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Theater
Drei Theaterstücke auf einen Streich

Zu früh erwacht: Mutter Hulda (Tanja Jung) ist zu früh aus dem künstlichen Koma erwacht und sprengt die Verlobung. Aber erst mal einen kräftigen Schluck Sekt, das weckt die Lebensgeister.
Zu früh erwacht: Mutter Hulda (Tanja Jung) ist zu früh aus dem künstlichen Koma erwacht und sprengt die Verlobung. Aber erst mal einen kräftigen Schluck Sekt, das weckt die Lebensgeister. FOTO: Ralf Mohr
Gonnesweiler. Gleich drei Komödien am Stück präsentierten die Theaterfreunde Gonnesweiler. Richtig gut machten die Kinder ihre Sache. Von Ralf Mohr

Mit einem regelrechten Feuerwerk haben die Theaterfreunde Gonnesweiler die Frucht ihrer Arbeit dem Publikum präsentiert. Gleich drei Stücke konnten die Besucher jeweils an drei Vorstellungstagen sehen. Freitag und Samstag waren bereits im Vorverkauf ausverkauft. Für Sonntag gab es noch Karten an der Abendkasse.


Gespielt wurden die Stücke „Toni und seine drei Frauen“ von Hans Lang, „Die Verlobungsfeier“ von Erich Koch und „So eine Pfundsfamilie“ von Michael Henschke.

„Wir machen das schon zum wiederholten Mal so, dass wir gleich mehrere Stücke an einem Abend vorstellen“, erläuterte die Vorsitzende Tanja Jung. Damit soll so vielen Akteuren wie möglich die Chance gegeben werden, sich dem Publikum zu präsentieren, ergänzte Marco Ames, der zusammen mit Michael Paulus und Detlef Jung für den Bühnenbau verantwortlich zeichnete.



Die Bühne in der Mehrzweckhalle mit drei Auf- und Abgangsmöglichkeiten erlaubt den Akteuren vielfältige Möglichkeiten, die Bretter, die die Welt bedeuten, zu betreten oder zu verlassen. Das kommt einem flüssigen und zügigen Spielablauf zugute.

Die drei Stücke waren im Grunde genommen Einakter, wenn auch eines eine Umbaupause benötigte. Zwischen den Stücken hatten die Besucher Gelegenheit, sich in einer Pause zu stärken. Das erste Stück „Toni und seine drei Frauen“ wurde von der Jugendgruppe des Vereins aufgeführt. „Wir freuen uns, dass wir wieder viele neue Mitspieler vor allem in der Jugendgruppe haben“, erläuterte Tanja Jung. Sechs neue Schauspieler gehören nun zum Ensemble, fünf davon in der Jugendgruppe. Um auch allen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, an den Aufführungen teilzunehmen, wurden zwei Gruppen gebildet. Gruppe eins spielte am Freitag und Sonntag. Die Gruppe zwei bestritt die Vorstellung am Samstag. Kurz zum Inhalt: Bauer Toni hat von seinem Onkel Ostermann tausend Euro zu seiner angeblichen Hochzeit erschwindelt. In Wirklichkeit hat er aber von dem Geld einen neuen Ochsen gekauft. Jetzt kommt der Onkel persönlich zu Besuch, um sich einen Eindruck von der Angetrauten zu verschaffen. Guter Rat ist teuer, und es muss dringend eine Frau her. In Frage kommen Marie, Gundl und Rosi. Erst möchte keine, dann erbarmen sich aber alle. Und plötzlich hat Bauer Toni drei Frauen, sehr zur Verwunderung des Onkels und noch mehr zur Belustigung der Zuschauer.

Es war schon ein professionelles Spiel, das die Akteure im Alter zwischen acht und 15 Jahren auf der Bühne darboten. Lars Mühlböck als Bauer Toni hatte schon sehr bald die Herzen des Publikums auf seiner Seite, und man litt mit ihm und freute sich mit ihm, dass am Ende alles gut ging, er seine Frau dann doch noch fand und der Onkel zufriedengestellt werden konnte. Ein Stück mit Happy End.

Im zweiten Stück „Die Verlobungsfeier“ ging es in artverwandter Manier nach der Pause weiter. Berta will ihre Tochter Manuela unbedingt mit Rüdiger von Durstmacher verheiraten. Ihr Mann Otto, Inhaber einer gut gehenden Metzgereikette, hätte es viel lieber gesehen, wenn Manuela den Bäcker Udo geheiratet hätte. Berta hat für die Familienzusammenführung extra einen Butler bestellt und ihre Mutter Hulda mit Schlaftabletten ruhiggestellt, damit sie die Verlobungsfeier nur nicht störe. Alles scheint gut vorbereitet. Und es hat den Anschein, als gingen die wohlüberlegten Pläne auch auf. Aber der Butler ist nur die Vertretung und hat von Tuten und Blasen keine Ahnung, verteilt die Hors d’Oeufres auf dem Wohnzimmerboden. Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite. „Dau gefälltscht mir heit jo gar net“, bemerkte zuvor Berta zu ihrem Gatten Otto. „Dau gefälltscht mir ach net, awwer eich hann dich trotzdem geheirat“, konterte der Metzger schlagfertig. Und die Zuschauer waren schon am Brüllen. Aber so richtig platzte es aus ihnen heraus, als Mutter Hulda in Nachthemd, Schlafmütze und Plüschpuschen aus dem Koma erwachte und die Verlobungsfeier sprengte. Tanja Jung ließ ihr ganzes Temperament in der Rolle geradezu explodieren, und den Zuschauern liefen die Tränen über die Wangen. Vor Lachen versteht sich, denn dem Spiel der Vereinsvorsitzenden konnte sich niemand entziehen: So war auch das zweite Stück ein voller Erfolg.

Dritter Streich an diesem Theaterabend war das Stück „So eine Pfundsfamilie“. Elise und Arthur Kraxl haben sich in ihrer Ehe nicht mehr viel zu sagen, höchstens wie dick er und wie schlampig sie ist. Aber plötzlich packt die beiden der Ehrgeiz und sie wetten, dass sie für andere Partner durchaus noch attraktiv sind. Das kostet viel Mühe und Schweiß. Zudem ist ein solches Vorhaben für die Ehe nicht gerade ungefährlich. Ein Glück, dass sich ihre Kinder Birgit und Thomas einschalten. Und schon nehmen die Ereignisse ihren Lauf.

Auch die Jüngsten der Theatergruppe waren mit von der Partie. Im Stück „Toni und seine drei Frauen“ ging es um Bauer Toni und seine fatale Heiratslüge. Plötzlich hat er gleich drei Braut-Kandidatinnen. Das  sorgt  für einige Verwirrung auf der Bühne. Und wenn der Bauer eben nicht will, dann darf halt der Knecht Sepp ran: Gundl (Lena Paulus) und Sepp (Pascal Klost) finden letztlich zueinander.
Auch die Jüngsten der Theatergruppe waren mit von der Partie. Im Stück „Toni und seine drei Frauen“ ging es um Bauer Toni und seine fatale Heiratslüge. Plötzlich hat er gleich drei Braut-Kandidatinnen. Das sorgt für einige Verwirrung auf der Bühne. Und wenn der Bauer eben nicht will, dann darf halt der Knecht Sepp ran: Gundl (Lena Paulus) und Sepp (Pascal Klost) finden letztlich zueinander. FOTO: Ralf Mohr