten den Kindern eine große Freude“, betont Wolter.

Noch vor Heiligabend werden die Geschenke über die Familienberatungshilfen an die Kinder weitergeleitet. Für Alexandra Litschmann, Mareike Müller und Celine Konrath war es die letzte Aktion, im Sommer verabschieden sich die Mädels von der Gemeinschaftsschule. „Die drei sind einfach klasse“, meint Lehrer Friedrich, der das soziale Engagement des Trios in höchsten Tönen lobt. Ganz wichtig ist für ihn: „An einer Schule geht es auch um die Wertevermittlung, die Schule ist eine Solidargemeinschaft in sich“, sagt er. Die Mädels haben etwas an der Schule begonnen, was nun nicht so leicht zu beenden ist. „Wir werden im Seminarfach schon Nachfolger finden, die Weihnachtsaktion soll dauerhaft fortgeführt werden“, kündigt Lehrer Friedrich an. Dann werden auch im kommenden Jahr wieder Weihnachtswünsche wahr.