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Wettbewerb
Skulpturen im Fokus der Schnappschuss-Fraktion

Bei der Arbeit: Die Juroren Christoph M. Frisch, Cornelieke Lagerwaard und Franz Rudolf Klos (von links) beurteilen die eingereichten Fotos.
Bei der Arbeit: Die Juroren Christoph M. Frisch, Cornelieke Lagerwaard und Franz Rudolf Klos (von links) beurteilen die eingereichten Fotos. FOTO: Evelyn Schneider
Bosen. Ende Mai war Einsendeschluss beim Foto-Wettbewerb. Die Sieger werden bei der Vernissage am Freitag bekannt gegeben. Von Evelyn Schneider

Alle Tische und sogar ein paar Stühle werden im Atelier des Kunstzentrums Bosener Mühle genutzt. Dessen Leiter Christoph M. Frisch legt ein Foto nach dem anderen aus. Die Ausdrucke sind mit einem silber-grauen Passepartout versehen. „Das war meine Wochenend-Beschäftigung“, sagt Frisch und lächelt. Dank des Papierrahmens werden die Aufnahmen besser in Szene gesetzt. Immerhin sind sie ab Freitag in einer Ausstellung zu sehen.


Mal in Farbe, mal in Schwarz-weiß, mal im Tageslicht aufgenommen, mal bei Sonnenuntergang, mal Frühling, mal Winter – so verschieden die Fotografien auch sind, haben sie dennoch zwei Gemeinsamkeiten. Sie alle sind Einsendungen bei einem Wettbewerb und beschäftigen sich mit dem Thema Skulptur. Bereits im vergangenen Jahr haben Christoph M. Frisch und Cornelieke Lagerwaard, Leiterin des St. Wendeler Museums, dazu aufgerufen, die Kunstwerke im öffentlichen Raum fotografisch in Szene zu setzen. Der Wettbewerb ist Teil des Projekts „Die Straße der Skulpturen St. Wendel – Reloaded“ (wir berichteten).

„Wir wollten gezielt die Schnappschuss-Fraktion ansprechen“, sagt Frisch. Dementsprechend seien teilweise auch Handyfotos eingereicht worden. Bis Ende Mai hatten Hobbyfotografen die Gelegenheit, ihre Aufnahmen auf der Internetseite des Projekts hochzuladen. Mehr als 80 seien es insgesamt gewesen. Teils seien Bilder doppelt hochgeladen worden, sodass letztlich 65 Fotografien zur Wahl im Atelier ausliegen. An diesem Vormittag trifft sich die Jury, bestehend aus Christoph M. Frisch, Cornelieke Lagerwaard und Franz Rudolf Klos, Vorsitzender des Fotoclubs Tele Freisen, um die besten Fotos auszuwählen. Eigentlich waren drei Preise angedacht: 300 Euro für den Erstplatzierten, 200 für den zweiten und 100 Euro für den dritten. Spontan beschließt die Jury, zwei weitere Preise für je 50 Euro zu vergeben.

Nachdenklich gehen die Juroren an den Tischen entlang, betrachten jedes Bild. Die Bewertung soll in zwei Schritten geschehen. Zunächst gilt es für jeden, seine drei Favoriten auszuwählen. Zwischendrin wird auch mal diskutiert – über Motivwahl oder dessen Umsetzung. „Es ist schwierig, etwas auszusuchen“, sagt Cornelieke Lagerwaard.

Am Ende liegt aber doch eine facettenreiche Favoriten-Sammlung auf einem der Tische. Eine Infrarotaufnahme, eine winterliche Szene und ein Motiv bei Sonnenuntergang gehören dazu. Nun heißt es im nächsten Schritt für die Juroren: Aus neun mach’ fünf. Und dann muss noch die Platzierung bestimmt werden. Wieder wird diskutiert, werden Bilder vergleichend nebeneinander gehalten. Dann steht die Reihenfolge.



Wer gewonnen hat, das erfahren die Teilnehmer am Freitag, 8. Juni, ab 19 Uhr. Dann wird die erste Ausstellung des Projekts „Die Straße der Skulpturen St. Wendel – Reloaded“ im Kunstzentrum Bosener Mühle eröffnet. Neben den Werken der Preisträger sind auch die übrigen Wettbewerbs-Fotos zu sehen. Außerdem auch die Ergebnisse verschiedener Workshops.