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Projekt
Warum Rohstoffe in einen Kreislauf gehören

Moderator Jonas Lass vom Verein „Multivision“ erklärte den Waldorfschülern der achten bis neunten Klassen, wieso es wichtig ist, nicht so verschwenderisch mit den Rohstoffen der Erde umzugehen, wie das derzeit der Fall ist.
Moderator Jonas Lass vom Verein „Multivision“ erklärte den Waldorfschülern der achten bis neunten Klassen, wieso es wichtig ist, nicht so verschwenderisch mit den Rohstoffen der Erde umzugehen, wie das derzeit der Fall ist. FOTO: Frank Faber
Walhausen. Mit dem Verein „Multivision“ setzten sich Schüler der Waldorfschule Walhausen mit dem Thema Umwelt und Rohstoffe auseinander. Von Frank Faber

Müll vermeiden, die Umwelt schonen: In einer zweistündigen Veranstaltung drehte sich an der Freien Waldorfschule Saar-Hunsrück Walhausen alles um Rohstoffe, um deren Wiederverwendung und -verwertung. Unter dem Titel „Reduse — über unseren Umgang mit den Ressourcen der Erde“ war der unesco-zertifizierte Verein „Die Multivision“ zu Gast. „Ihr alle seid die Verbraucher von morgen“, sprach Moderator Jonas Lass die Schüler der Klassenstufen acht bis zehn direkt an. Er betonte, dass die Rohstoffe der Erde endlich und knapp seien. Das gelte nicht nur für Gold und Aluminium, sondern auch für Zink und Zinn. „Viele dieser Rohstoffe werden zur Herstellung von technischen Geräten genutzt und umso wichtiger ist es, dass wir diese Rohstoffe wieder in den Kreislauf zurückgeben“, erklärte der Moderator. Ein Film lieferte dazu ein paar beeindruckende Zahlen.



So hat sich seit 1975 der Verbrauch von Papier und Pappe von einst 120 Kilogramm pro Person inzwischen mehr als verdoppelt. Für die Herstellung eines T-Shirts aus Baumwolle bedarf es etwa zehn Badewannen voll Wasser. Auch soziale Aspekte im Bereich Nachhaltigkeit wurden vorgeführt: Kinder, die auf usbekischen Baumwollplantagen zur Arbeit gezwungen werden, Textilarbeiter in China, die mit giftigen Gasen bei ihrem Tun leben müssen, oder Minenarbeiter in der Demokratischen Republik Kongo. „Wir nehmen zu viel und zu schnell von den Ressourcen“, verdeutlichte Lass. Jede Sekunde etwa falle Regenwald in der Größe eines halben Fußballfeldes dem Ressourcenhunger der Menschen zum Opfer. „Das heißt, wir verbrauchen mehr als in der Zeit der Nutzung nachwachsen kann“, mahnte er.

Ihm ging es allerdings nicht nur darum, zu demonstrieren und zu belegen, dass wichtige und notwendige Rohstoffe endlich seien, sondern er wollte Alternativen aufzeigen. Wenn alle Weltbürger so konsumieren würden wie die westlichen Industrienationen, dann müsste es die Erde drei Mal geben, um den Bedarf zu decken, klärte Moderator Lass die Schüler auf. Tatsächlich datiere der sogenannte „Earth Overshoot Day“, also der Tag, an dem die Weltbevölkerung ihr Jahresbudget an Ressourcen aufgebraucht habe, in diesem Jahr bereits auf den 2. August. Um diesen Prozess zu verlangsamen oder gar zu stoppen, so Lass weiter, müsste der Konsum verringert (reduce), Waren häufiger wiederbenutzt (reuse) oder Rohstoffe aus dem Müll besser wiederverwertet werden (recycle). Er ermutigte und motivierte die Schüler selbst etwas für den Ressourcenschutz zu tun, indem sie Glas, Papier, Plastik und organische Abfälle trennen und sich zudem bemühen, weniger zu kaufen und weniger wegzuschmeißen. „Die Jugendlichen wurden unterhaltsam darüber informiert, welch hohen Stellenwert eine nachhaltige Entwicklung für ihr Leben hat und damit für eine persönliche Beteiligung im Ressourcen- und Umweltschutz motiviert“, meinte Michael Welter, Klimaschutzmanager des Landkreises St. Wendel. Finanziell unterstützte der Landkreis die Veranstaltung an der Waldorfschule.