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Von den Römern bis zum Bergbau

Düse eines Springbrunnens in Form eines Pinienzapfens aus der römischen Villa Heilborn in Merzig. Foto: Unsere Heimat
Düse eines Springbrunnens in Form eines Pinienzapfens aus der römischen Villa Heilborn in Merzig. Foto: Unsere Heimat FOTO: Unsere Heimat
Merzig-Wadern/Saarlouis. Viel ist im Landkreis Merzig-Wadern in den vergangenen Jahrhunderten passiert. Einen detaillierten Überblick will die Vereinigung für Heimatkunde mit ihrer Zeitschrift „Unsere Heimat“ geben. Erhard Grein

. Die Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis hat das Heft 4/2013 der Zeitschrift "Unsere Heimat" als Mitteilungsblatt des Landkreises Saarlouis für Kultur und Landschaft vorgelegt.

Der zweite Teil der Serie "Die Grenzsteine des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken im Bereich des Amtes Schaumberg 1789-1791 befasst sich als Gemeinschaftsarbeit von Professor Dr. phil. Maria Besse, Thomas Besse und Johannes Naumann mit der Banngrenze zwischen Rümmelbach und Steinbach. Neben aufschlussreichen Karten werden zahlreiche Grenzsteine gezeigt.

Professor Dr. Wolfgang Adler vom saarländischen Landesdenkmalamt berichtet in memoriam Professor Dr. Gerd Weisgerber sehr umfangreich über die römische Villa am Freibad "Heilborn" in Merzig. Überregional Bedeutendes in der Merziger Geschichte stamme aus der späten Bronze- und der Frühlatènezeit. Abgebildet sind unter anderem Funde in Ballern, Besseringen und Mechern. Dargestellt wird unter anderem auch der Grundriss eines romanischen Zentralbaus auf dem Kirchplatz in Merzig, wahrscheinlich der ehemaligen Pfarrkirche St. Walburgis. Hochwassersicher lagen die römischen Siedlungsstellen im Merziger Becken. Vom Bau des "Heilborn"-Bades sind Fotos aus dem Jahr 1934 vorhanden. Die Funde von damals sind sehr gut festgehalten. Die römische Villa in Fitten hatte einen Kaltbadesaal. Ein besonderer Fund aus der römischen Villa "Heilborn" war die Düse eines Springbrunnens in Gestalt eines Pinienzapfens aus Marmor mit Wasserdüsen aus Blei. Dieses Motiv schmückt auch die Titelseite des Heftes.

Horst-Dieter Göttert durchforstete akribisch den Jahrgang 1838 des Amtsblattes der Regierung zu Trier. Die erste Eintragung berichtet von Nicolaus Monter aus Großhemmersdorf, dem eine Geldprämie gezahlt wurde, weil er Nicolaus Cavelius am 13.Dezember 1837 mittels Kahns aus der Hochwasser führenden Nied rettete, als dieser versuchte, mit einem zweispännigen Wagen mit vier Pferden durch den Fluss zu fahren. Zu lesen ist auch, dass durch Urteil des Landgerichts Saarbrücken der Handelsmann Philipp Leinen-Rode aus Saarlouis im Fallitzustande (Zahlungsunfähigkeit) erklärt wurde. Viele Einträge berichten von Kriminalfällen und Desertationen. Jörg Sonnet befasst sich mit besonderen Aktionen im Ludwigsjahre 2014 zu Ludwig IX. (Heiliger Ludwig), König von Frankreich und Pfarrpatron von Saarlouis St. Ludwig.

Franz Josef Schäfer bespricht sehr ausführlich die umfangreiche Veröffentlichung "Das Erbe. Die Ausstellung zum Bergbau im Saarland". Die Ausführungen haben gerade für den Landkreis Saarlouis eine besondere Bedeutung.

Von Franz Josef Schäfer kommt auch die Besprechung des Buches "Last aus tausend Jahren. NS-Vergangenheit". Der frühere Landrat in Saarlouis, Dr. Peter Winter, würdigt in seinem Festbeitrag Claude Villeroy de Galhau (Wallerfangen), dem die Europamedaille des Vereins "Europadenkmal Berus" verliehen wurde.

Hans Peter Klauck stellt die im Regierungsbezirk Trier 1819 bestehenden "Fabriken und Manufactoren" vor.

Info: "Unsere Heimat" ist zum Preis von drei Euro in der Buchhandlung Pieper in Saarlouis und bei der Vereinigung für Heimatkunde im Landratsamt Saarlouis erhältlich ("Unsere Heimat" 4/2013).