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Müllentsorgung: Schmitt hält an Vorschlag fest

Merzig. Für viel Wirbel hat der Vorschlag des Völklinger EVS-Kritikers Werner Schmitt gesorgt, die Stadt Merzig solle die Müllentsorgung in Eigenregie wieder aufgeben und in den Entsorgungsverband Saar zurückkehren. Doch Schmitt hält trotz Kritik aus Stadtpolitik und Verwaltung an seinem Urteil fest. Von SZ-RedakteurChristian Beckinger

Vertreter von CDU und SPD im Stadtrat und Merzigs Bürgermeister Fredi Horf hatten Schmitts Kritik, die Müllentsorgung in Eigenregie komme die Bürger zu teuer zu stehen, zurückgewiesen und ihm vorgeworfen, die von ihm angestellten Vergleichsrechnungen gingen an der Wirklichkeit vorbei. Doch Schmitt hält daran fest: Auch wenn man mit einem geringeren Abfallaufkommen rechnet, zahlen die Bürger in Merzig mehr als in einer Kommune, die dem EVS angehört und auch das Verwiegesystem praktiziert (wie etwa Losheim am See): Bei einer Jahres-Abfallmenge von 70 Kilo sind in EVS-Kommunen 76,70 Euro zu zahlen, in Merzig 84,88 Euro. Bei 90 Kilo Müll pro Jahr fallen in EVS-Kommunen 82,90 Euro, in Merzig 92,88 Euro an. Die Beträge für 120 Kilo Abfallmenge: 92,20 Euro in den EVS-Kommunen, 104,80 Euro in Merzig.

Schmitt greift auch eine Aussage von Bürgermeister Horf auf, wonach Verwaltung und Rathausspitze 2008/2009 dem damals diskutierten Ausstieg aus dem EVS sehr kritisch gegenübergestanden hätten. "Wie ist die damalige Eigenregiewahl fundiert begründet und nachvollziehbar?", fragt Schmitt, der angesichts vieler Unwägbarkeiten von einer "waghalsigen Entscheidung" zum Ausstieg spricht.

Schmitt erneuert seine Kritik, dass die Stadt sich einen teuren "Nobel-Wertstoffhof" geleistet und eine fatale Fehleinschätzung bezüglich des Rückgangs der Abfallmenge durch Einführung des Verwiegesystem vollzogen habe. Auch das Argument von SPD-Vertreter Manfred Klein, die vom EVS der Stadt in Rechnung gestellten Preise für die Restmüllentsorgung seien binnen zwei Jahren um rund 30 Prozent gestiegen, lässt Schmitt nicht gelten: Zwar seien die EVS-Preise gestiegen, gleichzeitig sei aber auch die Abfallmenge gesunken.

Und: Auch andere Verwiegekommunen hätten mit diesen gestiegenen Preisen wirtschaften müssen. Am heutigen Dienstag wird sich der Werksausschuss des Stadtrates in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Jahresabschluss des städtischen Abfall-Eigenbetriebs für 2012 befassen.