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Stadt nennt Zahlen zum Musikpark

Ralf Weber, Homburgs Kämmerer und als Geschäftsführer der Parkhaus- und Stadtbus GmbH für den Musikpark zuständig, am Freitag vor dem Gebäude. Foto: Thorsten Wolf
Ralf Weber, Homburgs Kämmerer und als Geschäftsführer der Parkhaus- und Stadtbus GmbH für den Musikpark zuständig, am Freitag vor dem Gebäude. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Am Donnerstagabend befasste sich der Homburger Stadtrat nicht zum ersten Mal mit dem Thema Musikpark. In diesem Zusammenhang wehrte sich die Stadtspitze gegen die hohen Kostenschätzungen der Kritiker. Von SZ-MitarbeiterThorsten Wolf

Seit Ende 2011 befindet sich die ehemalige Diskothek Musikpark im Eigentum der stadteigenen Homburger Parkhaus- und Stadtbus GmbH (HPS). Und seit die HPS den Bau an der Entenmühlstraße als Eventclub saniert, ist das Thema ein Zankapfel der Homburger Kommunalpolitik. Kritiker monieren hohe Kosten und bringen schon mal Summen von bis zu sechs Millionen Euro ins Spiel, die das Engagement der Stadt angeblich bislang gekostet haben soll.

Vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen verwunderte es da nicht, dass sich der Musikpark als Teil einer Anfrage der Grünen an die Stadtverwaltung am Donnerstagabend auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung fand. Kernfrage dabei: Was hat der Musikpark bis jetzt tatsächlich gekostet? Ralf Weber, Stadt-Kämmerer und HPS-Geschäftsführer, nannte 1,7 Millionen Euro Gesamtkosten - einschließlich 300 000 Euro für Grundstück samt Gebäude.

Die Angaben von Weber nahm Peter Müller von der "Fraktion für Homburg" (FFH) zum Anlass, nach der finanziellen Perspektive des Musikparks zu fragen: "Was werden wir am Ende investiert haben?" Weber rechnet mit weiteren rund 1,2 Millionen Euro für die Sanierung samt Fassadengestaltung - immer unter der Voraussetzung, dass der Stadtrat das beschließe. Axel Ulmcke, Beigeordneter für Stadtmarketing aus den Reihen der FWG, verwies auf eine entsprechende Planung "hinsichtlich der zukünftigen Nutzung. Die Gelder, die dafür gebraucht werden, müssen jeweils vom Stadtrat freigegeben werden". Bei den ausstehenden Arbeiten gehe es um die Fassade oder die Reaktivierung der ehemaligen Videothek im Gebäudekomplex.

Peter Müllers Kritik: Die schon verwendeten und noch ausstehenden Mittel seien besser in der Jugendarbeit angelegt. "Und wir wissen nicht, wo wir finanziell hingehen." Das wollte Bürgermeister Klaus Roth (CDU) so nicht stehen lassen. "Die Investitionstätigkeit der HPS spiegelt sich im Wirtschaftsplan wider. Und welche Ausbaustufe der Musikpark erreichen soll, wird der Stadtrat entscheiden. Es ist also Wille des Stadtrates, was dort passiert." Zudem gebe es gegenwärtig nur eine Kostenschätzung. "Und über dieses Stadium sind wir noch nicht hinaus."

Mit den Zahlen, die Ralf Weber nannte, zeigte sich Winfried Anslinger von den Grünen nicht zufrieden. So sprach er, "wenn ich privat rechne", von bislang drei Millionen Euro Gesamtkosten. Webers deutliche Antwort mit Blick auf die von ihm erläuterten 1,7 Millionen Euro: "Ich wehre mich gegen diese Falschaussagen."

Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff korrigierte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung zudem den Eindruck, die Stadt habe den Musikpark gezielt gekauft. Vielmehr habe man sich an der Entenmühlstraße ein Grundstück sichern wollen, das für die Umsetzung der B 423-Umgehung wichtig sei. Der damalige Eigentümer habe aber darauf bestanden, dass die Stadt die Gesamtfläche samt ehemaliger Diskothek kaufe.


Zum Thema:

Auf einen BlickEinstimmig hat der Homburger Stadtrat am Donnerstag auf Antrag der Linken auch eine Resolution zum Erhalt des Universitätsklinikums einschließlich Zahnmedizin und Transplantationskompetenz verabschiedet. "Für die Stadt und die Region Homburg ist das Universitätsklinikum unverzichtbar", so Linken-Fraktionssprecherin Barbara Spaniol. Zu einer mehr als halbstündigen Diskussion im Rat führte in diesem Zusammenhang ein Antrag der "Fraktion für Homburg" (FFH) mit dem grundsätzlich gleichen Ziel. Dieser war aber gerade der Linken nicht ausführlich genug. Der FFH-Antrag wurde in der Folge deswegen auch nur mehrheitlich angenommen. thw