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Schramm: Regierungschefin versteckt NS-Verbindung ihrer Partei

Saarbrücken. Die Linken-Vorsitzende Astrid Schramm wirft der Ministerpräsidentin vor, in dem von ihr verantworteten Band des Landesarchivs würden die NS-Verbindungen der Saarpolitik ausgeklammert. Mitherausgeber Ludwig Linsmayer widerspricht und betont die Unabhängigkeit des Archivs. Ute Kirch

Wie viele Landtagsabgeordnete waren in der NS-Zeit Mitglieder der NSDAP, SS oder anderer Nazi-Organisationen? Dieser Frage ist der Historiker Hans-Peter Klausch im Auftrag der Linksfraktionen in Niedersachsen, Hessen und im Saarland nachgegangen. 2013 ist die Broschüre "Braune Spuren im Saar-Landtag" erschienen. Welche Reaktionen seine Ergebnisse auslösten, darüber berichtete Klausch am Mittwochabend auf Einladung der Peter-Imandt-Gesellschaft und Rosa-Luxemburg-Stiftung. In Niedersachsen und Hessen habe es enorme Reaktionen gegeben, in deren Folge die Landtage in Hannover und Wiesbaden Mittel für eigene Studien bewilligt hätten, sagt Klausch. Nicht überall seien dort seine Forschungen gut aufgenommen worden, da er mitunter Verstrickungen angesehener Ex- Landtagsabgeordneten veröffentlicht habe. Es habe Diskussionen gegeben, Anrufer stellten ihm Fragen oder gaben ihm weitere Hinweise. In Hessen hätten sich mehrere Initiativen gebildet, die weiterforschen wollen.

Anders im Saarland: "Aus dem Saarland habe ich keine Rückmeldung erhalten", sagt der Historiker. Eine Erklärung habe er dafür nicht.