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Rettungswache in Walhausen
Kostengünstiger und schneller fertig

 Bei der Schlüsselübergabe vor der neuen Rettungswache in Walhausen: Jürgen Schreier (von links), Alexander Schwickart, Mike Thine, Joachim Hönig, Wolfgang Klein vom Innenministerium, Landrat Udo Recktenwald,Bernhard Roth Thomas Rausch ( beide ZRF).
Bei der Schlüsselübergabe vor der neuen Rettungswache in Walhausen: Jürgen Schreier (von links), Alexander Schwickart, Mike Thine, Joachim Hönig, Wolfgang Klein vom Innenministerium, Landrat Udo Recktenwald,Bernhard Roth Thomas Rausch ( beide ZRF). FOTO: B&K / Bonenberger/
Walhausen. Nach der Feier am Donnerstagmorgen ist die neue Rettungswache in Walhausen nun offiziell eingeweiht. Und der Bau ist günstiger als geplant. Von Melanie Mai

Auch das gibt es noch. Der Neubau der Rettungswache in Walhausen ist günstiger als geplant und noch dazu zeitig fertig. „Das hat mich fast fassungslos gemacht“, sagte Wolfgang Klein, der Innenminister Klaus Bouillon (CDU) vertrat, bei der Einweihung am Donnerstagmorgen. Und weiter: „Das kennt man von anderen Projekten anders. Respekt!“


Das betonte auch Landrat Udo Recktenwald (CDU) mit einem lustig gemeinten Seitenhieb auf die Landeshauptstadt: „Es ist nicht der Ludwigspark, der hier geplant wurde.“  In Zahlen ausgedrückt: Der Neubau mit einer Nutzfläche von 150 Quadratmetern kostete  rund 320 000 Euro, 85 000 Euro weniger als veranschlagt. Dazu Klein: „Als ich das gehört habe, habe ich mal  im Fachreferat nachgefragt, ob das stimmen kann.“ Und es stimmte.  100 000 Euro schießt das Saarland bei, weitere 100 000 Euro der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF). Der Rest wird über die Leistungsentgelte der Krankenkassen finanziert.

Die neuen Räume sind hell und nüchtern. Ein großer Aufenthaltsraum mit Couch, Fernseher, Computer und Küchenzeile wirkt schon wohnlich, nachdem die Rettungswache zum 1. März in Betrieb genommen wurde; der Kaffee steht bereit.  Leer hingegen sehen noch die Ruheräume aus. Jeweils ein Bett, ein Schrank. Das wars.  Hinzu kommen ein Bad und ein Abstellraum sowie die Fahrzeughalle samt Lagerräumen und Desinfektion. Ein Rettungswagen ist dort im 24-Stunden-Betrieb stationiert. Sechs hauptamtliche Mitarbeiter und  zwei Ehrenamtliche sind dort beschäftigt. Für sie, das betont Recktenwald, gebe es nun deutlich bessere Arbeitsbedingungen. Aber nicht nur diese Optimierung sei der Grund für den Neubau gewesen. Vielmehr sei es um die Standortfrage gegangen. Mit der bisherigen Rettungswache in Türkismühle habe der Notdienst vor allem in den Wintermonaten „wertvolle Sekunden“, wie er sagt, verloren. Schuld sei die Randlage gewesen. Das bestätigt Rettungsdienstleiter Joachim Hönig. Von Türkismühle aus sei es vielerorts schwierig gewesen, die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von zwölf Minuten einzuhalten. Walhausen liege deutlich zentraler.  „Wir sind in sieben Minuten in Oberthal“, so Hönig. Und betont, dass gerade Oberthal bisher etwas unterversorgt gewesen sei. Die Rettungswache Walhausen ist nicht nur für die Gemeinde Nohfelden zuständig, sondern auch für Teile der Gemeinden Oberthal und Namborn. Die etwas weiter entfernten Türkismühle und Sötern, so Hönig weiter, seien nun aber keineswegs unterversorgt: „Sie können problemlos von der Rettungswache in Otzenhausen erreicht werden.“ Und Recktenwald fügt hinzu: „Die verkehrstechnischen Voraussetzungen sind opitmal.“



Das sei der Ausschlag für den Standort in der Türkismühler Straße gewesen. Außerdem habe das Grundstück bereits über Ver- und Entsorgungsstruktur verfügt. Das habe die Planung erleichtert. So sei es möglich gewesen, innerhalb von nur zwei Jahren den Bau zu realisieren, so der Landrat, der kurz die Entstehungsgeschichte skizziert.  Erste Vorgespräche zwischen Gemeinde Nohfelden und ZRF gab es bereits im Februar 2017. Die Grundstücksverhandlungen mit einem privaten Eigentümer gingen im April/Mai des gleichen Jahres über die Bühne. Die Baugenehmigung wurde am 27. September 2017 erteilt, es folgte der Spatenstich am 17. November. Und der Bezug am 1. März 2019.