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Pflaster und Mullbinden für Koulikoro

Vor allem die Kinder in Koulikoro brauchen Hilfe. Fotos: Privat
Vor allem die Kinder in Koulikoro brauchen Hilfe. Fotos: Privat
St Wendel. Verbandskästen, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, einfach entsorgen und dabei noch Gutes tun. Das ist jetzt möglich. Am Globus-Baumarkt steht ein Container für altes Verbandsmaterial bereit. Damit möchte Bernd Naumann aus Güdesweiler die Gesundheitsstation seiner Schule in Mali ausstatten. Von SZ-RedakteurinEvelyn Schneider

Mali ist für viele irgendein Land in Afrika, arm und zuletzt durch den Bürgerkrieg in die Schlagzeilen geraten. Für Bernd Naumann aus Güdesweiler ist der Staat im Westen Afrikas eine Herzensangelegenheit. Zusammen mit seiner Frau Maria hat er in der malischen Stadt Koulikoro eine Schule finanziert und verschiedene Hilfsaktionen gestartet. Zuletzt hatte das Mitglied des Rotary-Clubs St. Wendel Stadt alte mechanische Nähmaschinen gesammelt. Rund 100 kamen in kürzester Zeit zusammen. 50 davon konnten schließlich instand gesetzt und nach Mali gebracht werden. Naumanns Schule und eine Schule der Franzikaner bekamen die Maschinen und können nun die Mädchen im Nähen unterrichten. 4000 Schüler besuchen Naumanns Schule.

Jetzt plant der Rotarier ein neues Projekt. Er möchte die Sanitätsstation in seiner Schule besser ausstatten. "Das Gesundheitszentrum ist modern eingerichtet, mit Metallschränken. Doch wenn man diese öffnet, ist nichts drin", berichtet Naumann. Es fehle an allem: Pflaster, Verbandsmaterial, Kompressen. Das soll sich nun ändern und zwar mit Hilfe der Bevölkerung. Vor dem Globus-Baumarkt in St. Wendel wird ein Container aufgestellt, in dem alte Verbandskästen aus dem Haushalt oder dem Auto gesammelt werden. Diese lässt Naumann neu verpacken und mit Hilfe der Bundeswehr nach Mali bringen. Denn derzeit sind deutsche Soldaten in Koulikoro eingesetzt. Wenn es ihm möglich ist, möchte Naumann den Transport begleiten und die Verbandsmaterialien persönlich verteilen. Sollte so viel zusammen kommen, dass die Krankenstation in seiner Schule versorgt ist, möchte er weitere Schulen unterstützen.

Vier Mal war der Güdesweiler bereits in Mali. "Ich fühle mich da sehr wohl", sagt er und lächelt. Viele Geschichten kann er erzählen - von den Menschen dort und den Jungen, die am Niger toben und davon träumen einst Fußballprofi zu werden. Doch ein Erlebnis ist ihm besonders in Erinnerung geblieben, hat ihn nie los gelassen. Als er vor gut 15 Jahren das erste Mal in dem westafrikanischen Land war, habe ihm eine Frau ihr totes Baby in den Arm gelebt. "Der kleine Körper war schon halb verwest", erinnert sich Naumann. In diesem Augenblick habe er zu seiner Frau gesagt: Wenn wir in Rente sind, dann müssen wir hier helfen. Diesen Vorsatz setzen die beiden seit Jahren in die Tat um.

Wer Bernd Naumanns Aktion unterstützen möchte, kann alte Verbandskästen in den Container vor dem Globus-Baumarkt in St. Wendel bringen. Das Haltbarkeitsdatum auf den Verbänden spielt keine Rolle. Nur Medikamente dürfen nicht in den Container.


Bernd Naumann hilft mit seiner Aktion den Menschen in Mali.
Bernd Naumann hilft mit seiner Aktion den Menschen in Mali.