| 19:29 Uhr

Oktoberfest-Stimmung im Hochsommer

Bummel über den Laurentiusmarkt: Bereits am Vormittag waren Kunden unterwegs und schauten sich bei den Krämern um. Im Angebot fanden sich viele Bekleidungsstände.
Bummel über den Laurentiusmarkt: Bereits am Vormittag waren Kunden unterwegs und schauten sich bei den Krämern um. Im Angebot fanden sich viele Bekleidungsstände.
Wolfersweiler. Während des fünftägigen Laurentius-Marktes in Wolfersweiler hat es schon gekracht und geknallt. Im Festzelt waren Schüsse während des Fahrradbiathlon-Wettbewerbes gefallen. Die Kirmestage gehen am heutigen Dienstag mit der Beerdigung zu Ende. Und Rüdiger Eifler, langjähriger Vorsitzender der veranstaltenden Vereinsgemeinschaft, verabschiedet sich. Frank Faber

Mit der Polka "Auf der Vogelwiese" beschloss der Musikverein aus Nohfelden sein Frühschoppenkonzert im Wolfersweiler Festzelt. Draußen machten sich sofort die Biathleten auf dem Fahrrad vom Acker: Zum zweiten Mal stand die Mischung aus Sport und Gaudi auf dem Programm der Laurentiuskirmes.



Minuten später. In den örtlichen Haushalten war am Festsonntag überwiegend die Küche kalt geblieben. Genüsslich verspeisten die Bürger im aufgeheizten Zelt zum Mittagessen dampfende Klöße.

Im Spurt, Laufschritt oder Spaziergang waren Biathleten nach der 3,5 Kilometer langen Radrunde im Festzelt erschienen, gingen am Schießstand an die Lasergewehre. Dann fielen plötzlich Schüsse . "Den Schießstand mit Lasergewehren haben uns die Schützenvereine aus Eitzweiler und Bosen zur Verfügung gestellt", berichtete Mitorganisator Michael Alles. Insgesamt 90 Biathleten , 60 mehr als im Vorjahr, betrieben die Ausdauer- und Präzisionssportdisziplin in der abgewandelten Version mit den Sportarten Radfahren und Schießen.

Das Team Grüne-Hölle-Mountainbiker aus Freisen verteidigte den Wanderpokal. Die Wolfersweiler Senioren Theo Jung (72) und Heribert Brust (69) landeten in der Duowertung auf dem ersten Platz.

Der Laurentiuskirmes verzeichnete nicht nur ein Plus an Sportlern. "Wir hatten an jedem Tag mehr Besucher als im Vorjahr", erklärte Vereinsgemeinschaft-Einsatzleiter Matthias Lehmann. Die Bands Buhää & The Rhabarbers und Alex im Westerland hatten die Kirmestage eröffnet. Im Dirndl oder der Lederhose strömten 580 zahlende Besucher zur von der Formation Krachleder verursachten samstäglichen Festzeltgaudi. Vorgezogene Oktoberfest-Stimmung im Hochsommer also.

"Immer mehr Leute kommen dazu verkleidet ins Zelt", beobachtete Lehmann. Am Montagabend tanzten, sangen und klatschten sie auf den neuen und stabilen Sitzgarnituren. Bereits zum siebten Mal standen die Tiroler Pfundskerle in Wolfersweiler auf der Bühne.

Wesentlich ruhiger war es dort am Morgen zugegangen. Beim kommunalen Frühschoppen mit der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ) spielte der Musikverein aus Wolfersweiler-Gimbweiler auf.

Ein Floh- und der Laurentiusmarkt sind traditioneller Bestandteil der Kirmes. Deren Durchführungsbedingungen würden laut Ortsvorsteher Eckhard Heylmann (SPD ) immer schwieriger: "Die behördlichen Beschränkungen und Einschränkungen sind nicht mehr auszuhalten", kritisierte Heylmann.

Am heutigen Dienstag tritt die Band Nightlife vor dem gegen 22 Uhr beginnenden Brillantfeuerwerk auf. Wenn dann abschließend die Akteure des Krematoriumsvereins zur Kirmesbeerdigung auf den Plan treten, nimmt auch Rüdiger Eifler seinen Hut. Der langjährige Vorsitzende der veranstaltenden Vereinsgemeinschaft gibt seinen Posten ab. "Das habe schon ich vor vier Jahren angekündigt, aber niemand stand bislang als Nachfolger bereit", sagte Eifler. Der Polizist engagierte sich 29 Jahre im Vorstand der Vereinsgemeinschaft.

Nora Büsgen zielt am Schießstand im Wolfersweiler Festzelt mit einem Lasergewehr auf eine Lichtpunkt-Anlage. Die Jugendliche war eine von 90 Schützen.                        Fotos: Frank Faber
Nora Büsgen zielt am Schießstand im Wolfersweiler Festzelt mit einem Lasergewehr auf eine Lichtpunkt-Anlage. Die Jugendliche war eine von 90 Schützen. Fotos: Frank Faber