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Neue Pumpen bilden das Herzstück

Rund zwei Millionen Kubikmeter Trinkwasser fließen vom Wasserwerk Würzbachtal jedes Jahr ins St. Wendeler Land. Das Wasserwerk wird Ende des Jahres modernisiert. Foto: WVW
Rund zwei Millionen Kubikmeter Trinkwasser fließen vom Wasserwerk Würzbachtal jedes Jahr ins St. Wendeler Land. Das Wasserwerk wird Ende des Jahres modernisiert. Foto: WVW FOTO: WVW
St Wendel. 2,9 Millionen Euro kostet die Modernisierung des Wasserwerkes Würzbachtal in Niederwürzbach. Das Bauvorhaben ist auch für das St. Wendeler Land bedeutsam. Denn rund zwei Millionen Kubikmeter Trinkwasser aus diesem Wasserwerk fließen jedes Jahr in die Region. Volker Fuchs

Den Hahn aufgedreht, schon fließt das Trinkwasser. Ob mitten in der Nacht oder um die Mittagszeit. Ob zum Waschen, Baden oder Kochen. Ob es draußen zehn Grad Minus oder 30 Grad heiß ist, ob es stürmt oder wochenlang trocken ist: Trinkwasser ist da, wenn man es braucht. Für uns eine Selbstverständlichkeit. In vielen Ländern der Welt jedoch nicht.

4,3 Millionen Kubikmeter Trinkwasser verbrauchen die Kunden der WVW, der Wasser- und Energieversorgung Kreis St. Wendel GmbH, im Jahr. Kunden der WVW sind alle Haushalte im St. Wendeler Land außer in der Gemeinde Nonnweiler . Die Hochwaldkommune hat ein eigenständiges Wasserwerk.

4,3 Millionen Kubikmeter, das ist zum Vergleich die Hälfte des Volumens des Bostalsees, weiß Günter Schnur, technischer Leiter der WVW. Wobei der Bostalsee nicht für die Trinkwasserversorgung genutzt wird, unterstreicht er, um Missverständnissen vorzubeugen.

Das Trinkwasser für die Menschen im St. Wendeler Land stammt aus dem Grundwasser , etwa die Hälfte aus 24 Bohrungen im Landkreis St. Wendel . "Die zweite Hälfte des Wassers kommt von außerhalb des Landkreises, vom Wasserwerk Würzbachtal bei Niederwürzbach ", erklärt WVW-Geschäftsführer Joachim Meier.

Bis 2000 gehörte das Würzbacher Werk zu Saarberg. Das Bergbauunternehmen hatte sich entschlossen, wegen des Absatzrückganges das Wasserwerk nicht mehr zu nutzen. Seitdem versorgt Trinkwasser aus Niederwürzbach auch das St. Wendeler Land.

Im Würzbachtal werden jedes Jahr etwa vier Millionen Kubikmeter Trinkwasser aus acht Bohrungen gefördert. Das Wasserwerk aus den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird Ende dieses Jahres modernisiert. "Die Technik ist zum Teil fast 80 Jahre alt. Die Pumpen um die 40 Jahre. Das ist aus heutiger Sicht nicht effizient", erklärt Schnur. Das Alter der Anlage habe jedoch keine Auswirkungen auf die Wasserqualität, betont der Experte: "Die ist nach wie vor prima."

Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 2,9 Millionen Euro . Damit werden die Maschinen, Elektro-, Steuerungs- und die so genannte Fernwirktechnik erneuert sowie zwei neue Reinwasserbehälter gebaut. Die Arbeiten sollen Ende des Jahres beginnen und etwa ein Jahr dauern. Und zwar im laufenden Betrieb. Das heißt, es wird nach wie vor Trinkwasser gefördert. "Die Investition wird durch die Einsparung bei den Energiekosten kompensiert", sagt Schnur. Das heißt, so Meier, der Wasserpreis steige wegen der Investition nicht an.

Geplant ist darüber hinaus in einem zweiten Schritt die Modernisierung der Aufbereitungstechnik. Denn das im Würzbachtal geförderte Grundwasser hat zu viel Kohlensäure. Und die greift das Rohrmaterial an, wenn sie nicht entfernt wird.

Das Wasserwerk im Würzbachtal betreibt übrigens die TNA, die Talsperren- und Grundwasser-Aufbereitungs- und Vertriebsgesellschaft mbH. Gesellschafter sind die WVW, der Zweckverband WVO für die Wasserversorgung im Landkreis Neunkirchen , die Energis und die Stadtwerke Saarbrücken.

Die TNA wurde 1994 gegründet mit dem Ziel, das Wasser aus der Talsperre Nonnweiler zu Trinkwasser für die Bürger der Landkreise Neunkirchen und St. Wendel aufzubereiten. Etwa drei Millionen Kubikmeter Wasser sollten in Gronig in jedem Jahr aufbereitet werden. Dort endet eine Leitung aus der Talsperre. Diese Planung wurde nicht verwirklicht, da sich das Wasserwerk Niederwürzbach als Alternative anbot.

Übrigens: Die Hauptleitung führt vom Würzbachtal über Bildstock, Stennweiler ins St. Wendeler Land. Um den Bostalsee herum reicht sie auf der einen Seite bis ins Bohnental, hat eine Abzweigung im Osten über den Hochbehälter Reitscheid bis nach Osterbrücken.

Hinzu kommen eine Reihe von Abzweigungen und natürlich auch mehrere Pumpstationen. Allein die Hauptleitung vom Würzbachtal bis Neipel ist 80 Kilometer lang.

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HintergrundWarum reicht das Grundwasser im St. Wendeler Land für eine Versorgung der Menschen nicht aus. Das liegt nach Angaben der WVW an den so genannten hydrogeologischen Verhältnissen. Die Bodenschichten sind nicht in der Lage, ausreichend Wasser zu speichern. Das könnte gerade in den Sommermonaten dazu führen, dass Trinkwasser knapp würde. Anders ist die Lage im Würzbachtal. Dort besteht der Untergrund aus Buntsandstein, das in seinen Klüften und Spalten gut Trinkwasser aufnehmen kann.Die Einwohner im St. Wendeler Land verbrauchen im Schnitt 100 Liter Wasser pro Person pro Tag. Das liege an der untersten Grenze des Wasserverbrauches in Deutschland, so die WVW. Der Tagesbedarf im Einzugsgebiet der WVW (ohne Nonnweiler ) summiert sich auf 11 800 Kubikmeter. vf