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Fastnacht
Narren nahmen Dorfleben auf die Schippe

Mit der Gruppe „Excited“ ging es tänzerisch zurück in die 80er Jahre. Da durften auch die Lieder der Neuen Deutschen Welle nicht fehlen.
Mit der Gruppe „Excited“ ging es tänzerisch zurück in die 80er Jahre. Da durften auch die Lieder der Neuen Deutschen Welle nicht fehlen. FOTO: Christian Barth
Sötern. Bei der Kappensitzung in Sötern gab Elferratspräsident Björn Alt den Löffel ab. Der Abend wurde dennoch ein närrisches Glanzstück.

Beinahe wäre die Söterner Kappensitzung schon vorbei gewesen, bevor sie richtig angefangen hatte. Mit einem Paukenschlag eröffnete der bisherige Elferratspräsident Björn Alt die Sitzung, als er ankündigte, den Löffel abzugeben. „Elf Jahr Präsident in diesem Hause sind genug, ich verabschiede mich, sucht einen neuen, alleh hopp“, waren die knappen Worte, mit denen er dem ungläubig schauenden närrischen Volk vor den Kopf stieß und sodann mit der Garde wieder auszog. Eine leere Bühne präsentierte sich nun den Besuchern, denn auch der Söterner Elferrat war nicht gekommen, musste man doch an einer dringenden Psychotherapie teilnehmen, die ihnen der Söterner Ortsvorsteher verordnet hatte.



Ein Szenenwechsel in die Therapiestunde offenbarte Schlimmes. Hier hatte Diplom-Psychologin Dr. Britta von Hahnekräh alle Hände voll zu tun, die Elferrätinnen für die Sitzung zu begeistern. Glücklicherweise fand sich in der illustren Damenrunde auch eine, die schon immer die Sitzungspräsidentin sein wollte. „Dat Schantal“ (Chantal Martin) erklärte sich sofort bereit, die Sitzung zu leiten. So war der Abend gerettet und die in roten und blauen Kostümen funkelnden Gardemädchen konnten mit ihrem traditionellen Tanz das närrische Treiben doch noch eröffnen.

In der Bütt schenkten sich die „Zwei alte Seedema“ Konrad Kochems und Björn Alt bei einem verbalen Schlagabtausch nichts und tratschten außerdem über ihre zickigen Ehefrauen und allerlei Alltagsprobleme. Zwei deutsche Meister eroberten im Anschluss nicht nur die Bühne sondern auch die Aufmerksamkeit des närrischen Publikums. Als „B.O.W. Duo“ zeigten Elaine Kochems und Victoria Sophie Fettig fetzige Ausschnitte aus dem Tanz, mit dem sie mit weiteren Tänzern im vergangenen Jahr die deutschen Meisterschaften im Hip-Hop, Kategorie Pure Teen, gewannen.

Gesanglich nahm die Herrenrunde allerlei Kuriositäten aus dem Dorfleben auf die Schippe. Da blieb kein Auge trocken, als in dem Liedvortrag nochmal die Geschichte des legendären Söterner Autofahrers aufgewärmt wurde, dessen Navi ihn auf eine viel zu schmale Fußgängerbrücke schickte, wo die Fahrt dann eingeklemmt zwischen den Geländern überraschend endete. Die drei „Real Men in Black“ zelebrierten feinste Live-Songs im Stile der Blues Brothers, was das Publikum endgültig in Ekstase versetzte und es keinen mehr auf den Stühlen hielt.

Zurück in die achtziger entführte die Tanzgruppe „Excited“ die Zuschauer. Mit einem tollen Tanzmedley zu den bekannten Melodien der Neuen Deutschen Welle und Co. kam jede Menge gute Laune und ausgelassene Mitsing-Stimmung auf. Eine Sondersendung des ZDF widmete sich dem Söterner Dorfgeschehen. Elke Treinen berichtete als engagierte Reporterin kurzweilig über die Rettung des Söterner Einkaufsmarktes, der es aufgrund der Konkurrenz in den Nachbarorten immer schwerer hat zu überleben. Ein rundum gelungener Vortrag mit allerlei Fastnachtsspaß trotz ernstem Hintergrund. Die Showtanzgruppe „Hunolsteiner Hopping Dohls“ brachte noch einmal Schwung auf die Bühne. Mit ihrem Tanz entführten sie das Publikum auf einen Streifzug in den verrückten Wilden Westen, wo man die Abenteuer der Cowboys und Cow- 
girls sowie die Geschichten der finsteren Banditen dieser Zeit miterleben konnte.

Den Abschluss des Abends bildete ein weiterer Höhepunkt, den sich die Söterner Narrenschar wieder einiges kosten ließ. Es war gelungen, die „Unehrlich Brothers“ einzukaufen und für eine Zaubershow nach Sötern zu holen. Bei spektakulären und kuriosen Zaubertricks wurde alles geboten, was man noch nie auf der Söterner Showbühne gesehen hatte. Zufrieden waren die Söterner Narren auch nach der Sitzung, die viele als die beste der vergangenen Jahre bezeichneten.

Foto: Christian Barth
Foto: Christian Barth FOTO: Christian Barth