| 20:42 Uhr

Köhlertage
Kinder staunen bei den Köhlertagen

Am Schaumeiler erklärt Dietmar Böhmer den Schülerinnen und Schülern die Funktionsweise. Die sind mucksmäuschenstill und hören den Ausführungen aufmerksam zu.
Am Schaumeiler erklärt Dietmar Böhmer den Schülerinnen und Schülern die Funktionsweise. Die sind mucksmäuschenstill und hören den Ausführungen aufmerksam zu. FOTO: Frank Faber
Walhausen. Wie wurde eigentlich früher Kohle hergestellt? Darüber informierten sich am Mittwoch 200 Schülerinnen und Schüler. Von Frank Faber

Schüler aus dem ganzen Saarland besuchen die achten Köhlertage in Walhausen. Am Mittwoch sind 200 Schüler der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle zum Heimatkundeunterricht am Kohlenmeiler im Buchwald erschienen. Die Walhauser Laienköhler wollen die geschichtlichen Zusammenhänge im Dorf zu Zeiten des Kupferbergbaus und die Handwerkskunst der Holzkohlengewinnung den vielen Besuchern und Schulklassen nahebringen.


Zwei Meiler, die in Betrieb sind, qualmen um die Wette, doch wie sieht es eigentlich im Inneren der rauchenden Kuppel aus? Das zeigt Dietmar Böhmer der Klasse 5d am aufgeschnittenen Schaumeiler. „500 Grad heiß wird es in einem Betriebsmeiler“, berichtet Böhmer. Vor 500 Jahren hätten sich die Köhler bei der Holzkohlengewinnung gleichzeitig um drei Meiler gekümmert. „Da es keine Quelle oder Bachlauf gab, um den Meiler zu löschen, haben sie vor der Ernte die Meiler immer ganz abkühlen lassen“, erklärt er den Schülern. 49 alte Kohlenmeilerplätze seien im Buchwald bei Walhausen entdeckt worden.

Anschließend ist Jungköhler Jakob Heidenreich an der Reihe und erteilt seinen Mitschülern Unterricht in Sachen Holzkohlengewinnung. „Das hat er richtig gut gemacht“, meint sein Lehrer Jörg Friedrich. An der nächsten Station wartet Nationalpark-Ranger Patrick Heintz auf die jeweilige Schulklasse. „Als die Köhler hier aktiv waren, war hinterher vom Wald nicht viel übrig. Sie haben fast alles abgeholzt“, so der Nationalpark-Ranger. Er erklärt zudem, was die Baumarten Birke, Fichte und die Buche mit dem Nationalpark gemein haben.



Berno Nagel übernimmt dann die neugierigen Gruppen am qualmenden Meilerplatz. Der Laienköhler erklärt den Aufbau und die Funktion des rauchenden Betriebsmeilers und blickt zurück. Ein Köhler habe früher eine Lebenserwartung von etwa 60 Jahren gehabt. „Der Rauch und die Dämpfe waren für deren Gesundheit nicht gerade förderlich“, erzählt Nagel. Er geht darauf ein, dass, wenn bläulicher Rauch aufsteige, die Holzkohle geerntet werden könne.

Nationalparkförster Konrad Funk präsentiert den Kindern die im heimischen Wald lebenden Tierarten. „Die Waldorfschüler haben alle Tiere gekannt, die Kinder aus dem nördlichen Saarland einige davon, die Dillinger Schüler nur ein Tier“, sagt Funk. Wolfgang Kilian versetzt die Schülergruppen schnell ins Staunen. „Hier in Walhausen war das erste Bergwerk im Saarland“, sagt Kilian im Zelt des historischen Bergwerksvereins Walhausen. Es habe zwei Zeitabschnitte gegeben, wo nach Kupfer gegraben wurde. Einmal im 15. Jahrhundert und dann wieder ab 1720.

Am heutigen Freitag steht Meilerbetrieb auf dem Schichtplan der Walhauser Köhler.