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Schmidt Küchen
Eine halbe Million für die Gesundheit

Christian Sendler (links) und Marvin Uhlig am neuen Förderband.
Christian Sendler (links) und Marvin Uhlig am neuen Förderband. FOTO: Melanie Mai
Türkismühle. Schmidt Küchen in Türkismühle wertet den Stammsitz auf und investiert weiter. Eine neue Zuschnittmaschine kommt 2019.

Die neuen, blauen Förderbänder sehen relativ unspektakulär aus. Aber sie sind eine enorme Arbeitserleichterung, sagt Christian Sendler, der stelltvertretende Produktionsleiter bei Schmidt Küchen in Türkismühle. „Vorher mussten wir alles, was von der Produktion kam, erst einmal in Kisten ein- und dann später wieder ausräumen.“ Und das sind 700 bis 750 Elemente pro Tag.  Nun bringen drei neue Förderbander auf einer Strecke von 180 Metern  die Küchenteile bis zum Versand, fast bis zum Laster, der sie zum Kunden fährt. Das hat sich das Türkismühler Unternehmen eine halbe Million Euro kosten lassen.


Die neue Bandanlage optimiere die Prozesskette und erhöhe den Materialfluss, ist aus dem Unternehmen zu hören Darüber hinaus diene die Investition der Qualitätssicherung, da das Risiko, dass Teile durch den Transport beschädigt werden, reduziert werde. Viel wichtiger, das betont Projektleiter Marvin Uhlig, sei aber noch die ergonomische Verbesserung der Arbeitsplätze, da die Mitarbeiter jetzt deutlich weniger Teile heben müssten. Auf den beiden Förderstrecken werden täglich immerhin 360 Kubikmeter Material verladen. „Wo früher viel Krafteinsatz notwendig war, werden die Kollegen fortan nachhaltig entlastet. Des Weiteren sind die Laufwege beträchtlich kürzer“, weiß  Uhlig.

Die Qualität steigern und die Mitarbeiter entlasten, dies seien die vorrangigen Ziele gewesen, betont auch Sendler. Es gehe nicht um Arbeitsplatzabbau. „Die Anzahl der Mitarbeiter ist gleich geblieben“, sagt Sendler. Die hohe Summe an Investitionen sei auch ein Bekenntnis zum Stamm-Standort, so Sendler weiter.  Auch wenn Schmidt Küchen in Frankreich deutlich bekannter sei als hierzulande, so gelte es doch, den Sitz des Familienunternehmens zu halten. „Der Produktionsstandort ist auch bei der Vermarktung wichtig“, sagt Pascal Blum, der für die Pressearbeit zuständig ist: „Viele wollen ein deutsches Auto und eben auch eine deutsche Küche.“ Und gerade im Saarland sei die Verbundenheit mit dem Unternehmen, das in dritter Generation geführt werde, sehr groß.  Mittlerweile gebe es auch beim Personal Arbeitnehmer, die in dritter Generation bei dem Küchen-Hersteller arbeiten. Uhlig: „Auch derzeit gibt es Väter und Söhne, die hier beschäftigt sind.“



Und mit der halben Million sei die Fahnenstange noch nicht erreicht, in den nächsten Jahren soll weiteres Geld investiert werden. Konkret spricht er von  einer neuen Zuschnittmaschine, die 2019 kommen soll. Bisher ist es so, dass die Firma Kartons in Standardgrößen vorrätig hat.  Mit der neuen Maschine, die mehr als 200 000 Euro kosten soll, wird das anders. Sendler: „Dann werden die Kartons passgenau auf die Möbel zugeschnitten.“ Schließlich biete Schmidt Küchen seit etwa zwei Jahren auch Möbel auf Maß an. „Wir lösen uns vom Breitenraster“, sagt Sendler. Damit sei, so denkt Sendler, das Türkismühler Unternehmen das einzige auf dem deutschen Markt, dass das in industrieller Fertigung anbiete.

Das Türkismühler Werk von Schmidt Küchen aus der Vogelperspektive.
Das Türkismühler Werk von Schmidt Küchen aus der Vogelperspektive. FOTO: Rolf Ruppenthal/Schmidt Küchen
Ein Blick in die Produktionshalle in Türkismühle.
Ein Blick in die Produktionshalle in Türkismühle. FOTO: Melanie Mai