| 20:30 Uhr

Theater
Theaterspiel mit hohem Spaßfaktor

Lacher vor der Bühne garantiert: Butler Johann (Janis Zipf) mit den Tanten Honoria (Jana Müller) und Restituta (Leonie Zipf).
Lacher vor der Bühne garantiert: Butler Johann (Janis Zipf) mit den Tanten Honoria (Jana Müller) und Restituta (Leonie Zipf). FOTO: Ralf Mohr
Selbach. In neuer Bühnen-dekoration feiert der Theaterverein Nahequelle Selbach die Premiere von „Manche mögen’s messerscharf“. Von Ralf Mohr

Gleich eine doppelte Premiere feierte der Theaterverein Nahequelle Selbach bei seiner Aufführung im Dorfgemeinschaftshaus in. „Wir haben nicht nur ein neues Stück, sondern auch neue Bühnenteile“, verkündete Dietmar Stegmaier, der die Gäste begrüßte.



Gespielt wurde ein Stück von Christine Steinwasser. „Manche mögen‘s messerscharf“ war der vielversprechende Titel. Und darum gings: Baron Ansgar von Herrschershausen ist tot. Hinterrücks erstochen und in den See geworfen. Ermordet
haben ihn seine geldgierige Gattin und deren  Liebhaber, der Verwalter.
Dies erfährt der ungläubig staunende Geist des sympathischen Barons, der unsichtbar für die Lebenden, trotzdem anwesend ist. Die Aufklärung der Morde — denn bald folgt das Hausmädchen Sophia — betreiben Butler Johann und dessen Cousine, eine forsche Kriminalbeamtin. Ihnen zur Seite stehen der fixe Kriminalassistent Hugo Geist, sowie die beiden Tanten des Barons. Mit vereinten Kräften gelingt es den Lebenden und den Toten, die Bösen zur Strecke zu bringen. Soviel verriet schon das Programmheft.

Was dann aber die Jugendgruppe unter der Spielleitung von Sabine
Stegmaier auf der Bühne entfachte, war ein Großangriff auf das Zwerchfell. Kaum auf der Bühne, verkündet Baron Ansgar, verkörpert von
Sören Müller: „Ich glaube ich bin tot — ich fühle mich so wohl wie nie
zuvor“. Weitere Garanten für  spitze Bemerkungen waren die beiden Tanten Restituta, gespielt von Leonie Zapf und Jana Müller als Honoria. Man erklärte ihr, der Baron sei wohl untergetaucht. „‚Mit einer tiefen Stichwunde im Rücken sollte man nicht schwimmen gehen. Das ist viel zu gefährlich“, ließ Honoria die Zuschauer an ihrer unnachahmlichen Lebensweisheit teilhaben.

Aber auch Hausmädchen Sophia stand den Tanten in Sachen Spitzfindigkeit in nichts nach: „Die Baronin ist wasserstoffblond — innen!“ war nur eine der treffenden Bemerkungen bis zu ihrem überraschenden Ableben. Ebenfalls eine amüsante Figur: Butler Johann, gespielt von Janis Zipf. Dem Alkohol nicht abgeneigt, brachten vor allem seine Anwandlungen eines alkoholisierten Zeitgenossen die Zuschauer regelrecht zum Toben. Mag sich so mancher im Auditorium gewundert haben, wie der junge Akteur so professionell den Whisky kippte, so sei hier verraten, es handelte sich dabei um Eistee.

Die jungen Akteure gingen mit sehr viel Herzblut und Engagement an die Sache heran. „Wir würden gerne mal bei „Alarm für Cobra 11“ oder sowas in der Art mitspielen“, verrieten  Simon Weber und Marvin Stein einen gemeinsamen Wunsch. Dabei streben sie nicht unbedingt eine Schauspielerkarriere an, aber als Hobby sei es ein schöner Ausgleich zum Alltag. Für Sören Müller ist das Theaterspielen einfach etwas, was richtig viel Spaß bereitet. Und auch bei Jana Müller und Elena Stoll, die beide mehr oder weniger durch Zufall zum Theaterspielen
gekommen sind, steht der Spaßfaktor im Vordergrund.

„Bis 2010 haben wir im Café Birtel gespielt“, erläuterte der stellvertretende Vorsitzende Sascha Rausch. „Dort hatten wir eine permanente Bühne. Da wir hier mobil sein müssen, mussten wir uns vieles neu anschaffen“, erklärte er die neue Situation. Dem Spiel auf der Bühne taten die Mühen des Aufbaus keinen Abbruch und so freut man sich beim Theaterverein Nahequelle Selbach schon auf die nächste Aufführungen vom 23. bis zum 25 Mai, wenn der Schwank „Adel, Tadel und Verdruss“ auf dem Programm steht.

Marvin Stein als Kommissar-Assistent Hugo Geist
Marvin Stein als Kommissar-Assistent Hugo Geist FOTO: Ralf Mohr