| 20:37 Uhr

Kappensitzung
Tanzende Tataren und rätschende Weiber

Die Eisener Minigarde trat bei der Kappensitzung in ihren neuen funkelnden Kostümen auf.
Die Eisener Minigarde trat bei der Kappensitzung in ihren neuen funkelnden Kostümen auf. FOTO: Daniel Ames
Eisen. Klirrende Kälte hielt die komischen Kosaken nicht zurück. Der KKV „Mir senn gudd droff“ Eisen lockte 170 Fastnacht-Fans zur 30. Prunksitzung. Von Daniel Ames

Tanzende Tataren, glitzernde Garden und spaßige Sketche – der KKV „Mir senn gudd droff“ lockte 170 feierwillige Fastnachter zu seiner bislang 30. Prunksitzung ins ausverkaufte Gemeindehaus.



Auch wenn draußen klirrende Temperaturen wie in Russland herrschten, war die Stimmung unter den Karnevalisten in Eisen alles andere als eisig. Getreu dem Motto „Bei dem kalten Wetter ist es egal, ob sie sind von der Krim oder dem Ural“ präsentierte der Elferrrat, unterstützt von weiteren rotgewandeten Koskanen, einen stampfenden Kalinka-Tanz zum Auftakt in den närrischen Abend.

Gar ins Schwitzen geriet die Minigarde. Sie zeigten einen schwungvollen Tanz in nagelneuen Glitzerkostümen. Auch die Großen von der Grünen Garde bewiesen artistische Bewegungsfreude Für ihre Darbietung ernteten sie großen Applaus vom närrischen Rund; ein halbes Jahr Proben zahlte sich aus. Mit einer Reise zurück in die Neunziger verzückte die Eisener Showtanzgruppe die närrischen Zuschauer. Auch ein Männerballet durfte nicht fehlen.

Zahlreiche Sketche und Büttenreden wärmten die Lachmuskeln auf. Sitzungspräsident Helmut Jenet blickte auf dreißig Jahre närrischer Regentschaft zurück, darunter eine Reise nach Italien. Damals wurden sie an der italienischen Grenze von der Polizei angehalten. Die Kontrolleure meinten, man dürfe nicht zu fünft im Audi Quatro reisen. „Holen sie mir ihren Chef“, ereiferte sich Jenet. Aber der war beschäftigt. Zur selben Zeit wollten zwei Typen im Fiat Uno die Grenze passieren.

Frau Schnitt und Frau Lauch (Ursula Georg und Michaela Heub-Schneider) rätschten derweil über Gott und die Welt. „Unser Schlafzimmer ist so klein! Wenn ich mich umdrehen will, muss mein Mann aufstehen“, erzählte Frau Lauch. Worauf Frau Schnitt souverän entgegnete: „Unsere Küche ist so klein, bei uns gibts nur Scholle und Omlette.“

Fastnächtliche Verbundenheit mit Eisen bewiesen befreundete Karnevalsvereine, die in der Bütt mit dem Eisener Orden geehrt wurden. Darunter das Kinderprinzenpaar Lea I. und Matthias I. aus St. Wendel sowie das Wolfersweiler Prinzenpaar Janine I. und Björn I., die den Karnevals-Kennern närrische Grüße überbrachten. Für zünftige Fastnachts-Freude in Eisen unabdinglich: Die über die Grenzen der Gemeinde bekannten Spatzelruther Katzen sorgten mit ihren auf saarländisch umgedichteten Karnevals-Hits aus dem Rheinland für ausgelassene Narrenfreude.

Die rotgewandeten Koskanen präsentierten einen stampfenden Kalinka-Tanz zum Auftakt in den närrischen Abend.
Die rotgewandeten Koskanen präsentierten einen stampfenden Kalinka-Tanz zum Auftakt in den närrischen Abend. FOTO: Daniel Ames