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Erfolgreich
Irische Lässigkeit aus Walhausen

 Die Gruppe um Vanessa Dörlich (vierte von rechts) hat während der Köhlertage einen flotten irischen Tanz auf die Bühne gelegt.
Die Gruppe um Vanessa Dörlich (vierte von rechts) hat während der Köhlertage einen flotten irischen Tanz auf die Bühne gelegt. FOTO: Dietmar Böhmer
Walhausen. Auf die Deutsche Vizemeisterschaft soll für Irish-Dancerin Vanessa Dörlich ein WM-Erfolg folgen. Dafür wird jetzt kräftig trainiert. Von Frank Faber

Wirbelnde Füße, unterschiedliche Tempi, Lässigkeit im Ausdruck trotz äußerster Präzision und Rhythmus pur: Irish Dance beinhaltet eine Reihe von Volkstänzen und wird alleine oder in Gruppen getanzt. Was ursprünglich mal ein Gesellschaftstanz war, ist mittlerweile Leistungssport. Vanessa Dörlich aus Walhausen ist im vergangenen November bei den German Open Championships in Bad Windsheim zweimal Deutsche Vizemeisterin mit der Gruppe in der Altersklasse „Über 29“ geworden. Bei Wettkämpfen startet die 30-Jährige für die Tanzschule Elaine Walker Academy aus Böblingen. „Es ist die Freude und Leidenschaft am Tanzen, dass sich solch weite Wege zum Training lohnen“, sagt Irish-Dancerin Dörlich.


Aktuell steckt die gebürtige Baden-Württembergerin, die am Fraunhofer Institut in Kaiserslautern arbeitet, mitten in den Trainingsvorbereitungen für die Weltmeisterschaft an Ostern in Eindhoven (Niederlande). „Fast jeden Samstag geht es nach Böblingen, um gemeinsam mit den Teams zu trainieren“, berichtet Dörlich. Aber zu ihrer Nischensportart ist die Ludwigsburgerin 2012 an der Universität in Saarbrücken gekommen, die im Hochschulsportprogramm Irish Dance anbietet. „Mittlerweile verzeichnen wir steigende Teilnehmerzahlen und sind zu einer stabilen Gruppe geworden“, sagt Tänzerin Dörlich. So richtig bekannt gemacht hat die irischen Tanzformen der weltweite Erfolg der Shows „Riverdance“ und „Lord of the Dance“ in den 1990er-Jahren.

„Einige unserer Teilnehmer sind von den Tänzen beim Urlaub in Irland animiert worden, andere haben sie in einem Pub gesehen. Später haben sie dann das Angebot der Uni im Internet gefunden und sind einfach vorbeigekommen“, erzählt Dörlich. Bei den Workshops an der Hochschule werden sie von ihr unterrichtet. „Es gibt Training für Anfänger und Fortgeschrittene und wir bieten bei einem Céili-Workshop Gruppentänze für vier bis 16 Teilnehmer an“, sagt die Übungsleiterin Dörlich. Zusätzlich ist sie noch eine von drei Trainerinnen der Gruppe „Irish Dance Saarbrücken“. Dörlich: „Neben den europaweiten Wettkämpfen treten wir mit der Gruppe auch bei Shows im Saarland auf.“  Bei Auftritten wie während der Walhauser Köhlertage im September zeigen die Irish Dancers unter anderem den traditionellen Set Dance oder Stepptänze. „Es ist eine Mischung aus Ballett und Gardetanz“, umschreibt Dörlich die Tanzschritte, die mit unterschiedlichen Schuhwerk präsentiert werden. Und das geschieht in geräuschloser Form mit Ballett-ähnlichen Soft-Schuhen oder rhythmischer und begleitet vom dem lauten Geklacker der Hard Shoes. „Die Gruppentänze sind elegant, athletisch und sollen bei Wettkämpfen Stil-ähnlich und synchron getanzt werden“, erklärt die Trainerin. 1200 Teilnehmer aus 25 Ländern waren bei den zehnten Iris-Dance-Titelkämpfen der World Iris Dance Association (WIDA) in Maastricht (Niederlande) auf dem Tanzparkett, vermittelt Dörlich einen Eindruck in Sachen Stellenwert und die Größenordnung der zurückliegenden Weltmeisterschaft.



In der Altersklasse U30 ist die Walhauserin beim Solotanz auf dem 24. Platz gelandet und das Team der Elaine Walker Academy hat insgesamt sechs Weltmeistertitel abgeräumt. Es war der bislang größte Erfolg für die Tanzschule aus Böblingen. Bei der WM an Ostern in Eindhoven wird Dörlich in der Altersklasse U35 antreten.

„Es werden die gleichen Tänze gefordert“, meint sie. Wichtig bei den Gruppentänzen sei, dass alle Schritte und Bewegungen synchron ausgeführt werden müssten. „Momentan wird der Feinschliff betrieben und da wir fleißig sind, haben wir frühzeitig damit angefangen“, sagt Dörlich in Vorfreude auf die Weltmeisterschaft.