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Gemeinderat
Nohfelder Rat stimmt gegen Linken-Antrag

Nohfelden. Von Melanie Mai

Von Falschaussagen, Verschwendung von Steuergeldern und von Unwahrheiten war am Donnerstagabend die Rede im Nohfelder Gemeinderat. Konkret ging es um den Antrag von Heike Kugler (Die Linke), prüfen zu lassen, ob und wie die Doppelnutzung der Bahntrasse (Freizeitweg und Draisine) zu realisieren sei.  Gegen den Willen von UBNN und Linke stimmte der Rat gegen den Antrag. Was kurz Applaus unter den Zuschauern auslöste. Dieser kam von Vertretern der Bürgerinitiative (BI) Nohfelden, die bei einer Draisinen-Nutzung eine höhere Belastung der Anwohner befürchtet. Auch Vertreter der BI Bahn und Rad im Hochwald waren im Sitzungssaal. Deren Sprecher Andreas Kilian war nach eigenen Angaben „sehr sauer“, als er das Rathaus verließ: „Da wurden viele falsche Dinge gesagt.“ So kritisiert er Michael Dietz von der CDU, der eine Machbarkeitsstudie ins Feld führte. Darin werde sich für den Freizeitweg ausgesprochen.  „Darin fällt kein einziges Wort über den Erhalt der Bahnstrecke, das wurde nie untersucht“, sagt Kilian. Auch Kugler sagt: „Kein Mensch hat je eruiert, was die Doppelnutzung kosten würde.“


Kilian ärgert sich auch über die Aussage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Eckhard Heylmann, man könne die Bahntrasse zwischen Türkismühle und Nonnweiler nicht mit der Draisinen-Trasse im Glantal vergleichen. Denn entgegen Heylmanns Aussage, so Kilian, gebe es auch im Kuseler Land Kreuzungen auf der Strecke. Gleichzeitig kritisiert Bürgermeister Andreas Veit (CDU) die BI, die ihre 1300 Unterschriften für eine Doppelnutzung seiner Meinung nach unter Angabe falscher Aussagen zusammenbekommen habe. Er spricht von einem „Zettel voller Unwahrheiten“. Und nennt ein Beispiel. Unter anderem sei in Sachen Draisinen-Betrieb in Kusel von jährlichen Einnahmen in Höhe von 150 000 Euro die Rede gewesen. Das sei aber nur der Haushaltsansatz, so Veit. In den vergangenen Jahren seien kaum die 50 000 Euro überschritten worden, hinzu kämen die Personalkosten. Veit: „Das ist ein Zuschussgeschäft.“ Welches, so Michael Dietz, Kusel in Kauf nehme, um den Tourismus zu generieren. „Aber wir haben hier Tourismus und ein Angebot, das locker für eine Urlaubswoche reicht.“ Dietz verweist auch darauf, dass die politische Willensbildung sich nun schon über fünf Jahre erstrecke.  Jetzt gelte es, den Willen der Mehrheit zu akzeptieren.  Auch Veit betont, dass ihn bisher noch nie ein Bürger der Gemeinde von sich aus auf das Thema angesprochen habe. Er sieht „keine breite Bewegung in der Mitte der Bevölkerung“.  Thomas Fries stellt klar, dass die UBNN nicht gegen den Freizeitweg sei: „Wir wollen beides“. Und man vergebe sich eine Chance, wenn nicht geprüft werde, ob das möglich sei.

Ähnlich sieht es Kugler. Sie spricht gar von „Verschwendung von Steuergeldern“, wenn  die Gleise einfach herausgerissen würden.  Schließlich würde es heute einen dreistelligen Millionenbetrag kosten, baue man die Strecke neu.  Sie betont die 1300 Unterschriften: „Hier wollen sich Bürger für etwas einsetzen; schenken wir ihnen  Gehör.“