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Theater
Verbalattacken auf die Lachmuskeln

Die  Laiendarsteller aus Selbach bereiten sich auf ihre nächsten Auftritte vor. Sie spielen das Stück „Adel, Tadel und Verdruss“ .
Die Laiendarsteller aus Selbach bereiten sich auf ihre nächsten Auftritte vor. Sie spielen das Stück „Adel, Tadel und Verdruss“ . FOTO: Erich Brücker
Selbach. „Adel, Tadel und Verdruss“ heißt das neue Stück, mit dem der Theaterverein Nahequelle für beste Laune im Publikum sorgen möchte. Von Erich Brücker

Es gibt wieder Theater in Selbach, nicht innerhalb der dörflichen Gemeinschaft, sondern die Laiendarsteller des Theatervereins Nahequelle rüsten zu ihren nächsten Vorstellungen auf. „Adel, Tadel und Verdruss“, von Bernd Gombold, heißt das Theaterstück, das am 23., 24. und 25. März im Dorfgemeinschaftshaus aufgeführt wird.


„Noch nicht ganz fertig ist das Bühnenbild, dafür sitzen aber die Texte schon, denn seit der ersten Stellprobe wird ohne Textheft geprobt. An Gestik und Mimik wird noch etwas gefeilt, Kostüme und Requisiten werden noch zusammengestellt“, erzählt Margit Jung, die erstmals bei den Selbacher Laiendarstellern alleinverantwortlich Regie führt. Und das seit Anfang September vergangenen Jahres. Rund 40 Proben werden es bis zu den Aufführungen wohl sein. Schließlich soll alles klappen wie am Schnürchen. „Wir wollen die Lachmuskeln unserer Besucher richtig strapazieren. Kein Auge soll trocken bleiben“, verspricht die Regisseurin, die mit Zuckerbrot und Peitsche ihre acht Darsteller angetrieben habe. Lohn der Mühen: Gummibärchen und Schokoriegel für gute Probenarbeit.

Wenn sich der Vorhang zum ersten Akt öffnet, blicken die Besucher auf einen Hof zwischen zwei Bauernhäuser. Das eine ist verlottert und unaufgeräumt, mit Spinnenweben behangen. Das andere gepflegt und schön dekoriert. Darin wohnen Michael (Dietmar Stegmaier) und Sonja (Miriam Trappen). Beide haben Geldsorgen, denn die kleine Landwirtschaft bringt keinen Ertrag mehr. Zudem ist der Bauer noch arbeitslos. Trotzdem greift der gutmütige Michael seinem faulen Bruder Fridolin (Gerd Becking) im verkommenen Nachbarhaus immer wieder finanziell unter die Arme, ohne dass er das Geld jemals wieder sieht.

Darum lässt Sonja sich was einfallen. Sie will die Wohnung von Opa Paul (Heinz-Jürgen Brandt) an Dietrich, Freiherr von Dietrichshausen (Guido Becking) , ein adeliges Mustersöhnchen aus betuchtem Hause, vermieten. Die Postbotin Lisa (Julia Jung) hört leider schlecht und versteht deshalb vieles falsch. So erzählt sie Sonjas Mann Michael, der neue Mieter sei ein heißblütiger Freier. Als der junge Adelige dann in seiner unbekümmerten Art Sonja tatsächlich den Hof macht, ist das zu viel für den eifersüchtigen Michael. Er und sein Vater Paul setzen dem Adelsspross gehörig zu. Die strenge und derbe Rosa (Silke Stoll), Michaels und Fridolins Schwester, bemüht sich derweil erfolglos, ihren Bruder Fridolin zur Ordnung zu bewegen. Der Schlamper bekommt auch noch täglich Liebesbriefe von der Postbotin Lisa. Doch dann findet Lisa an Freiherr von Dietrichshausen Gefallen und die beiden verlieben sich. Als plötzlich Dietrichs gestrenge Mutter Brunhilde (Sabine Stegmaier) auftaucht, die sich erhofft, dass ihr Sohn hier endlich zum mnanne reift, um einmal die Firma leiten zu können, ist das Chaos perfekt. Doch Dank Opa Paul, schlitzohrig und gewieft, kommt Brunhilde von ihrem hohen Ross herunter. Auch Dietrich gewinnt durchs einen kurzen, aber intensiven Aufenthalt auf dem Land Selbstbewusstsein. Und ein unerwartetes Erbe löst letztendlich die finanziellen Probleme der Familie. Wie das passiert, wird nicht verraten.

Restkarten gibt es noch: Tel. (0 68 75) 444. Die Vorstellungen sind am Freitag und Samstag, 23. und 24. März, jeweils um 20 Uhr; am Sonntag, 25. März, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Selbach.