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Mit Reimen gegen Vorurteile kämpfen

Die Bitburger Rapper P&L gewannen mit ihrem Song „Wir alle“ den Wettbewerb. Foto: Sara Lonsdorfer
Die Bitburger Rapper P&L gewannen mit ihrem Song „Wir alle“ den Wettbewerb. Foto: Sara Lonsdorfer FOTO: Sara Lonsdorfer
Saarlouis. Beim Hip-Hop-Konzert im Saarlouiser Jugendzentrum ging es um das Thema Vorurteile. Innerhalb eines Rapcontest performten zwölf Rapper und Rapgruppen aus ganz Deutschland. salo

"Rap gegen Vorurteile" - unter diesem Motto stand das Abschlusskonzert des Rapcontests, das im Saarlouiser Jugendzentrum Utopia stattfand. Mehr als 100 Zuschauer kamen, um der Musik von zwölf Rappern aus ganz Deutschland zuzuhören. Der Contest wurde im Oktober vergangenen Jahres von Juz-united und dem Radiosender bigFM initiiert und lief innerhalb der Kampagne "Was für ein Vorbild sind Sie?" des Projektverbundes QuarteT. Beim Konzert in Saarlouis performten die Nachwuchsrapper live ihre Songs und setzten ein Zeichen gegen Vorurteile und Diskriminierung.

Im Vorhinein benotete eine sechsköpfige Jury die eingesendeten Tracks hinsichtlich Text, Flow, Stimmeinsatz, Beat und Arrangement, Sound und Reimqualität. Neben den zwei Saarlouiser Rappern Jonesis und Drehmoment, beurteilten die Musiker Oku von Oku & the Reggaerockers, Q-Ass und DaveeDee von der Rap-Gruppe AsselAss, Kontrovers von der Rap-Formation Musik aus Liebe, sowie der saarländische Chartstürmer Esta die jungen Teilnehmer.

Markus Trennheuser (Drehmoment) führte als Moderator durch den Abend. Der 30-Jährige war begeistert vom Engagement und dem Talent der Nachwuchsrapper. "Die Bewertung war total schwer", sagte Trennheuser, "und fiel auch dementsprechend knapp aus". Mit nur einem Punkt Vorsprung gewann das Rapduo P&L den Jurypreis in Höhe von 150 Euro. Ihr Song "Wir alle" wurde schon nachmittags auf bigFM gespielt. "Wir waren ziemlich stolz, unsere Stimmen im Radio zu hören", sagte Patrick Zender von P&L. Erst zwei Tage vor Einsendeschluss erfuhren die Bitburger von dem Wettbewerb. Die Lyrics zu ihrem Gewinnersong schrieben sie über Nacht. "Zu dem Thema gibt's einfach eine Menge zu sagen. Das geht jeden was an", sagte Zender.

Auch der Rapper KXD (Aaron Daniels) aus Simsheim nahm mit seinem Song "Stress" am Wettbewerb teil, um Jugendlichen, die gegen Vorurteile kämpfen, Mut zu machen. "Mit Musik kann man einiges bewegen", weiß der Rapper. Seit einem Autounfall trägt der 21-Jährige unter der Haut seiner linken Gesichtshälfte eine Titanplatte. "Ich weiß, was es heißt, am Boden zu sein, und zu denken, man könne nie wieder aufstehen", sagt Daniels.

Auch Fonky D (David Bleyler), der zusammen mit Shorty den Song "Hinter den Farben" performte, wurde aufgrund seiner Hautfarbe schon mit Vorurteilen konfrontiert. Bleyler rappt in seiner Muttersprache Französisch, hat afrikanische und deutsche Wurzeln. Geboren in der ehemaligen französischen Kolonie Burkina Faso in Afrika, kam er als Siebenjähriger nach Deutschland: "In Deutschland nennt man dich ‚schwarzer Mann' und in Afrika bin ich der ‚weiße Mann'."

Auch aus dem Saarland waren Teilnehmer vertreten. Alina Cherkasova und Jasmina Mazic aus Lebach performten ihren Song "Vorbild". Die zwei Cousinen behaupteten sich selbstbewusst zwischen den überwiegend männlichen Teilnehmern.

Neben dem Jurypreis in Höhe von 150 Euro, konnten die Teilnehmer auch drei andere Preise gewinnen. Neben einem Online-Voting auf der Website von bigFM, bewertete das Publikum über Stimmzettel die Acts. Die Publikumspreise gewannen die Rapformation UnoBande66 (150 Euro) und Fonky D und Shorty (100 Euro). Enrico und Ali gewannen das Online-Voting und somit ein professionell produziertes Musikvideo.