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Naßweiler hofft auf kräftige Investitionen

Naßweiler. Die Sanierung der Bergbauschäden in Naßweiler nimmt allmählich Formen an. Die rund 1,5 Millionen Euro Entschädigung aus Frankreich fließen komplett nach Naßweiler. Noch in diesem Jahr sind Maßnahmen vorgesehen, hieß es jetzt im Ortsrat. Von SZ-MitarbeiterThomas Annen

Nicht nur Privathäuser wurden in Mitleidenschaft gezogen. Jahrzehntelang hat der französische Bergbau unter Naßweiler auch Schäden an Kanälen, Straßen und öffentlichen Gebäuden verursacht. Während des langen Rechtsstreits der Gemeinde mit der französischen Grubenverwaltung lag die Sanierung der Infrastruktur weitgehend auf Eis. "Elf Jahre nach Bergbauende hat Naßweiler noch immer einen Riesennachholbedarf", erklärte Ortsvorsteher Hans-Werner Franzen (SPD) am Mittwoch bei der Beratung des Investitionsprogramms. Doch Besserung ist in Sicht. Die gut 1,5 Millionen Euro Entschädigung, die von der Charbonnages de France gezahlt wurden, fließen komplett nach Naßweiler.

Geld fürs Gemeinschaftshaus

In die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses und die Erneuerung der St. Nikolauser Straße sollen laut Kernhaushaltentwurf 2014 insgesamt 420 000 Euro fließen. Der Gemeindehaushalt, betonte Franzen, werde durch diese Maßnahmen nicht belastet. Das Geld stammt komplett aus dem Entschädigungstopf. Die weiteren geplanten Projekte im Kernhaushalt werden sowohl mit Geld aus Frankreich als auch mit Eigenmitteln der Kommune finanziert. Noch in diesem Jahr sind Maßnahmen vorgesehen, die mit der Erschließung des Neubaugebietes in der Straße "Am Hirtengraben" zusammenhängen. Später sollen dann die Erneuerung der Straßen "Nassaustraße/Im Jungholz" und der Straße "Bremerhof" angegangen werden.

Der Ortsrat meldete zusätzliche Wünsche an: Geld soll eingestellt werden für die Neugestaltung des Kirmesplatzes, den weiteren Ausbau des Richtfunks, die Erweiterung der Straßenbeleuchtung und die Sanierung des Hartplatzes der Fußballer. Natürlich wären die Kommunalpolitiker froh, wenn die Kicker des Ortes zukünftig auf Rasen spielen könnten. Wegen des Spardiktats, erläuterte Franzen, gebe es zurzeit jedoch keine Chance für den Bau eines Rasenplatzes. Einen entsprechenden Leertitel möchte der Ortsrat trotzdem ins Investitionsprogramm aufnehmen.

Rasenplätze im Hinterkopf

Für den Fall, dass das Thema Rasensportplätze wieder aktuell werde, erklärte der Ortsvorsteher, wolle man den Fuß in der Tür haben. Mit den Ergänzungen wurde der Kernhaushalt einstimmig gebilligt. Grünes Licht gab es auch für die Sonderrechnung Abwasser: In den Jahren 2016 und 2017 sind Mittel für die Kanalerneuerung in der Straße Bremerhof vorgesehen.

Mit Blick auf den Bremerhof berichtete Franzen, dass dort inzwischen etwas Ruhe eingekehrt sei. Die Erhöhung des Kontrolldrucks habe dazu geführt, dass die Öffnungszeiten eingehalten werden. Die Tabak- und Alkoholgeschäfte sowie Gaststätten mit Glücksspielautomaten ziehen viele Kunden aus Frankreich an, immer wieder hatten Anwohner über Lärmbelästigungen geklagt. Auch die Sauberkeit, berichtete Franzen, habe sich verbessert, unter anderem durch den Einsatz der Kehrmaschine der Gemeinde.