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Markt
Skurrilitäten und kleine Anekdoten

Manfred Kunze aus Chemnitz an seinem Stand.
Manfred Kunze aus Chemnitz an seinem Stand. FOTO: Jennifer Sick
Bosen. Kaum ein Besucher verließ den Flohmarkt in Bosen mit leeren Händen. Und die vielen Verkäufer, die zum Teil auch von weither kamen, waren alles andere als wortkarg. Von Jennifer Sick

Altes Bauernleinen oder doch lieber ein Fußmassagegerät? Wer am Wochenende die Festwiese am Bostalsee besuchte, konnte beides erstehen. Und nicht nur das. Antike Schätze trafen auf neuwertige Produkte beim großen Flohmarkt in Bosen. Zahlreiche Händler hatten ihre Stände aufgebaut und boten Waren unterschiedlichster Art zum Verkauf an. „Die Auswahl hier ist super“, freute sich deshalb auch ein Besucher, der nicht nur einen alten Reisekoffer für sich selbst, sondern auch ein Computerspiel für seinen Sohn erstanden hatte. Wie ihm ging es den meisten Leuten auf dem Flohmarkt, denn kaum einer verließ die Festwiese am Wochenende mit leeren Händen. Alte Kameras, Gemälde in prunkvollen Goldrahmen, jede Menge Klamotten, Möbel, Geschirr und auch einige Skurrilitäten erfreuten die Herzen der Sammler. So zum Beispiel auch Flohmarktbesucherin Anna Konz. Sie hatte die Figur eines
zigarrerauchenden Hundes erstanden und war sichtlich glücklich mit ihrem Kauf, denn er sei „so hässlich, dass er schon wieder cool ist“.


Auch die Händler waren zufrieden mit dem Markt. „Die Resonanz ist sehr gut“, feute sich zum Beispiel Peter Golder. Der Saarländer hatte zahlreiche alte Möbelstücke mitgebracht. Gut erhalten lockten sie viele Besucher an. „Die meisten sind aus der Zeit von 1910, 1920 rum“, erklärte Golder. Zusammengetragen habe sie sein Bruder im Elsass. „Er arbeitet dort als Dachdecker und stößt öfter mal in alten Bauernhäusern auf solche Schätze“. Besonderer Blickfang am Stand: Ein fast schon thronartiger Stuhl aus massivem Echtholz für den sich viele Besucher interessierten. Für 250 Euro konnte man das kunstvoll verzierte Möbelstück erstehen, das der Händler auf ungefähr 130 Jahre schätzt.

Doch nicht nur bei Peter Golder gab es solche Schätze zu entdecken. Viele der Händler hatten sehr alte, zum Teil schon antike Waren im
Angebot. So auch Manfred Kunze. Er war aus Chemnitz angereist, und an seinem Stand gab es eine bunte Mischung aus unterschiedlichsten Sachen. Wannen aus Zinn, Koffer, verschnörkelte Zäune, ein altes Radio. Und genau wie seine Produkte war auch der Verkäufer selbst ein Unikat. Mit Zylinder und Steampunk-Brille stand er zwischen seinen Schätzen und plauschte mit Besuchern und anderen Standbetreibern.



Generell kam man auf dem Flohmarkt schnell mit den Menschen ins Gespräch, denn jeder Händler hatte etwas zu erzählen, und so gab es zu den vielen interessanten Kaufgelegenheiten auch immer noch die ein oder andere spannende Anekdote gratis mit dazu.