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Protestanten feiern Kirchen-Jubiläum

Geislautern/Wehrden. Heute feiert die die evangelische Auferstehungskirchengemeinde Wehrden-Geislautern das 60-jährige Bestehen ihres Gotteshauses. Die Zukunft des denkmalgeschützten Baus ist noch immer ungewiss. Ein Förderverein kämpft für seine Erhaltung. Von SZ-Redakteurin Doris Döpke

Als die evangelischen Kirchengemeinden Wehrden und Geislautern 1954 ihr neues Gotteshaus einweihten, redete noch niemand von demografischem Wandel oder Energiewende. Der Architekt Willy Lather aus Altenkessel entwarf ein großzügiges Gebäude, Stahlbeton, mit Sandstein verkleidet. Dank hoher senkrechter Fensterbänder durchflutet Licht den Raum, der knapp 400 Menschen Platz bietet. 1964 bekam der Bau einen freistehenden Kirchturm dazu. Seit 1975 heißt er Auferstehungskirche. Der Name nimmt das Thema des Rundfensters über dem Altar auf: Dort hat der sarländische Künstler György Lehoczky den auferstandenen Christus in den Mittelpunkt gestellt.

Größe und Konstruktion des Baus, der inzwischen unter Denkmalschutz steht, sind heute ein Problem. Die Gemeinde ist geschrumpft. Und die Drahtglasfenster lassen reichlich Wärme durch; die Kirche zu heizen, ist teuer. So hat die heutige Kirchengemeinde Völklingen-Warndt bereits darüber diskutiert, die Kirche zu schließen. Ein Förderverein stemmt sich dagegen. Und wirbt, um die Bauunterhaltung zu sichern, dafür, das Kirchenfoyer als Kolumbarium einzurichten, als Ort also, an dem man gegen Gebühr Friedhofsurnen verwahrt. Zentrum des Gemeindelebens soll die Kirche nach dem Willen des Vereins aber bleiben. Ist das vereinbar mit dem Denkmalschutz? "Eine gemischte Nutzung", sagt Josef Baulig, Leiter des Landesdenkmalamts, "ist immer ein Riesenproblem."

Festgottesdienst zum 60-jährigen Jubiläum der Kirche heute, 18 Uhr. Superintendent Christian Weyer predigt, der Posaunenchor und der Ökumenische Singkreis musizieren.