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Mit geschickten Füßen einlochen

Mit Augenmaß und Feingefühl: Beachsoccer-Nationalspieler Steffen Lenhardt aus St. Wendel hat am Freitag auf der Fußballgolfanlage treffsicher eingelocht. Foto: Frank Faber
Mit Augenmaß und Feingefühl: Beachsoccer-Nationalspieler Steffen Lenhardt aus St. Wendel hat am Freitag auf der Fußballgolfanlage treffsicher eingelocht. Foto: Frank Faber FOTO: Frank Faber
Bosen. Am Bostalsee wird jetzt auch Fußballgolf gespielt. Frank Faber

Loch statt Tor oder das Runde muss ins Runde: Am Bostalsee ist eine neue Fußballgolfanlage eröffnet worden. Betreiber des Trendsport-Parcours sind Margret und Andreas Gemmel aus St. Wendel. Als Schlussmann beim damaligen Fußball-Verbandsligist Sportclub (SC) Bosen hat Andreas Gemmel lange Jahre verhindern müssen, dass die Bälle hinter ihm im Tornetz landen. Nun will er eine in Skandinavien längst weitverbreitete Freizeitbeschäftigung am Bostalsee etablieren. "Fußballgolf habe ich durch Zufall kennengelernt, aber es mir so gut gefallen, dass ich mich mit dem Thema näher befasst habe", berichtet er. Irgendwann sei ihm dann bewusst geworden, dass die Menschen in seiner Heimatregion Fußballgolf als Freizeitaktivität gar nicht richtig kennen. "Dabei ist Fußballgolf mittlerweile zur Trendsportart geworden, die Szene wird immer größer", sagt Gemmel.


Rückblick: Im vergangenen Januar und Februar ist er mehrfach mit einem Ball am Fuß über die 22 000 Quadratmeter große Wiese am Bostalsee gelaufen, hat eine imaginäre Spielfläche abgespielt. "Danach habe ich die Bahnen mit Fahnen grob abgesteckt", erklärt er. Die komplette Anlage hat Gemmel dann in Marke Eigenbau konzipiert und verwirklicht. "Es gibt keine Vorgaben über die Bahnlänge oder den Bau der Hindernisse. Ich weiß überhaupt nicht, wie oft ich die Spielbahnen geändert habe, bis sie endlich so waren, wie sie jetzt sind", ergänzt er.

Die Anlage auf einer Gesamtlänge von 1100 Metern verfügt über 18 Rasenspielbahnen, auf denen die Spieler versuchen müssen, mit so wenig Schüssen wie möglich speziell präparierte künstliche und natürliche Hindernisse zu überwinden und den Ball einzulochen. Eine Platzrunde mit vier Fußballgolfern kann bis zu zwei Stunden dauern, so Gemmel. Jede Ballberührung zählt einen Punkt. Nach jedem Einlochen wird die Anzahl der Schüsse notiert. Gezählt wird wie im Golf in "Par". Die Parzahl gibt an, wie viele Schüsse ein Spieler für eine Bahn benötigt. Sieger ist, wer die niedrigste Punktzahl erreicht.



"Nicht die Härte eines Schusses ist hier gefragt, sondern vielmehr Technik und Feingefühl, um den Ball einzulochen", meint Gemmel. Bisherige Erfahrungen würden zeigen, dass das geschickte Spiel mit dem Ball begeistert von Jung und Alt angenommen werde. "Zum Ambiente des Freizeitangebotes am Bostalsee passt die Fußballgolfanlage hervorragend dazu", freut sich Landrat Udo Recktenwald (CDU) über "eine neue Attraktion". Der Standort direkt hinter dem Bosener Strandbad und neben dem Indoor-Kinderspielplatz Bosiland sei optimal. Nachdem sich der Andrang am Feiertag wegen der Hitze in Grenzen gehalten hat, sind bei der offiziellen Eröffnung am Freitag die Nationalspieler des Deutschen Beach-Soccer-Verbandes (DBSV) auf den Parcours gegangen. Das Nationalteam, mit dem St. Wendeler Steffen Lenhardt und Jan Schuster aus Primstal, bereitet sich am Bostalsee auf anstehende Turniere in Italien und Brasilien vor.

Die Fußballgolfanlage am Bostalsee (Seehafen, Bosen) ist bis 31. Oktober von Montag bis Freitag, jeweils 14 bis 20 Uhr geöffnet. Samstag/Sonntag und Feiertag, jeweils 10 bis 20 Uhr, in der Ferienzeit (1. Juli bis 15. August) jeweils 10 bis 20 Uhr. Preise: Erwachsene zahlen neun Euro, Schüler ab 16 Jahre acht Euro, Kinder bis 15 Jahre sechs Euro, Familie (zwei Erwachsene, ein Kind) 20 Euro, jedes weitere Kind fünf Euro. Gruppenpreis ab zehn Personen: Erwachsene acht Euro, Kinder fünf Euro. Kontakt: Telefon (01 51) 518 700 45, E-Mail: info@fußballgolf-bostalsee.de.

Zum Thema:

Fußballgolf (auch Soccergolf oder Footgolf genannt) ist eine Ballsportart, die Elemente von Fußball und Golf kombiniert. Der Sport hat seinen Ursprung in Schweden. Die ersten Anlagen entstanden dort in den 1980er-Jahren. Seitdem wurden in Skandinavien mehr als 50 Anlagen errichtet. In Deutschland begann die Trendsportart im Jahre 2006 populär zu werden, mittlerweile sind bundesweit etwa 40 Anlagen in Betrieb.